ZDF-Serie

Hans Sigl: "Der Bergdoktor ist kein Frauenheld!"

Hans Sigl liebt seine Rolle als Dr. Martin Gruber. Auch nach mehr als zehn Jahren ist er als "Bergdoktor" im Dauereinsatz.

Er wird von Millionen Fans verehrt: Hans Sigl ist in der 12. Staffel wieder der „Bergdoktor“, die 13. ist bereits in Arbeit.

Er wird von Millionen Fans verehrt: Hans Sigl ist in der 12. Staffel wieder der „Bergdoktor“, die 13. ist bereits in Arbeit.

Foto: dpa Picture-Alliance / Frank Hoermann/SVEN SIMON / picture alliance / SvenSimon

Hans Sigl (49) geht mit „Der Bergdoktor“ in die 12. Staffel (ab 10. Januar, 20.15 Uhr, ZDF) und hat sich mit seinem Team in den letzten Jahren eine große Anhängergemeinde aufgebaut. An den Fan-Tagen der Serie herrscht im beschaulichen Ellmau am „Wilden Kaiser“ in Österreich Ausnahmezustand. Und auch beim Dreh stehen die Fans schon frühmorgens vor der Praxis von „Dr. Martin Gruber“ Schlange, um einen Blick auf ihre Idole zu erhaschen. Über die Serie als Thema im Ethikunterricht und die Qualitäten seiner Rolle als Frauenheld erzählt der Hauptdarsteller im Interview.

Sechs Monate am Stück haben Sie für die neue Staffel gedreht. Das klingt recht anstrengend ...

Hans Sigl: Ja, das ist schon eine Art Marathon, zumal wir mehrere Bücher parallel drehen und man daher immer auf dem Punkt sein muss. Von der Leistung ist das vergleichbar mit einem Spitzensportler. Ich bin jeden Tag etwa zwölf Stunden am Set und das fünf Tage die Woche. Die Aufmerksamkeit und Anstrengung gehen zeitweise schon an die Substanz. Aber ich liebe diese Rolle und es macht mir auch nach all den Jahren noch viel Spaß. Wir drehen vor einer atemberaubenden Kulisse, das ist wirklich ein Geschenk. An den Turnus mit den sechs Monaten habe ich mich inzwischen gewöhnt. Wenn wir das Winter-Special abgedreht haben, werde ich eine Reise machen und vielleicht noch das ein oder andere Projekt, bevor es im Juni mit der neuen Staffel weitergeht!

Bei den „Bergdoktor“-Fantagen kann man erleben, welch große Liebe Ihre Fans Ihnen entgegenbringen. Für viele sind Sie eine Art Vorbild. Erfüllt Sie das mit Stolz?

Ja, darauf können wir stolz sein. Unsere Fan-Gemeinde ist in den Jahren mit uns gewachsen. Bei den ersten Fan-Tagen saßen wir noch in entspannter Runde bei Kaffee und Kuchen, mittlerweile müssen wir die Karten limitieren. Viele kommen zu mir und sagen: „Danke für eine schöne Kindheit“, vor Kurzem hatte ich einen Fan, der nun selbst Medizin studiert. Das freut mich natürlich sehr. Wir hatten auch eine ganze Schulklasse aus Heidelberg hier, die ein Thema aus dem „Bergdoktor“ im Ethikunterricht behandelt hat.

Worum ging es da?

Es ging um eine schwangere Frau, die ihrem kranken Mann eine Niere spenden wollte. Der Eingriff bedeutet natürlich eine Gefahr für ihr Baby. Wie entscheidet man in solch einem Fall richtig? Kann man das Kind gefährden, um den Vater zu retten? Die Zuschauer beschäftigen sich mit diesen Fragen und setzen sich damit auseinander.

Dr. Martin Gruber wird auch deshalb so geliebt, weil er so einfühlsam ist. Eine Eigenschaft, für die es in der realen Medizin heute kaum mehr Raum gibt ...

Im Grunde genommen wünschen sich alle Menschen mehr Empathie und Mitgefühl! Unsere Gesellschaft wird immer schnelllebiger. Man nimmt sich nicht mehr so viel Zeit für sein Gegenüber und Werte wie Empathie kommen dadurch zu kurz. Gerade deshalb ist es schön, dass sich Martin Gruber für seine Patienten diese Zeit nehmen kann und eine andere, tiefere Verbindung aufbaut. Ich habe von Anfang an versucht, diesen Arzt mit sehr viel Empathie auszustatten. Es ist seine treibende Kraft. Damit unterscheidet er sich auch von anderen Arztgeschichten und Formaten. Wir nehmen uns die Zeit, um zuzuhören, zu vermitteln.

Sie sind seit 2008 „Der Bergdoktor“. Welche medizinischen Handgriffe beherrschen Sie im Schlaf?

Ich habe einiges gelernt in den letzten Jahren, dazu gehört beispielsweise Blut abnehmen, natürlich nur in der Theorie. Vieles sieht im Fernsehen total echt aus, auch wenn wir mit dem einen oder anderen Trick nachhelfen. Ansonsten gehen meine Kenntnisse nicht über die Handgriffe hinaus, die man bei einem Erste-Hilfe-Kurs lernt. Wir haben aber eine medizinische Fachberatung am Set, die komplizierte Zusammenhänge anschaulich erklärt.

Martin Gruber und die Frauen ist ein Thema, das immer wieder aufregend ist. Lodert das Flämmchen mit seiner On-Off-Liebe Anne auch in der neuen Staffel?

Anne wird auch in der neuen Staffel wieder dabei sein. Ines Lutz spielt die Rolle ganz hervorragend und ich freue mich, dass sie wieder mit im Boot ist.

Es gibt noch eine weitere Dame, für die Martin Gruber entflammt ist, die schöne Apothekerin Franziska Hochstetter (Simone Hanselmann). Verraten Sie uns, wie sich diese Romanze entwickelt?

Bisher ist da ja noch gar nichts passiert, irgendwie kam immer etwas dazwischen. Aber es knistert schon ziemlich zwischen den beiden, und der Martin wird mal ein Bier mit ihr trinken gehen. Danach wird man sehen, ob sich da etwas entwickelt. Mehr will ich noch nicht verraten ...

Ist der „Bergdoktor“ ein Frauenheld?

Nein, das ist er nicht. So viele Frauen hatte er ja gar nicht. Mit Anne war er immerhin fünf Jahre zusammen – mit allen Höhen und Tiefen. Das ist doch die Halbwertzeit einer Beziehung heutzutage. Da liegt er ganz gut im Schnitt.

Also weiterhin keine Hochzeit in Sicht?

Nein, der Martin wird so schnell sicher nicht heiraten. Was wäre dann der nächste Schritt? Ein Baby? Dann steht der Maxi-Cosi in der Ecke, das Kind schreit, alle sind genervt – ich glaube nicht, dass die Zuschauer das sehen wollen.

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