Leute

Morgenpost-Menü im August mit Wagyu mit Zacherl und Ko

Aus dem „Schmidt Z&KO“, der „vinophilen Genusswerkstatt“ an der Rheinstraße in Friedenau, wird für einen Monat ein Pop-up-Restaurant.

Das Team des Pop-Up-Restaurants für einen Monat: Ralf Zacherl, Leroy Przibilla, Marcel Woest und Mario Kotaska (v.l.)

Das Team des Pop-Up-Restaurants für einen Monat: Ralf Zacherl, Leroy Przibilla, Marcel Woest und Mario Kotaska (v.l.)

Foto: Amin Akhtar

Weiß und gold strahlt es links und rechts aus hell-hölzernen Fächern hervor, das Licht der Regale lässt die Etiketten der Flaschen leuchten. Geradeaus ruht mittig im Raum die Bar, Hocker im Champagnerkorken-Design säumen die Fensterfront zur Straße davor. Nur kurz wirkt der Moment – da kommt Ralf Zacherl von vorn. „Es geht gleich wieder nach draußen“, sagt er, grinst und deutet Richtung Hinterhof. „Bei uns wird sich bewegt.“

Von links steuern Mario Kotaska und Marcel Woest aus der Küche dazu, aus dem Barbereich rechts Anja und Carsten Schmidt sowie Leroy Przibilla. „Jetzt gibt’s erst mal unseren Aperitif“, sagt Kotaska und grinst ebenfalls, „den Friedenauer Sexbalken.“ Sexbalken? „Ja, aber mit einer ,6‘ geschrieben“, freut sich Kotaska, „ist schon patentiert.“ Zwischen Smoker und Philippe-Starck-Gestühl reicht er zum Port Tonic von Przibilla ein längliches Holzbrett mit sechs Mal Salat von Melone, Minze und Parmesan sowie sechs Mal mariniertem Oktopus am Spieß. „Oben schlecken, unten pieksen“, feixt Zacherl. „Ralf!“, sagt Anja Schmidt, lacht und schüttelt den Kopf. „Die beiden ..."

Die beiden, Zacherl und Kotaska, sowie Küchenchef Marcel Woest und Sommelier Leroy Przibilla, haben sich mit Schmidts etwas Besonderes für das Morgenpost-Menü im August überlegt. Aus dem „Schmidt Z&KO“, der „vinophilen Genusswerkstatt“ an der Rheinstraße in Friedenau, wird für einen Monat aus Weinbar, Handel und Kochschule ein Pop-up-Restaurant. Mit Zacherl und Kotaska, bekannt aus „Die Küchenprofis“, „Kerner“ – später „Lanz kocht“, „Küchenschlacht“ und „Kochduell“, als Gastgeber.

„Die Teller sind echt extrem grandios“

Von der Terrasse in den Goerz-Höfen geht es zurück ins Gebäude. Kotaska drapiert in der Küche Brandenburger Würzgurken auf Teller, Woest gezupften Lachs darauf. „Ralf, wo ist denn der Koriander?“, ruft Kotaska in Richtung Zacherl, der an den Wildkräutern wirkt. „Da, wo er immer ist“, flötet Zacherl, greift zum Grün und läuft zu den Kollegen nach vorn. „Die Teller sind echt extrem grandios“, sagt Zacherl. „Die hat der Mario extra neu besorgt.“

Am Tisch schenkt Leroy Przibilla bereits einen 2014er „Gemischter Satz“ von Groiss aus Österreich ein. „Vielfältigste Aromen, grüne Paprikatöne zum Salat, Quitte zum Lachs“, beschreibt er den Wein aus 18 verschiedenen Rebsorten. Fruchtig frisch und leicht harmoniert er zum ersten Gang. Senfsud dazu richten die drei Köche direkt am Gast an, heiß umströmt er kalten Salat und Fisch auf Glas.

Heiß und kalt lautet das Motto des Menüs. Zum 2014er Riesling „vom Schiefer“ von Ansgar Clüsserath von der Mosel, mit leichter Restsüße, gibt es eine geeiste Blumenkohlsuppe, mit roh mariniertem sowie in Nussbutter gebratenem Brokkoli und Butterbröseln im zweiten Gang. Es kracht und schnurpst, kräftig schmeckt das Curry, filigran die Röschen des Brokkoli dazu. „Ein sexy Gemüse“, wie Zacherl es nennt. Im dritten Gang folgt mit Liebstöckel gratinierter Kabeljau, Gartenkresse und Kohlrabi. Dazu gibt es einen 2014er Grauburgunder von Holger Koch aus Baden, „Zacherl“ genannt. „Und exklusiv für uns hergestellt“, sagt Carsten Schmidt. Zum vierten Gang, Chuck Flap, Wagyu-Rindernacken von der Morgan Ranch aus Nebraska von Otto Gourmet, haben Schmidt und Przibilla den „Unlitro“ 2013 vom Gut Ampeleia aus der Toskana ausgesucht. „Toskana par excellence“, nennen ihn Schmidts. „Sensationell“ ihn Zacherl.

Mit Gasbrenner und Eiskübel

Da kommt er wieder, von vorn – und fordert zum Mitkommen auf. „Ins dritte Spielzimmer“, wie er sagt. In der Kochschule im hinteren Teil warten Kotaska und Woest. Mit Gasbrenner, Eiskübel und Ron Zapaca bewaffnet. „Jetzt kann mitgemacht werden“, ruft Zacherl und bietet den Löffel zum Formen von Eisnocken an. „Guck mal, Ralf“, ruft Kotaska. Er steht an der Anrichte und hält den Gasbrenner auf Tassen voll Tonkabohnen-Crème-Brûlée. Die Schicht aus Zucker verfärbt sich – sowie die Tasse selbst sich auch, von Braun zu Gold. „Es funktioniert!“, ruft Kotaska. „Nichts für Gold-Braun-Blinde“, scherzt Zacherl.

Freunde seien sie, wirklich gute, wie Zacherl und Kotaska sagen. Kennengelernt in Berlin 2001, als Zacherl noch als Vorgänger Marco Müllers in Schmidts „Rutz“ wirkte und Kotaska im „Adermann“ an der Oranienburger, haben sie in den vergangenen Jahren vieles gemeinsam verwirklicht. Trotz Trennung zwischen Köln und Berlin. Als Anja und Carsten Schmidt 2013 von der Idee zum „Schmidt Z&KO“ erzählt hätten, seien sie beide sofort dabei gewesen. „Sich mit dem Thema Genuss richtig auseinander zu setzen, sich Zeit dafür zu nehmen, ich fand’s klasse“, sagt Kotaska. „Und wir wollten wieder eine Homebase“, sagt Ralf Zacherl. „Einen eigenen Laden, in dem du das, was du auch selbst in zehn Jahren Fernsehen gelernt hast, endlich zeigen kannst.“

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen