Late Night Berlin

Klaas Heufer-Umlauf kann sich im Witze-Paradies austoben

Für Klaas Heufer-Umlauf wird mit der Solo-Show „Late Night Berlin“ ein Kindertraum wahr. Am Montagabend ist Premiere.

Klaas Heufer-Umlauf moderiert künftig seine eigene Berlin-Show – allerdings von Brandenburg aus

Klaas Heufer-Umlauf moderiert künftig seine eigene Berlin-Show – allerdings von Brandenburg aus

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Endlich ist er da, wo er immer hinwollte. Schon als Kind träumte er davon, mal eine eigene Late-Night-Show zu moderieren. Wie ernst es ihm damit ist, zeigt Klaas Heufer-Umlauf im Studio Five in Potsdam-Babelsberg. Im dunklen Anzug, mit Krawatte und zurückgegelten Haaren begrüßt er die Gäste zur Studiobesichtigung. Schon im Trailer zur Sendung sieht man ihn mal galant in James-Bond-Manier dahinschreiten, mal tanzend à la Michael Jackson.

„Late Night Berlin“ heißt die erste Solo-Show des 34-Jährigen. „Zur Not kann das dann auch noch jemand anders machen. Oliver Pocher zum Beispiel“, kommentiert Heufer-Umlauf den Namen und grinst. Außerdem sei er überzeugt davon, dass Titel egal sind – gab es doch vorher bereits hämische Meldungen, dass die Sendung, die Berlin im Namen trägt, aus Brandenburg kommt. „,The Voice‘ hat einfach ganz Adlershof gemietet“, sagt Heufer-Umlauf und macht kein Hehl daraus, dass er lieber ein Studio in der Hauptstadt gehabt hätte. Doch da war schlichtweg kein Platz mehr.

„Aber eins muss ich ja mal sagen“, sagt der gebürtige Niedersachse, „das ist das erste Studio, das nicht nur geil aussieht, sondern auch gut riecht.“ Denn das ganze Studio ist in Holzoptik gehalten, vom Moderationstisch mit zwei integrierten Bildschirmen (zum Publikum gewandt und auf der Tischfläche) über die 200 stufenförmigen Zuschauerplätze bis zum Decken-Bumerang, auf dem das Riesen-Logo „LNB“ prangt.

Mit wochenaktuellem Stand-up, Gesprächsgästen, Studioband und Auftritten von Gast-Musikern ist die Late-Night-Sendung inhaltlich klassisch aufgebaut. Eine Besonderheit wird die feste Rubrik „Gag-Vorschau“ sein, in der anlassbezogene Witze zum Geschehen der kommenden Woche zur freien Social-Media-Verwendung geliefert werden. Geprobt wurde dafür erst ab Freitag. „Na, Stand-up kann ich ja schlecht vorher üben, oder?“, meint Heufer-Umlauf und betont noch einmal, wie wichtig es ihm ist, möglichst aktuell zu sein. So routiniert und gelassen der Wahl-Berliner auch wirkt, gibt er zu, aufgeregt zu sein. „Unmittelbar vor der Sendung äußert sich das mit Hüstel-Attacken, die mit Beginn der Sendung aber zum Glück weg sind.“

Anne Will und Casper sind die ersten Gäste

In der ersten Ausgabe seiner Sendung, Montagabend um 23 Uhr, erwartet Heufer-Umlauf Anne Will und Casper als Gäste. Gedreht wird schon um 16 Uhr. „Um 23 Uhr bin ich einfach zu müde“, meint er. Anne Will werde singen und Casper mit ihm talken, witzelt er. Bei der Sendung sei es ihm wichtig, Haltung zu zeigen und ein politisches Bewusstsein zu schaffen.

Dabei sei „Late Night Berlin“ schon eine besondere Herausforderung. Vorher habe er Sendungen gemacht und danach versucht, sie einem Genre zuzuordnen. Diesmal ist es umgekehrt. Die Erwartungen an eine Late-Night-Show sind klar, die Frage ist, ob Heufer-Umlauf sie erfüllen kann. ProSieben-Chef Daniel Rosemann ist sich dessen zumindest sicher. „Mit Klaas haben wir den perfekten Mann dafür“, meint er.

„Man erinnert sich an Harald Schmidt, Jan Böhmermann oder Stefan Raab – das sind im Prinzip die Einzigen, die Late Night über längere Zeit gemacht haben“, sagt Heufer-Umlauf. Sein Format werde sich stark um seine Persönlichkeit aufbauen. „Deswegen habe ich gar nicht so viele andere Late-Night-Shows gesehen, um mich nicht an Elementen zu orientieren, die nicht meine eigenen sind.“ Ob er sich in Konkurrenz zu Böhmermann fühle? „Nein, wir sind ja auch befreundet. Ich kann mir nur vorstellen, dass es eine kleine Gag-Jagd geben wird, die aber ja gut ist und anspornend wirkt.“

Ab diesem Montagabend ist die Show wöchentlich geplant. Einen werktäglichen Rhythmus – wie einst Stefan Raab – kann er sich momentan noch nicht vorstellen. „Late Night ist ein zartes Pflänzchen in Deutschland. Wir wollen’s nicht direkt zertreten“, sagt der Moderator. Auf die Frage, welche Quote für ihn ein Erfolg wäre, meint Heufer-Umlauf, dass es vor allen Dingen um das Gefühl danach gehe und – zumindest zu Beginn – nicht um die Einschaltquoten.

Und wer sich Sorgen macht, dass Joko (Joachim) Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nicht mehr gemeinsam im Fernsehen zu sehen sind, dem versichert Heufer-Umlauf: „Ich will mit Joko noch eine Menge zusammen machen. Deswegen haben wir die Dosierung etwas runtergefahren, damit es länger haltbar ist und wir uns nicht so schnell einander abarbeiten.“

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Montag, ProSieben, 23 Uhr

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