Jubiläum

Zehn Jahre "Grill Royal": Die wildesten Promi-Geschichten

Sechs Prominente erinnern sich zum zehnjährigen Jubiläum an ihre besten Geschichten und wildesten Nächte im „Grill Royal“ in Mitte.

Stephan Landwehr (l.) und Boris Radczun in ihrem „Wohnzimmer“, das „Grill Royal“ an der Friedrichstraße.

Stephan Landwehr (l.) und Boris Radczun in ihrem „Wohnzimmer“, das „Grill Royal“ an der Friedrichstraße.

Foto: imago stock / imago/tagesspiegel

Mitte. Vor zehn Jahren eröffneten Boris Radczun und Stephan Landwehr das „Grill Royal“ an der Friedrichstraße. Kanye West war seitdem schon da, George Clooney und Leonardo DiCaprio auch. Genau so wie jeder, der in der Berliner Society etwas auf sich hält. Trotzdem kokettieren die Gründer standhaft mit der Behauptung, beim „Grill“ handle es sich mitnichten um ein Promi-Lokal.

Zum Jubiläum ist nun ein imposantes Coffee Table Book erschienen (Distanz Verlag, 68 Euro). Radczun und Landwehr tauchen darin nur ganz am Anfang mit einer kurzen Widmung auf. Stattdessen lassen sie Bilder von ausschweifenden Partys und der legendären Einrichtung sowie bekannte Autoren für sich sprechen. „Wer ein Herz für die Verführungen des großstädtischen Lebens hat, dem beschleunigt dieser Anblick den Puls“, schreibt Schriftsteller Adriano Sack über sein Lieblingsrestaurant.

„Wer ein paar mal hier war und die Herzlichkeit, Ruppigkeit und Energie dieses Ladens schätzt, der fühlt das Beste, was ein Restaurant wie dieses bieten kann: Heimatgefühle.“ Eine Aussage, die viele prominente Gäste unterschreiben können. In der Berliner Morgenpost erzählen einige von ihnen, über ihr spezielles „Grill“-Gefühl.

Clemens Schick, Schauspieler:

„Der ‚Grill‘ ist durch Stephan, Boris und alle, die dort arbeiten, seit zehn Jahren eine Art Zuhause. Jedes wichtige Ereignis wird dort zelebriert. Als es vor einem Jahr meiner Mutter so schlecht ging, dass wir dachten, sie wird sterben, habe ich selbst den zukünftigen Bestatter meiner Mutter, Eric Wrede, das erste mal dort getroffen. Erst dachte ich, das sei pietätlos, am Ende gibt es aber keinen besseren Ort dafür. Wo, wenn nicht im ‚Grill‘, kann man auf das Leben und den Tod trinken?“

Michael Michalsky, Designer:

„Im Sommer 2007 veranstaltete ich meine zweite Michalsky-Fashionshow in Berlin. Und für die Aftershowparty sollte es eine ganz besondere Location sein. Also habe ich das komplette ‚Grill Royal‘ gemietet. Da wusste ich noch nicht, welch legendäre Nacht das wird. Die Kellner waren als Matrosen verkleidet und DJ Hell hat aufgelegt.

Der Champagner floss in Strömen. So sehr, dass einige Gäste ein kühles Bad in der Spree brauchten und von den Matrosen gerettet werden mussten. Irgendwann war der Schampus alle, aber die Party noch nicht zu Ende. Deshalb sind die Leute vom ‚Grill‘ mitten in der Nacht mit Taxen zu anderen Restaurants gefahren und haben Nachschub besorgt. Das war sensationell. Die Party taucht bis heute hin und wieder in Gesprächen auf, und das ‚Grill‘ ist immer noch einer meiner Lieblingsplätze in Berlin.“

Jonathan Meese, Künstler:

„‚Grill Royal‘ ist Chef!

‚Grill Royal‘ ist happa-happa machen!

‚Grill Royal‘ ist Liebe!

‚Grill Royal‘ ist gluck, gluck!

‚Grill Royal‘ ist Evolution!

‚Grill Royal‘ ist Moneten Moneten Moneten!

‚Grill Royal‘ ist Gold!

‚Grill Royal‘ ist Bombe Surprise, eure Brust oder Keule!

Aino Laberenz, Kostümbildnerin:

„Ich habe mein erstes Silvester ohne Christoph (Schlingensief, d. Red.) im ‚Grill‘ mit Inga Busch gefeiert, und den Tanz mit Kirsten Landwehr werde ich nie vergessen. Ich war zu der Zeit komplett verloren, und an diesem Abend bin ich aufgefangen worden. Nach der Auktion 3000 für den Anfang des Operndorfes haben Stephan und Boris einen Abend im ‚Grill‘ organisiert. Sie haben mir immer eine Form von Unterstützung gegeben. Und mir schießen schnell noch viele weitere Momente in den Kopf mit Menschen, die mir wichtig sind. Der ‚Grill‘ ist schon dadurch für mich mehr als nur ein Restaurant.“

Carl Jakob Haupt, Gründer des Blogs „Dandy Diary“:

„Wenn Boris Radczun besonders gut drauf ist und vom Gastronom zu DJ Boogie Boris wird und die ein, zwei richtigen Gäste da sind, wird der ‚Grill‘ schlicht zur besten Disco der Stadt. Weit nach null Uhr peitscht dann der Funk durch den Raucherraum mit den großen Fotos nackter Mädchen an der Wand, und mit ihm peitschen die Gäste barfuß über den Dancefloor und die Sitzbänke. Die schönsten, weil ausschweifendsten Nächte der letzten Jahre hatte ich dort. Nirgendwo klingt Totos ‚Africa‘ besser. Nirgendwo liegt man sich besser in den Armen.“

Christian Boros, Kunstsammler:

„Der ‚Grill‘ liegt in unmittelbarer Nachbarschaft meines Bunkers in Mitte. Es halten sich seit zehn Jahren Gerüchte, dass es eine unterirdische Verbindung zwischen beiden Gebäuden gibt. Das wäre nicht schlecht. Dann könnte ich in Pantoffeln in mein Lieblingsrestaurant spazieren. Lieblingsrestaurants sind Restaurants, bei denen man nicht auf die Karte gucken braucht. So bestelle ich immer das Entrecôte mit Sauce Béarnaise und erfreue mich lieber bei gleichbleibendem Gericht am abwechslungsreichen Publikum.“

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