Berlin

Trauer um ehemaligen Adlon-Chef Gianni van Daalen

| Lesedauer: 3 Minuten
Isabell Jürgens
Gianni van Daalen und seine Frau Marylea in bei einem Empfang. Van Daalen starb am Freitag.

Gianni van Daalen und seine Frau Marylea in bei einem Empfang. Van Daalen starb am Freitag.

Foto: imago stock&people / imago/impress picture

Jean K. „Gianni“ van Daalen war der Gründungsdirektor des Hotels Adlon. Vergangenen Freitag ist er gestorben.

Berlin. Der Gründungsdirektor des Hotel Adlon am Pariser Platz ist tot. Jean K. „Gianni“ van Daalen starb am vergangenen Freitag in Berlin, wie Michael Sorgenfrey, Geschäftsführender Direktor bei Hotel Adlon Kempinski, der Berliner Morgenpost am Sonntag mitteilte. „Wir sind zutiefst bestürzt“, sagte Sorgenfrey. Die ganze Adlon-Familie trauere. „Gianni van Daalen war ein leidenschaftlicher Hotelier der alten Schule und eine charismatische Persönlichkeit, dem wir unendlich viel zu verdanken haben“ , so Sorgenfrey. „Wir werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren – in der Lobby oder an anderer Stelle, das überlegen wir uns jetzt“.

Bis 2004 leitete van Daalen das Hotel Adlon Kempinski Berlin

Gianni van Daalen hatte in Berlin in den 1980er-Jahren zunächst das Hotel Steigenberger am Los-Angeles-Platz geleitet und dann ab 1996 die Gründungsmannschaft für das im Bau befindliche Hotel Adlon zusammengestellt. „Ich gehörte auch zu den vielen jungen Leuten, die Gianni van Daalen vor 25 Jahren einstellte – und wie für viele andere auch war er auch mein Mentor“, so Sorgenfrey, der von 2002 bis 2005 stellvertretender Direktor des Adlon war. 1997 eröffnete das neu errichtete Hotel Adlon.

„Er hat das traditionsreiche Fünf-Sterne-Haus wieder über die Grenzen Berlins hinaus bekannt gemacht“, würdigt Willy Weiland, Ehrenpräsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Berlin, van Daalen, der in seiner Berliner Zeit unter anderem auch Dehoga-Präsident in der Hauptstadt war. Als langjähriger Generaldirektor des Hotels InterContinental habe zwar eigentlich eine direkte Konkurrenz zwischen ihnen bestanden: „Aber so war es nicht, Gianni war ein genialer Weggefährte und Freund, der viel dazu beigetragen hat, Berlin auch international bekannt zu machen“, so Weiland. Unter anderem im vom damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), 2003 gegründeten „Runden Tisch Tourismus“ sei es gelungen, in den Bereichen Tourismus, Kultur und Wissenschaft den Tourismusstandort Berlin zu etablieren. Mit seinen italienischen Wurzeln, seiner amerikanischen Frau Marylea und seinen guten Sprachkenntnissen sei Gianni van Daalen ein echter Kosmopolit gewesen – „weltweit bestens vernetzt und ein Mentor für zahlreiche Hoteliers weltweit“.

Bis 2004 leitete van Daalen das Hotel Adlon Kempinski Berlin, bevor er anschließend die Direktion des Kempinski Baltschug Moskau übernahm und später zudem Europa-Präsident der Kempinski-Gruppe in Genf wurde. 2012 kehrte er zurück nach Berlin, wo er als freier Berater tätig war. „Die Wohnung in der Fasanenstraße hatten Gianni und seine Frau Marylea nie aufgegeben, bei aller Internationalität sind sie im Herzen immer Berliner geblieben“, sagt Willy Weiland, der zeitweilig mit van Daalen in der Geschäftsführung des Beratungsunternehmens Solutions Dot WG arbeitete. „Meine Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei seiner Frau Marylea“. Gianni van Daalen wurde 75 Jahre alt.

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