Filmpremiere

"Jugend ohne Gott": Eine düstere Zukunftsvision

Mit seinem neuen Film bringt Alain Gsponer jetzt eine düstere Zukunftsvision in die Kinos, die vom gleichnamigen Roman inspiriert ist.

Jannis Niewöhner (l-r), Emilia Schüle, Anna Maria Mühe, Alicia von Rittberg, Jannik Schümann und Fahri Yardim

Jannis Niewöhner (l-r), Emilia Schüle, Anna Maria Mühe, Alicia von Rittberg, Jannik Schümann und Fahri Yardim

Dystopien haben im Kino seit „Die Tribute von Panem“ Konjunktur. Mit „Jugend ohne Gott“ bringt Alain Gsponer jetzt eine düstere Zukunftsvision in die Kinos, die von Ödön von Horvaths gleichnamigem Roman inspiriert ist: In der digitalisierten Gesellschaft spielen Liebe, Moral und Menschlichkeit nur noch untergeordnete Rollen.

Alles ist auf Leistung, Anpassung und Effizienz ausgerichtet. Nach der Weltpremiere am Montag in München stellten der Regisseur und seine Hauptdarsteller Jannis Niewöhner, Emilia Schüle, Fahri Yardim, Anna Maria Mühe, Alicia von Rittberg und Jannik Schümann den Film am Dienstagabend im Zoo Palast vor. Gekommen waren zahlreiche Freunde und Kollegen wie Sabin Tambrea, Alice Dwyer, Vinzenz Kiefer und Jasmin Gerat.

„Jugend ohne Gott“ begründete 1937 Ödön von Horváths internationalen Ruf als Autor und wurde nur ein Jahr später von den Nationalsozialisten auf die Liste des sogenannten „schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ gesetzt. Das Buch über einen Lehrer, der mit der zunehmend nationalsozialistischen Attitüde seiner Schüler konfrontiert wird, zählt heute zu einem der wichtigsten Werke im Kanon der Antikriegsromane.

Für ihr erstes Referat bekam Anna Maria Mühe das Buch zu Schulzeiten von ihrem Vater Ulrich Mühe ans Herz gelegt. "Papa hat gesagt: Das ist Literatur. Und er hatte Recht." Der Film zeige die Zukunft eigentlich nicht schlimmer als sie schon ist, so die Schauspielerin. "Wir müssen uns immer wieder gegenseitig wachrütteln."

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