IHK und HWK

Neujahrsempfang in den eigenen vier Wänden

Rund 2000 Gäste kamen am Freitagabend zum Traditionsfest der Berliner Wirtschaftsverbände.

Beatrice Kramm, IHK-Präsidentin, mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, HWK-Chef Stephan Schwarz und IHK-Geschäftsführer Jan Eder

Beatrice Kramm, IHK-Präsidentin, mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, HWK-Chef Stephan Schwarz und IHK-Geschäftsführer Jan Eder

Foto: jörg Krauthöfer

Der gemeinsame Neujahrsempfang der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) gehört zu den großen gesellschaftlichen Ereignissen der Stadt. Das gilt auch im wörtlichen Sinn: Mit knapp 2000 Gästen wurde am Freitagabend im Ludwig-Erhard-Haus an der Charlottenburger Fasanenstraße eine neue Rekordmarke erzielt.

IHK-Präsidentin Beatrice Kramm war als Hausherrin ganz besonders guter Stimmung, denn sie konnte die Gäste „in unserem Ludwig-Erhard-Haus“ begrüßen. Die Kammer hat das Gebäude nämlich gekauft – und kann nun die Beitragssätze ihrer Mitglieder um 20 Prozent senken. Das freute natürlich auch die Wirtschaftsvertreter.

„Wir haben viel Grund, optimistisch in dieses neue Jahr zu gehen: Die Wirtschaft läuft rund, die Zahl der Arbeitsplätze steigt“, führte Kramm weiter aus. Das sei vor allem das Verdienst der Berliner Unternehmen. Auch HWK-Präsident Stephan Schwarz konnte Gutes vermelden. „Das Jahr 2017 war für das Handwerk ein großartiges Jahr. 94 Prozent der Betriebe beschrieben ihre Geschäfte als zufriedenstellend oder besser.“ Schwarz wagte eine Prognose: „Vielleicht heißt es irgendwann nicht mehr ‘arm, aber sexy’, sondern ‘erfolgreich und sexy – das ist Berlin’“.

„Wir kommen gern hierher“, bekannte der Ehrengast des Abends, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Der Neujahrsempfang der beiden Wirtschaftsverbände sei der Treffpunkt schlechthin zu Beginn des Jahres und eine gute Gelegenheit, der Wirtschaft für ihr Engagement zu danken. Er habe sich besonders auf den Abend gefreut – nach vielen Stunden im Willy-Brandt-Haus.

Damit sprach Müller das zentrale Thema des Abends an, das Ende der Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD. Dieses wichtige Etappenziel auf dem Weg zu einer möglichen neuen Bundesregierung sagte offensichtlich auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zu, die gelöst und entspannt wirkte.

Die Frage, ob sich bei den Sondierungsverhandlungen eher die Union oder eher die SPD durchgesetzt hat, verdrängte in den Gesprächsrunden die üblichen Berliner Themen wie den immer teurer werdenden Flughafen BER und Verzögerungen beim Wohnungsbau auf die Plätze.

Zum traditionell am zweiten Freitag im Januar stattfindenden Neujahrsempfang kamen neben Michael Müller und seinem Amtsvorgänger Klaus Wowereit (beide SPD) viele weitere Vertreter der Landesregierung, darunter Innensenator Andreas Geisel (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke), Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) sowie der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD).

Angeregte Gespräche bei Currywurst, Pasta und Zanderhäppchen mit Schmorgurken führten auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, der Charité-Vorstandsvorsitzende Karl Max Einhäupl und BVG-Chefin Sigrid Nikutta, die von ihrem Ehemann Christoph Mönnikes begleitet wurde.

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