Virologe

Lob und Protest: Drosten erhält Bundesverdienstkreuz

Der Bundespräsident zeichnet den Virologen Christian Drosten mit dem Verdienstorden aus. Vor dem Schloss Bellevue gab es Proteste.

Frank-Walter Steinmeier (l.) ehrt Christian Drosten mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse.

Frank-Walter Steinmeier (l.) ehrt Christian Drosten mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse.

Foto: Michael Sohn / AFP

Berlin. Der Riss, der sich in diesen Monaten durch die deutsche Gesellschaft zieht, war am Donnerstagvormittag ganz deutlich am Schloss Bellevue zu beobachten. Draußen Demonstranten mit „Drosten in den Knast“-Sprechchören und „Maske gleich Faschismus“-Plakaten. Drinnen staatstragende Feierlichkeit unter strengen Hygienevorschriften. Der Anlass: Der viel kritisierte und ebenso viel gelobte Direktor des Instituts für Virologie der Charité Berlin wurde gemeinsam mit 14 weiteren Bürgerinnen und Bürger von Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Orden für Menschen, die helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen

Traditionell zum Tag der Deutschen Einheit ehrt der Bundespräsident Männer und Frauen, für außerordentliche Leistungen am Gemeinwohl. Dieses Mal unter dem Motto „Vereint und füreinander da“ Menschen, die helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, die das Zusammenwachsen von Ost und West fördern und die dazu beitragen, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen, darunter auch Prominente wie der ehemalige Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger, Schauspielerin Sandra Hüller, Pianist Igor Levit und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim.

„Da ist der Virologe, dessen Podcast Millionen Menschen durch die Krise geleitet hat; dem wir beim Denken und Überdenken zuhören durften; der uns besser hat verstehen lassen, warum Wissenschaft und Politik sich Schritt für Schritt vorantasten müssen, beide große Lernprozesse zu bewältigen haben“, so Steinmeier über Drosten. „Und da ist die Chemikerin und Journalistin, die junge Menschen für die Welt der Wissenschaft begeistert und ihnen in der Krise per Video vermittelt hat, wie und warum sich das Virus ausbreitet“, sagte er über Nguyen-Kim.

Natürlich sei „nicht alles gut in unserem Land“, griff der Bundespräsident in der seiner Rede auch die Proteste auf. „Wir erleben in diesen Wochen beides: Vertrauen und Solidarität einer Mehrheit, aber auch Wut und Feindschaft in anderen Teilen unserer Gesellschaft.“ An diesem Tag und in diesem Raum sei er froh „in einem Land zu leben, in dem es Menschen gibt wie Sie.“

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Im Podcast "Wir": Wir - Wir sind Drosten

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