Treptow-Köpenick

Aggressiver Mob bedroht Berliner Fahnder auf Parkplatz

Fahnder beenden einen schwunghaften Handel mit gefälschten Autokennzeichen und Versicherungskarten an der Schnellerstraße in Niederschöneweide. Dabei werden sie von einem Mob bedroht.

Foto: Polizei Berlin

Bei einem Einsatz auf einem Autoplatz in Niederschöneweide haben Fahnder am Mittwochmorgen 14 Kurzzeitkennzeichen, 14 Fahrzeugscheine und 18 Versicherungskarten beschlagnahmt. Sie haben außerdem den 33-jährigen Verkäufer vorrübergehend festgenommen. Dabei wurden sie von einem Mob bedroht. Verletzte gab es aber keine.

Polizisten war der 33-Jährige gegen 10.30 Uhr an der Schnellerstraße aufgefallen, weil er ganz offensichtlich aus dem Kofferraum eines Autos heraus Kennzeichen verkaufte.

Die Beamten forderten Unterstützung an und betraten dann gemeinsam mit ihren Verstärkungs-Kollegen vom Zentralen Verkehrsermittlungsdienst den Handelsplatz. Dort stellten sie den Verdächtigen und durchsuchten sein Fahrzeug. Dazu hatten sie bereits eine staatsanwaltliche Anordnung.

Im Wagen des Händlers fanden die Ermittler verfälschte Kennzeichen und Dokumente. „Ferner entdeckten sie drei weitere leere Kartons, in denen – nach bisherigen Ermittlungen – vormals sogar 50 Kurzzeitkennzeichen verpackt worden waren“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Während der Durchsuchung störten circa 60 Personen, die sich ebenfalls auf dem Platz befanden, die Arbeit der Polizeibeamten. Sie stellten sich aus der Menge heraus drohend und die Fäuste ballend den Beamten entgegen und forderten sie lauthals auf, das Gelände zu verlassen. Die 21 Polizeibeamten blieben unverletzt.

Eine richterlich angeordnete Durchsuchung der Wohnung des Festgenommenen in Charlottenburg-Nord erbrachte keine neuen Beweise. Nach der Vernehmung und einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurde der Tatverdächtige entlassen. Die Ermittlungen dauern an.