Schöneberg

Zwei Tote bei Brand in Schöneberger Wohnung

In einer Wohnung an der Hochkirchstraße ist am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Dabei kamen offenbar zwei Menschen ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

Foto: schroeder

Beim dem Brand sind vermutlich eine 74 Jahre alte Frau und ihr gleichaltriger Mann ums Leben gekommen. Sie seien Mieter der Wohnung gewesen, "ob sie deshalb auch wirklich die Opfer waren, werden weitere Untersuchungen endgültig klären", sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen.

Unklar ist nach wie vor auch die Ursache für das Feuer. Es war nach Angaben der Feuerwehr in der Wohnung der beiden 74-Jährigen im dritten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Eine Frau, die in der Etage darunter wohnte, kam verletzt in ein Krankenhaus. Die anderen Mieter blieben unversehrt, konnten aber nicht in ihre Wohnungen zurück. Die Straßen waren zeitweise gesperrt.

Der Brand hat nicht – wie zunächst vermutet – am Sonntagabend zu einem Stromausfall in Teilen Schönebergs geführt. Nach Angaben der Polizei waren 1280 Haushalte und 145 Firmen betroffen. Der Ausfall hat die Ausstrahlung der ARD-Sendung "Günther Jauch" verzögert. "Das Feuer war bereits mittags ausgebrochen, der Stromausfall ereignete sich aber erst nach 21 Uhr, deshalb wird das nichts miteinander zu tun gehabt haben", argumentierte eine Vattenfall-Sprecherin, "die Ursache liegt im Umspannwerk". Der Stromausfall habe von 21.18 Uhr bis 21.55 Uhr gedauert.

Nachbar hört vor Ausbruch des Feuers einen Knall

Unmittelbar bevor das folgenschwere Feuer an der Hochkirch- Ecke Monumentenstraße ausgebrochen war, will ein Bewohner einen Knall gehört haben. Das könnte auf eine Verpuffung hindeuten. Der Mann berichtete am Sonntagnachmittag, dass dabei mehrere Fenster zerborsten seien.

Die Feuerwehr war um 13.19 Uhr alarmiert worden und rückte sofort mit vier Löschzügen zur Einsatzstelle aus. "Beim Eintreffen der Kollegen schlugen bereits lodernde Flammen aus der Wohnung im dritten Obergeschoss. Auch in der Etage darüber brannte es", sagte Feuerwehrsprecher Rolf Erbe der Berliner Morgenpost. Deshalb seien umgehend weitere Löschstaffeln und Rettungswagen einschließlich einer Notarztbesatzung ausgerückt.

Die Einsatzkräfte konnten ein Übergreifen des Feuers auf das Dachgeschoss zwar erfolgreich verhindern, für zwei Bewohner des Hauses kamen sie jedoch zu spät: In der Brandwohnung wurde zunächst eine leblose Person geborgen, später eine weitere. Eine offenbar bettlägerige Frau konnte aus dem zweiten Obergeschoss schwer verletzt in Sicherheit gebracht und zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sieben weitere Hausbewohner konnten sich selbst unversehrt ins Freie retten.

Brandermittler forschen nach der Ursache

Durch den Großeinsatz standen in der Monumenten- und Hochkirchstraße etliche Fahrzeuge von Feuerwehr und Polizei. Hunderte Schaulustige verfolgten das Geschehen, viele davon hatten sich auf der Brücke eingefunden, die über die nahegelegene S-Bahn-Trasse führt. Von Drehleiterwagen bekämpften die Feuerwehrleuten mit viel Löschwasser den Brand, sodass sich die Flammen nicht auf den Dachstuhl oder die angrenzenden Häuser ausbreiten konnten.

Der Einsatz zog sich bis zum späten Nachmittag, danach übernahm die Polizei den Brandort. Wenig später rückten Ermittler eines Brandkommissariats an, welche die Ursache für das Feuer klären sollen. Zur Sicherung der Brandstelle waren Angehörige von vier Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt worden.

Nur mit dem Notwendigsten aus dem Haus geflohen

Eine der von dem Brandunglück betroffenen Bewohner ist Antje Neumann, die bereits seit 13 Jahren im zweiten Obergeschoss des Mietshauses lebt. "Zuerst hatte ich den Brand gerochen, dann schrie plötzlich ein Kind. Als ich auf den Balkon ging, sah ich das dritte Obergeschoss lichterloh brennen", berichtete die 46-Jährige der Berliner Morgenpost. Sie habe sich schnell einen Rucksack mit dem Notwendigsten gegriffen, mit Geld und Papieren, und sei aus dem Haus geflüchtet. "Zum Glück war das Treppenhaus noch nicht verqualmt."

Von der Polizei erhielt die 46-Jährige die Information, dass die Bewohner am Sonntag auf keinen Fall in die Wohnungen zurückkehren könnten. Die Beamten ließen sich von den Betroffenen die Rufnummern geben und erklärten, dass sie über etwaige Ersatzquartiere informiert würden. Antje Neumann war glücklicherweise nicht darauf angewiesen. Sie wollte vorübergehend bei einer befreundeten Familie unterkommen.

>> Video: Feuerwehr-Sprecher Rolf Erbe schildert die Situation <<

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