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Samantha Power erhält in Wannsee den Kissinger-Preis

Henry Kissinger ließ es sich nicht nehmen, vorab einige Worte auf Deutsch zu sagen, als er am Mittwochabend in Wannsee bei der Verleihung des nach ihm benannten Preises die Begrüßungsrede begann. „Um meine Verbindung zu dem Land zu zeigen, aus dem ich stamme“, erklärte der 93-jährige ehemalige US-Außenminister dann aber auf Englisch. „Und um den Kontrast vorzuführen, der meine Fürther Aussprache von der norddeutschen unterscheidet.“ Die Preisträgerin des Abends, die 45-jährige Journalistin und Autorin Samantha Power, seit 2013 US-amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, hörte ihm aufmerksam zu. „Samantha, für die Berliner klingt mein Akzent wie der aus Mississippi sich für dich anhört“, sagte Kissinger und erntete damit Lacher im Publikum. Auch die Bundesminister Thomas de Maizière und Christian Schmidt waren zur Verleihung gekommen. Seit 2007 wird der Preis jährlich im Hans Arnhold Center durch die American Academy vergeben, die in der Villa am Wasser, einst Wohnhaus des Bankiers Hans Arnhold, ihren Sitz hat. Sie zeichnet damit europäische oder US-amerikanische Persönlichkeiten aus, die sich für die transatlantischen Beziehungen einsetzen. Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher wurden schon ausgezeichnet.

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