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Merkel und die Meistersinger

Angela Merkel und das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia sind beim Auftakt der Bayreuther Festspiele als Premierengäste dabei.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem roten Teppich bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Dienstagnachmittag

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem roten Teppich bei der Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Dienstagnachmittag

Foto: REUTERS/ Michaela Rehle

Wagnerianer, Prominente und Schaulustige pilgern wieder auf den Grünen Hügel: Als am Dienstagnachmittag die 106. Bayreuther Festspiele eröffnet wurden, herrschte Ausnahmezustand in der oberfränkischen Stadt. Als Premierengäste waren unter anderen das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia, Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer und die Schauspieler Michaela May, Udo Wachtveitl, Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer gekommen. Wichtigstes Accessoire auf dem nicht überdachten roten Teppich: der Regenschirm. Bei 14 Grad und Dauerregen bemühten sich viele Gäste um zügiges Erreichen ihres Sitzplatzes im Festspielhaus. Ausharren müssen die Gäste dort bis 22.30 Uhr. Aufgeführt wird Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ in einer Neuinszenierung unter der Regie des australischen Wahlberliners Barrie Kosky.

Im Unterschied zu früheren Jahren erscheint der Grüne Hügel in diesem Jahr als skandalfreie Zone. Geht es nach Festspielleiterin Katharina Wagner und Premierendirigent Philippe Jordan, steht der Spaß im Vordergrund. „Wir hatten eine super Probenzeit“, sagt Wagner. „Wir haben wahnsinnig viel Spaß – mit einer tollen Besetzung, einem tollen Regisseur, vom Orchester brauche ich gar nicht zu reden, die Musiker kennen und lieben diese Musik“, so Jordan.

Mit den „Meistersingern“ kommt zum Auftakt 2017 Richard Wagners einzige heitere Oper auf die Bühne. Das Stück feierte 1868 in München Premiere. Anders als die späten Wagner-Opern haben die „Meistersinger“ keinen mythologischen Hintergrund. Die Oper wurde bereits im 19. Jahrhundert politisch von den Deutschnationalen vereinnahmt. Die Nationalsozialisten deuteten das Werk in ihrem Sinn, es wurde bei Reichsparteitagen in Nürnberg aufgeführt.

Neben den „Meistersingern“ stehen in dieser Saison „Tristan und Isolde“, „Parsifal“ und der vierteilige „Ring des Nibelungen“ auf dem Spielplan. Das Großereignis, das auch dieses Jahr von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet wird, endet am 28. August.

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