Bonnie Tyler in Berlin

Warum Bonnie Tyler Botox und Rotwein liebt

Mit 65 Jahren geht Bonnie Tyler auf Tournee. Am 31. Oktober tritt sie im Tempodrom auf. Ein Gespräch über Diäten, Botox und Stimmübungen.

FILE - Singer Bonnie Tyler representing the United Kingdom performing during the Grand Final of the Eurovision Song Contest 2013 in Malmo, Sweden, 18 May 2013. Photo: Joerg Carstensen/dpa (zu dpa "Rock- und Pop-Konzerte im Oktober" am 27.09.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

FILE - Singer Bonnie Tyler representing the United Kingdom performing during the Grand Final of the Eurovision Song Contest 2013 in Malmo, Sweden, 18 May 2013. Photo: Joerg Carstensen/dpa (zu dpa "Rock- und Pop-Konzerte im Oktober" am 27.09.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Bonnie Tyler steht auch mit 65 Jahren noch auf der Bühne. Am 31. Oktober wird sie im Tempodrom auch ihre Welthits „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ singen. Doch noch befindet sich die britische Sängerin in ihrem Haus in Portugal. Ein Telefonat über Botox, ihre Fehlgeburt und ihr neues Country-Album mit Johnny Cashs Sohn.

Sie sind gerade an der Algarve?

Bonnie Tyler: Ja, es ist wundervoll, seit April hat es quasi nicht geregnet. Und auch im Oktober haben wir jetzt noch Sommer und keine Wolke am Himmel.

Sie sind 65 Jahre und haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Sie Botox verwenden. Ist das immer noch so?

Ich verwende Botox zwei Mal im Jahr – an der Stirn und bei den Krähenfüßen. Manche verwenden es rund um den Mund, das verstehe ich überhaupt nicht, man braucht doch eine Mimik, um sich ausdrücken zu können.

Wie lange lassen Sie sich Botox jetzt schon spritzen?

Mindestens seit 15 Jahren. Das letzte Mal erst im Juli. Ich hatte auch ein bisschen Filler bei den Wangenknochen, aber nur sehr wenig. Man nimmt es kaum zur Kenntnis, aber es konturiert doch ein wenig mehr. Viele verwenden ganz viel davon, die sehen dann aus wie Hamster.

Wir bereiten Sie sich für die Tour vor. Workout? Diäten?

Da bin ich ein hoffnungsloser Fall. Aber ich bin sehr aktiv. Gestern habe ich meine Resultate vom jährlichen medizinischen Check-up bekommen. Die sind fantastisch. Meine Knochen, Blut, Zuckerspiegel, Leber, Niere, alles in Topform. Ich fühle mich pudelwohl.

Diäten sind auch nicht Ihre Sache?

Ich liebe es zu essen. Ich bin nicht verrückt und esse Tonnen von Chips. Aber ich liebe Rotwein – vielleicht habe ich deshalb einen so guten Cholesterinspiegel (lacht). Aber ich bereite mich durchaus auf die Tournee vor. Ich habe einen Stimmtrainer.

Der mit Ihnen reist?

Nein, ich rufe ihn jeden Tag vor der Show für 20 Minuten an. Dann machen wir Stimmübungen. Manchmal kann das etwas peinlich sein. Wenn ich in einem Hotel bin, müssen meine Zimmernachbarn denken, dass ich verrückt bin bei all den Geräuschen, die ich mache, um die Stimmbänder zu öffnen.

Erkennt man Ihre Stimme eigentlich am Telefon?

Ja, vor allem in Portugal. Wenn ich in einem Restaurant anrufe und sage: „Einen Tisch bitte für acht Leute um 20.30 Uhr“, dann fragen die: „Ist das Bonnie?“

Wenn Sie nicht arbeiten, was machen Sie in Ihrer Freizeit? Kochen? Gärtnern?

Ich habe wunderschöne Gärten, Dank unserer Gärtner. Ich schaue mir die Büsche, Blumen und Bäume gerne an, lasse aber die Finger davon. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Übrigens auch als Köchin. Ich habe gerade die neue „Bimby“-Küchenmaschine gekauft, das ist toll, damit experimentiere ich gerade herum.

Was machen Sie denn nun in Ihrer Freizeit?

Mein Mann und ich spielen sehr viel Karten. Und wenn wir in Portugal sind, bekommen wir stets Besuch von der Familie und Freunden.

Sie haben aber keine eigenen Kinder?

Wir hatten eine Fehlgeburt 1990. Das war traurig, aber es war einfach nicht für mich gedacht. Wir sind glücklich, haben viele Freunde.

Was ist der größte Erfolg?

Es war eine unglaubliche Karriere, ich hätte nie gedacht, dass sie so lange andauern würde. Ich habe mit 17 Jahren angefangen und mache es immer noch. Im Dezember fliege ich nach Nashville und nehme das neue Album auf. Ein Country-Rock-Album, das ich mit John Carter Cash, Johnny Cashs Sohn, mache. Ich habe ein paar fantastische neue Songs und freue mich total darauf. Und danach gehe ich auf Tournee nach Neuseeland.

Sie besitzen viele Immobilien. Ist Ihr Mann, der Millionär Robert Sullivan, der Spezialist oder Sie?

Robert ist wunderbar mit Immobilien. Er investiert sehr gut.

Wollen Sie auch in Berlin investieren?

Wir wollten in Deutschland in Windräder investieren, aber wir haben es letztlich nicht getan. An eine Wohnung in Berlin haben wir nicht gedacht. Wir haben ein tolles Haus in Portugal und eines bei London. Berlin wäre ein tolles Investment gewesen, aber man kann nicht alles machen.

Wie fühlt es sich an, immer noch auf der Bühne zu stehen?

Wundervoll, es fühlt sich immer noch wie beim ersten Mal an. Ich liebe, was ich tue, vor allem wenn ich live auftrete. Das ist aufregend, wenn das Publikum mitgeht.

Fühlen Sie sich dann am lebendigsten?

Ich bin eine andere Person, wenn ich auf der Bühne stehe. Dann übernimmt das Adrenalin, das Publikum und die Musik berauschen mich. Es ist wundervoll, wenn man Musik teilen kann. Auf der anderen Seite gibt es den ruhigen Müßiggang mit meiner Familie. Ich lebe das Beste aus beiden Welten.