Filmpremiere

Thriller-Premiere für Elyas M’Barek im Zoo Palast

Der „Fack ju Göhte“-Star kommt am 18. April mit der Schirach-Verfilmung „Der Fall Collini“ ins Kino.

Elyas M'Barek bei der Premiere von "Der Fall Collini" im Zoo Palast. Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Elyas M'Barek bei der Premiere von "Der Fall Collini" im Zoo Palast. Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. In seinen Bestsellerromanen und -kurzgeschichten stellt Autor Ferdinand von Schirach immer wieder die Frage nach der Vereinbarkeit von Rechtsprechung und Gerechtigkeit und bringt seine Leser dazu, sich selber den Spiegel vorzuhalten. In welcher Situation wäre ich selbst zu einem Mord fähig? Darf man Menschenleben opfern, um eine größere Anzahl zu retten?

Mit der Verfilmung von „Der Fall Collini“ bringt Regisseur Marco Kreuzpaintner ein solches moralisches Dilemma nun mit Elyas M’Barek als junger Rechtsanwalt Caspar Leinen auf die große Leinwand.

Am Dienstagabend feierte der Thriller im Zoo Palast an der Hardenbergstraße seine Weltpremiere. Über den roten Teppich liefen neben dem Filmemacher, der „so aufgeregt war wie schon lange nicht mehr“, und seinem Hauptdarsteller auch weitere Mitglieder des Casts, darunter Franco Nero, Alexandra Maria Lara und Jannis Niewöhner sowie der Autor der literarischen Vorlage.

Elyas M’Barek in “Der Fall Collini“ als aufstrebender Jurist

Elyas M’Barek spielt einen aufstrebenden Juristen, der dem pensionierten italienischen Gastarbeiter Fabrizio Collini als Pflichtverteidiger zugeteilt wird. Der hat einen angesehenen Großindustriellen in einer Berliner Hotelsuite durch drei Schüsse in den Kopf getötet und anschließend dessen Gesicht mit Tritten zertrümmert. Das Motiv ist zunächst völlig unklar.

Was aussieht wie ein vielversprechender erster Fall, entwickelt sich für Caspar Leinen schließlich zum Albtraum, als er feststellt, dass es sich bei dem Mordopfer um seinen Ziehvater Hans Meyer handelt. Bei seinen Recherchen stößt der Anwalt auf einen großen Justizskandal im Zusammenhang mit der deutschen NS-Vergangenheit.

„Der Fall Collini“ behandelt große Themen und deutsche Geschichte

Endlich einmal den Bösen spielen durfte Jannis Niewöhner und freute sich über die Besetzung entgegen seines üblichen Rollenschemas. Der Film habe ihn nachdenklich gemacht, so der 27-Jährige. „Eine SS-Uniform zu tragen hat bei mir noch einmal sehr das Bewusstsein für unsere Geschichte geschärft“, sagte der Schauspieler. „Es ist ein wichtiger Film, der große Themen behandelt“, fand auch Alexandra Maria Lara.

Produziert wurde der Film von Christoph Müller, der eine Stärke des Thrillers auch in der zunächst ungewöhnlich anmutenden Besetzung der Hauptrolle mit Elyas M’Barek sah, der den meisten Zuschauern vor allem als prolliger Lehrer in der „Fack ju Göhte“-Trilogie präsent sein dürfte. Der 36-Jährige wollte davon allerdings nichts wissen, er habe schließlich auch vorher schon ernsthafte Rollen gespielt. „Der Film ist für meine Karriere nicht wichtiger als jeder andere“, sagte M‘Barek. Schöner Nebeneffekt: Während der Dreharbeiten habe er sich sehr gut mit seinem Co-Star Franco Nero verstanden: „Ich habe ihn gerade in Rom besucht. Wir waren in seinem Lieblingsrestaurant und danach - ohne Anstehen - im Vatikan. Das war sehr beeindruckend. Ich kann ihn als Freund sehr empfehlen.“