Leute in Berlin

Designerin Marina Hoermanseder bittet zu Tisch

| Lesedauer: 4 Minuten
Niklas Cordes
Marina Hoermanseder Rauch

Marina Hoermanseder Rauch

Foto: ©Rauch / BM

Die Österreicherin Marina Hoermanseder verrät, wie gemeinsames Speisen zum Event wird.

Marina Hoermanseder ist von der Berliner Fashion Week nicht mehr wegzudenken. Ihre extravaganten Leder-Designs sind nicht nur bei den deutschen Prominenten beliebt, auch die US-Stars Lady Gaga und Rihanna sind Fans. In Zusammenarbeit mit der Fruchtsaftfirma Rauch hat die 31-Jährige jetzt in Rosé gehaltene Tischwäsche entworfen.

Sie brunchen gerne ausgiebig und gehen öfter ins Café Grosz. Wo essen Sie sonst noch in der Hauptstadt?

Marina Hoermanseder: Ich bin ein Dudu-Geher, ich liebe es. Neulich habe ich das Mrs Robinson’s entdeckt, großartige Fusionküche. Urgut! Außerdem esse ich gerne Eis von Hokey Pokey.

Superfoods sind derzeit in aller Munde. Welchen Food Trend verstehen Sie nicht?

Grundsätzlich soll jeder das essen, was ihm schmeckt. Ich selber probiere immer alles aus. Ich denke aber, man sollte den Superfoods nicht zu viel Bedeutung beimessen. Was mich ein bisschen nervt ist, dass oft vergessen wird, dass genau diese Lebensmittel vom anderen Ende der Welt kommen und eine Umweltbelastung darstellen können. Für mich ist der Apfel aus dem Garten immer noch das bessere Superfood.

Zu welchen Gelegenheiten servieren Sie denn heimische Produkte bei sich zu Hause?

Sehr oft. Ich habe eine französische Mutter, sie hat mir das Gastgeben in die Wiege gelegt. Gäste zu empfangen ist etwas sehr Wichtiges für mich. Ich gebe mir auch immer viel Mühe, was ich alles an Tischdekoration besitze, ist schon verrückt. Ich stehe auch schon ab 14 Uhr in der Küche, wenn abends Gäste kommen und bereite am Vorabend viel vor. Kochen entspannt mich. Bei mir gibt es auch immer mindestens drei Gänge mit Käsegang zwischendurch.

Welches Gericht gelingt Ihnen immer?

Vitello tonnato. Das schindet Eindruck, ist aber sehr einfach in der Zubereitung.

Und woran sind Sie schon gnadenlos gescheitert?

Ich habe zu Silvester mit meinem guten Freund Dawid Tomaszewski versucht, Pavlova zu machen. Aus fünf Versuchen war leider nur ein brauchbarer dabei, eine der Baisertorten hat sogar Feuer gefangen (lacht). Aber jetzt weiß ich, wie es geht.

Besitzen Sie ein komplettes Service?

Ja, ein ganz schlichtes klassisches. Aber dafür ist alles dabei, vom Suppenteller bis zum Dessertschälchen. Anrichten und Garnieren machen mir viel Spaß.

Wie sieht denn ein perfekt gedeckter Tisch im Hause Hoermanseder aus?

Kerzen in unterschiedlichen Höhen sind darauf zu finden, genau wie Platzteller und natürlich schöne Servietten. Die müssen immer rechts vom Teller liegen, da bin ich sehr konservativ, in Gläsern oder so etwas haben die nichts zu suchen (lacht). Die Blumendekoration sollte nicht zu hoch sein, eleganter sind flache Vasen, in denen die Blumen schwimmen.

Und die Sitzordnung?

Der Gastgeber sollte in der Nähe der Küche sitzen. Ich setze ungern Paare nebeneinander, die sehen sich ja sowieso schon die ganze Zeit. Spannender ist es, wenn man unbekannte Personen nebeneinander platziert. Und immer Mann und Frau im Wechsel. Die schönsten Dinnerpartys enden aber eh immer mit allen in der Küche, da ist die Sitzordnung dann völlig egal.

Was kommt bei Ihnen denn niemals auf den Tisch?

Plastikverpackungen auf dem Tisch gehen gar nicht. Das hat mir schon meine Mutter beigebracht.

Weitere No-Gos?

Ich mag es nicht, wenn man als Gast die Schuhe ausziehen muss. Wenn man Leute einlädt, sollte man da kulant sein – oder man schreibt es vorher in die Einladung.

Was bringen Sie als Gastgeschenk mit, wenn Sie selbst eingeladen werden?

Ich schenke gerne Blumen – und gleich die passende Vase dazu. Das ist sehr praktisch, da nicht jeder 15 Vasen zu Hause stehen hat. Herren überreiche ich gerne eine gute Flasche Wein. Ich verschenke aber auch gerne Dinge, die ich designt habe.

Und wenn am Ende kein Gericht gelingen will, die Gäste aber schon hungrig am Tisch sitzen?

Da man ja in der Regel Leute einlädt, die man mag, ist es auch keine Schande, wenn man in einer solchen Situation eine Pizza bestellt. Gerne mit Schinken und Champignons!

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