Elektronikmesse

Was Besucher der IFA in Berlin wissen müssen

Auf der Funkausstellung gibt es nicht nur Neues bei Smartphones und Küchenmaschinen. Alle Infos für die Besucher der Elektronikmesse.

Berlin. Wenn in Berlin zukunftweisende Techniktrends auf fortschrittliche Unterhaltungselektronik treffen, ist die IFA in der Stadt. Die Internationale Funkausstellung ist jährlich ein Magnet für Hersteller elektronischer Geräte und deren Kunden. Als eine der ältesten deutschen Industriemessen zieht sie mehr als 1800 Aussteller auf das Berliner Messegelände. Die Tendenz geht hin zu stärkerer Vernetzung, Sprachsteuerung und künstlicher Intelligenz. Erstmals rückt auch das autonome Fahren in den Vordergrund der IFA. Einige Trends:

Wenn das Zuhause mitdenken kann Intelligente Beleuchtungs- und Heizsysteme senken den Energieverbrauch. Kühlschränke kennen ihren Inhalt und schreiben die Einkaufsliste. Spülmaschinen bestellen neue Tabs automatisch. Der smarte Haushalt ist keine Zukunftsmusik, sondern längst Realität. Untereinander sowie mit Smartphones und Computern vernetzt, soll die clevere Elektronik den Alltag im Eigenheim komfortabler gestalten.

Siemens (Halle 1.1) stellt unter anderem seinen neuen iQ500 Waschtrockner vor. Zum ersten Mal soll eine solche Maschine bis zu sechs Kilo Wäsche in einem Zug waschen und anschließend trocknen. Das intelligente Dosiersystem i-DOS gibt das Waschmittel millilitergenau der Waschladung hinzu. Anstatt selbst den Messbecher zu füllen, wird das nun auf Knopfdruck erledigt.

Bewusst kochen voll automatisiert Die neuesten Kochplatten haben keine vier Felder mehr, aus denen man das passende aussuchen muss. Neben Siemens folgt auch Miele (Halle 2.1) dem Küchentrend: An beliebiger Stelle wird nur der zum Kochen benötigte Bereich erhitzt. Durch Mikro-Induktoren erkannt, kann für jeden Topfumriss die Hitze individuell geregelt werden. Bis zu sechs Töpfe und Pfannen kann man auf dem Herdsystem verteilen.

Fitness- und Kalorientracking sind hingegen nichts Neues. Trotzdem will Siemens Fans von kleinen, vernetzten Computern, die am Körper getragen werden, Vorfreude machen. Wie Smartwatches mit Küchengeräten interagieren, können Besucher auf der IFA testen. Hat man in der ersten Tageshälfte mal zu viel geschlemmt, schlägt das Rezepteportal abends ein leichteres Gericht vor. Auch Qualität und Länge des Schlafes werden analysiert. Nach einer schlechten Nacht brüht die Kaffeemaschine dann auf Wunsch einen stärkeren Wachmacher.

TV-Trends: OLED, HDR und 8K
Im Bereich TV steht eine verbesserte Bildschirmauflösung im Fokus. Pana­sonic (Halle 5.2) präsentiert seine neuen OLED-TVs: Organische Leuchtdioden verbessern die Auflösung dank höherer Pixeldichte. Der neue Standard High Dynamic Range (HDR) sorgt zudem für eine dynamischere Bildwiedergabe – die HDR10+-Technologie soll das bestmögliche Fernseherlebnis auf die 4K-Ultra-HD-Bildschirme bringen. Viele Fernseher werden auch mit sprachgesteuerten Lautsprechern aufgerüstet.

Samsung (CityCube) setzt hingegen auf Displays mit der sehr hohen 8K-Bildauflösung. Diese bringt viermal mehr Bildpunkte als das gängige Ultra-HD auf die Bildschirme. Obwohl noch kaum Inhalte in dieser Auflösung existieren, hofft Samsung auf ein schnelles Marktwachstum der 8K-Technologie. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann ein inte­grierter Prozessor zudem schlechte Ausgangssignale der TV-Sender korrigieren.

Minimalistische Technik
Im Bereich Laptops wird hingegen auf einen dezenten Look gesetzt. Durch sehr dünne Rahmen will Asus bei seinen neuen Zenbook-Laptops die Bildfläche bestmöglich ausnutzen. Acer will mit Magnesiumgehäusen das Gewicht der tragbaren PCs reduzieren. Der 15 Zoll Swift 5 ist gerade einmal 990 Gramm leicht.

Viele Menschen möchten im höheren Alter in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Privatsphäre-Einschränkungen durch Kameras in Bad oder Schlafzimmer sind nicht mehr erforderlich, um auch allein sicher zu sein. Die Sensoren von Vayyar Imaging (Halle 26) erkennen Stürze oder ungewöhnliches Verhalten mithilfe schwacher Radarstrahlung. Im Notfall wird der eingestellte Kontakt automatisch angerufen. Auch das Pro­blem zu weit entfernter Notfallschnüre ist damit beseitigt.

Musik nicht nur im Stream
Der IFA-Sommergarten bringt für die Dauer der Elektronikmesse auch Livemusik auf die Bühne. Die „Fritz DeutschPoeten“ feiern am heutigen Sonnabend die deutsche Sprache: Clueso, Joris und SDP sorgen auf der Bühne im Herzen des Messegeländes für Stimmung. Highlight ist das Konzert des Popmusikers James Blunt am Sonntagabend. Der britsche Schmusesänger hat weltweit mehr als 20 Millionen Alben und 12,8 Millionen Singles verkauft. Restkarten sind noch an der Abendkasse am Eingang Ost erhältlich.

Besucherinfos: Reguläre Tickets für die IFA kosten 17,50 Euro, ermäßigt 13 Euro und für Schüler der 1. bis 13. Klasse neun Euro. Ab 14 Uhr sind an den Tageskassen Happy-Hour-Tickets für 13 Euro erhältlich. Für Familien und Gruppen gibt es Sonderkonditionen.

Die Türen der IFA sind noch bis 5. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Das Messegelände liegt am Messedamm 22. Da kaum Parkmöglichkeiten bestehen, ist die IFA besser mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Die direkte Anreise erfolgt mit den Bussen 104, 139, 218, M49, X34 bis Haltestelle Messedamm/ZOB oder 349 bis Haltestelle Messe Süd, den S-Bahnen S41, S42, S46 bis Messe Nord/ICC oder S5 bis Messe Süd sowie im U-Bahnverkehr mit der U2 in Richtung Ruhleben bis zum U-Bahnhof Kaiserdamm.