Schlagersänger

Einstiger Frauenschwarm: Costa Cordalis wird 75 Jahre alt

Costa Cordalis feiert 75. Geburtstag. Seine Gesundheit macht dem Schlagerstar und Lieblingsgriechen der Deutschen zu schaffen.

Liebeslieder und dunkle Mähne: Costa Cordalis, der Lieblingsgrieche der Deutschen, hier im Januar 1994.

Liebeslieder und dunkle Mähne: Costa Cordalis, der Lieblingsgrieche der Deutschen, hier im Januar 1994.

Foto: Nestor Bachmann / dpa

Berlin. Braun gebrannt, das brokat-verzierte Hemd offen und dieses feurige Lachen über strahlend weißen Zähnen – was war er doch für ein wohlinszenierter Frauenschwarm, dieser Costa Cordalis, noch lange bevor der Latin Lover in Erscheinung trat.

Allerdings ist es schon ein Weilchen her, dass sich der Lieblingsgrieche der Deutschen in dieser Pose glaubwürdig präsentieren konnte: Cordalis, der heute 75 Jahre alt wird, wirkt gesundheitlich ziemlich angeschlagen.

Cordalis leidet unter Wasseransammlungen

Bei einem Auftritt im Februar waren seine Fans geradezu geschockt: Der Schlagerstar habe aufgeschwemmt ausgesehen. Sein Gesicht, seine Hände seien dick und plump gewesen. Grund sollen Wasseransammlungen im Körper gewesen sein, hieß es. Er musste im Rollstuhl zum Flieger geschoben werden.

Schon 2013 spielte ihm die Gesundheit einen Streich. Da brach er bei einem Auftritt in Chemnitz wegen Bandscheiben-Problemen vor 800 Zuschauern auf der Bühne zusammen. „Ich hatte Angst, dass ich nicht durchhalte“, sagte er nach dem Konzert.

Megahit mit „Anita“

Vor zwei Jahren stürzte er im Badezimmer seines Hauses auf Mallorca. „Er hat sich den Knöchel zweimal gebrochen, musste sofort operiert werden“, sagte sein Sohn Lucas (51), der sich gemeinsam mit seiner Frau, Daniela Katzenberger, um den Mann kümmert, der sonst auf Malle die Massen zum Toben brachte.

Dass das Alter auch zu einstigen Schönlingen nicht fair ist – geschenkt. Immerhin: Dieser Mann hat etwas hinterlassen, neben dem Cordalis-Stil – lange schwarze Locken und sanft getrimmter Brustpelz – seinen Megahit „Anita“. Dieses Lied ist bis heute die Hymne, bei der sich die Stimmungskanonen am Ballermann in Costas Wahlheimat auf Mallorca die Kante geben.

Angeblich keine Botox-Behandlungen

„Ich fand sie irgendwo/allein in Mexiko/Aniiita“, damit hat er vor mehr als 40 Jahren Schlagergeschichte geschrieben. Und die Geschichte ist noch nicht vorbei. Das Lied läuft. Immer wieder ist von ihm zu lesen, wie herrlich er das Familienleben findet. Mit Frau Ingrid, Lucas, der „Katze“ und Enkelin Sophia (3) baut er Sandburgen.

Dass er fertig aussieht, komplett erschöpft – diese öffentliche Kritik bringt ihn allerdings immer wieder auf die Palme. „Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert“, schreibt er in seiner Autobiografie „Der Himmel muss warten“. Vor allem über sein „Vollmondgesicht“ habe man sich das Maul zerrissen.

Dabei sei es, wie er selbst es nennt, die Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Allenfalls mit Hyaluronsäure sei er gegen Fältchen und Krähenfüße vorgegangen – „nicht mehr und nicht weniger“, schreibt er. Dass er auch als Dschungelkönig im Jahr 2004 längst nicht mehr der Knaller-Typ war, hat er entweder nicht mitbekommen oder ignoriert. Geld macht schließlich auch zufrieden.

Mehr zum Dschungelcamp: Cordalis bis Menderes - Das wurde aus den Dschungelkönigen

Rund eine halbe Million Euro sackte er ein fürs Matschwaten und Madenverdrücken. Und so wurde der Schnulzenkönig („Du hast ja Tränen in den Augen“, „Es stieg ein Engel vom Olymp“) zum Dauergast in weiteren TV-Sendungen. „Ein Paket mit Folgeaufträgen und Auftritten, das mir rund eine halbe Million Euro in die Kasse spült“, sagte er. „Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne.“

Frau drohte mit Scheidung wegen „Dschungelcamp“

Die 40.000 Euro Antrittsgage habe er gespendet, mit der Teilnahme allerdings seine Ehe gefährdet. Seine Frau Ingrid drohte mit Scheidung. Seit mehr als 45 Jahren ist das Paar inzwischen verheiratet – und Cordalis ein „treuer Ehemann mit Groupie-Erfahrung“. Auf einer Kreuzfahrt etwa habe plötzlich eine Schweizerin „splitternackt und zu allem bereit“ in seinem Bett gelegen, eine andere Verehrerin sei mit gepackten Koffern gleich zu seinem Haus gekommen, um dort einzuziehen, so Cordalis in seinem Buch.

Biografie zeigt neue Facetten

Dort erfährt der Leser auch etwas über seine Anfänge in Deutschland, als er, Sohn eines Elektrikers, den Applaus der Frauen in Rotlicht-Bars mit flammendem Blick entgegennahm. Und dass er noch ein ganz anderes Leben hatte: Student der Germanistik und Philosophie (aber abgebrochen), Musikstudium (nach zehn Semestern abgeschlossen).

Und Skilanglauf-Ass war er auch noch: 1985 kam er zum griechischen Team bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Seefeld in Tirol. Zweimal wurde er griechischer Meister. Wahrscheinlich wird er seinen 75. Geburtstag unter mallorquinischer Sonne feiern.

Eine Band mit den Enkelkindern

Vor fünf Jahren, zum Siebzigsten, lud er die Schlagerstars von einst auf eine Schwarzwälder Hütte. Eins ist gleich geblieben: sein Wunsch, 120 Jahre alt zu werden. Hinzugekommen ist noch dieser Wunsch: „Ich würde gerne noch weitere tolle Hits rausbringen. Und vielleicht eine Band mit meinen Enkelkindern gründen.“ (Petra Koruhn)