Messe Berlin

Die Grüne Woche für Landlustige und Genießer

Wie Sie auf der Agrarmesse die Stände finden, die zu Ihnen passen. Acht Tourenvorschläge zur Auswahl

Deutsche Fleckvieh-Kälber stehen  in der Halle "Erlebnis Bauernhof" auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin in einem Gehege

Deutsche Fleckvieh-Kälber stehen in der Halle "Erlebnis Bauernhof" auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin in einem Gehege

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin. Noch mehr Länder, noch mehr Aussteller: Die Agrarmesse „Internationale Grüne Woche“ geht in diesem Jahr in die 83. Runde und bietet den Besuchern auf insgesamt 116.000 Quadratmeter Hallenfläche Einblicke in die Landwirtschaftstechnik, eine vielfältige Tierwelt und kulinarische Spezialitäten aus aller Welt. Ein Angebot, bei dem man leicht den Überblick verlieren kann. Die Berliner Morgenpost hat acht verschiedene Touren zusammengestellt, die die Besucher zu ihren Lieblingsständen bringen.

Für Landlustige

Lust aufs Land möchten die Aussteller in Halle 4.2 machen. Die Besucher erwarten ein Erlebnispfad im naturnahen Biotop mit lebenden Greifvögeln, neue Ideen für lebenswerte Dörfer und eine Sonderschau zum Potenzial von nachwachsenden Rohstoffen in der Industrie. Außerdem lockt der Erlebnisbauernhof in Halle 3.2 mit Einblicken in die moderne Landwirtschaft, lebenden Tieren zum Anfassen und virtuellen Entdeckungsreisen.

Für Blumenliebhaber und Hobbygärtner

Ein Meer aus Blumen mitten im Januar blüht in Halle 2.2. Mit einer großen Anzahl Frühlingsblühern und kreativen floristischen Arrangements zeigt die Landgard-Initiative „Blumen – 1000 gute Gründe“ Ansätze für ein modernes grünes Stadtbild. Für Hobbygärtner hat der Zentralverband Gartenbau nützliches Wissen zu Schädlingen und Nützlingen aus dem biologischen Pflanzenschutz zusammengestellt und zeigt unter anderem, wie Tomaten in Deutschland unter Glas produziert werden. Kleingärtner aus Berlin, Brandenburg und Niedersachsen werben außerdem für die klimafreundliche Gärtnerei und stehen den Besuchern mit Tipps und Tricks zur Seite.

Für Tierfreunde

Lebendig wird es in Halle 1.2a mit Heim- und Haustieren von Alpaka bis Zierfisch. Mehrere Vereine stellen hier beliebte und seltene Haustiere in Aquarien, Terrarien und Gehegen vor. Wer schon immer mal eine Vogelspinne, Schlange oder Rassekatze von Nahem sehen wollte, ist hier genau richtig. In Halle 25 steht das Pferd als Nutztier im Mittelpunkt. Denn hier findet, integriert in die Grüne Woche, die „Hippologica“ statt, Berlins größtes Hallenreitsportevent. Den Anfang macht ein dreitägiges Poloturnier. Neben der Halle gelegen ist zudem der offene Stall, in dem Besucher verschiedene landwirtschaftliche Nutztiere sehen können. Die gibt es auch im Erlebnisbauernhof (Halle 3.2) zu sehen, in dem die Aussteller auch die artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft thematisieren. Im Fokus steht hier auch der Bienenschutz.

Für bewusste Genießer

Wer beim Einkaufen lieber zu Bioprodukten greift, sollte in Halle 1.2 vorbeischauen. Unter dem Motto „Bio – mehr Platz zum Leben“ zeigen hier die Aussteller, wie Bio-Lebensmittel produziert werden. Die Experten des Fisch-Informationszentrums Hamburg erläutern den Besuchern außerdem, welche Meerestiere besonders viele gesunde Nährstoffe enthalten und mit gutem Gewissen gegessen werden können. Auch der Erlebnisbauernhof in Halle 3.2 ist einen Besuch wert: Hier werden Ernährungstrends wie ­Clean-Eating, Superfood, glutenfreies Essen oder Fleischdiäten thematisiert. In Halle 5.2a zeigt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wie man beim täglichen Einkauf etwas gegen den Hunger auf der Welt tun kann, und informiert über die Herstellung und Vermarktung von Kakao.

Für kulinarische Weltreisende

Aussteller aus 66 verschiedenen Ländern aus allen Kontinenten bieten den Besuchern der Grünen Woche ihre lokalen Spezialitäten zum Probieren an. Darunter sind nicht nur Nachbarländer wie die Schweiz (Halle 17) oder Polen (11.2), auch exotische Länder wie Madagaskar (12) oder Kolumbien (7.2b) sind mit Essensständen vertreten. Finden Sie heraus, wie Kenia (7.2b), Südkorea (12) oder der Libanon (6.2a) schmecken! Das diesjährige Partnerland der Grünen Woche, Bulgarien, präsentiert in Halle 10.2 unter dem Motto „Das Aroma der Sonne“ die Nahrungsmittel, Kultur und Lebensweise des Landes. Zum ersten Mal dabei ist außerdem Katar, das in Halle 1.2a einen Lebensmittelstand hat.

Für den kreativen Hunger

Etwas ungewöhnliche Leckereien gibt es in der Street-Food-Halle 12. Bayerische Tapas mit Weißwurstpralinen zum Beispiel, „Crazy Pommes“ am Stiel oder gefüllte Bubble-Waffel-Kreationen: So ganz normal ist hier nichts. Mutige Esser sollten außerdem einen Abstecher in Halle 22a wagen, in der die Aussteller alternative Proteinquellen und völlig neue Rezepturen vorstellen. Ein Insektenburger steht hier zur Auswahl, Cold Brew Kaffee aus der Dose oder Acai-Limonade: Besucher bekommen einen Vorgeschmack auf die Ernährung von morgen.

Für Freunde der regionalen Küche

Von der Küste bis zu den Alpen: Was Deutschlands Regionen an Nahrungsmitteln zu bieten haben, erfahren die Besucher der Grünen Woche an den Ständen der Bundesländer. Bayern (Halle 22b), Baden-Württemberg (5.2b), Berlin (21b), Brandenburg (21a), Hessen (22a), Mecklenburg-Vorpommern (5.2b), Niedersachsen (20), Nordrhein-Westfalen (5.2a), Rheinland-Pfalz (2.2b), Sachsen (21b), Sachsen-Anhalt (23b), Schleswig-Holstein (22a) und Thüringen (20) tischen ihre Spezialitäten auf. Direkt neben der Blumenhalle 2.2 finden Weinliebhaber außerdem das Weinwerk, in dem deutsche Winzer ihre besten Tropfen verkosten.

Für Kinder

Für Kinder und Schulklassen hält die Messe einige Experimente und Mitmachstationen bereit. In Halle 1.2a können sie beim Butterstampfen helfen, im Erlebnisbauernhof (Halle 3.2) spielerisch ein Tierarzt-Diplom machen und in der Wilden Küche (4.2) Wildsnacks selber kochen. Doch Achtung: Für die meisten Programmpunkte muss man sich vorher über die Internetseite der Grünen Woche anmelden. Altersgerechte Informationen gibt es an vielen Ständen aber auch ohne Anmeldung. Beispielsweise können sich Kinder in Halle 8.2 über eine kleine Schweden- und Elchkunde informieren und erfahren am Stand der Berliner Gartenarbeitsschule (2.2), ob der von unseren Pflanzen produzierte Sauerstoff in Zukunft noch für alle Lebewesen auf der Erde reichen kann.