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Von verträumt bis monumental: Sehenswerte Kirchen in Berlin

In Berlin ziehen gleich mehrere ganz besondere Sakralbauten die Blicke auf sich. Wir stellen zehn sehenswerte Kirchen vor.


Der Französische Dom am Gendarmenmarkt.

Der Französische Dom am Gendarmenmarkt.

Foto: Imago/imagebroker

Berlin. Von verträumten Dorfkirchen bis zu preußischen Monumentalbauten finden sich in allen Bezirken der Stadt zahlreiche Sakralbauten. Anders als in Paris, Rom oder Wien gibt es in Berlin keine alles überragende Kathedrale, die als Zentrum der Stadt betrachtet werden könnte. Eine Auswahl von zehn Kirchen, die sehenswert sind.

Mitte: Ein Ort mit überaus bewegter Geschichte

1873 wurde der neoromantische Bau eingeweiht. Seitdem war die ­Geschichte der Zionskirche stets bewegt. So war sie die Wirkungsstätte des wichtigsten Vertreters der Bekennenden Kirche während der Nazizeit, Dietrich Bonhoeffer. In der DDR-Zeit spielte sie eine zentrale Rolle für die oppositionelle Bewegung. In normalen Zeiten sind in der Zionskirche Konzerte und Ausstellungen zu erleben. In die Schlagzeilen kam die Kirche zuletzt durch die Ausrichtung eines „Star Wars“-Gottesdienstes.

Zionskirche, Zionskirchplatz, Mitte, www.zionskirche-berlin.de

Tiergarten: Das schmucke Gotteshaus am Kulturforum

Ein dreischiffiger Kirchenbau im Stil der oberitalienischen Romantik. Die St. Matthäi-Kirche steht seit 1846 am Rande des Großen Tiergartens. Heute befindet sie sich in bester Nachbarschaft, im Kulturforum zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie. In der Kirche sind mehrere bedeutende Kunstwerke zu sehen, etwa ein Kruzifix Gerhard Schreiters und eine Skulptur Vadim Sidurs.

St. Matthäi-Kirche, Tiergarten, Matthäikirchplatz, www.stiftung-stmatthaeus.de

Mitte: Der dritte Dom mitten im Zentrum Berlins

Einen Dom auf der Spreeinsel gibt es in Berlin seit bald 500 Jahren. Der erste Dom, eine wenig prunkvolle Konstruk­tion aus Backstein, entstand 1536. Es folgte der zweite Dom um 1747. Friedrich II. ließ das Gotteshaus im Barockstil errichten. Der heutige Dom wurde im Auftrag von Wilhelm II. nach den Plänen von Julius Carl Raschdorff 1894 gebaut.

Berliner Dom, Mitte, Am Lustgarten, www.berlinerdom.de

Dahlem: Das älteste Gebäude des ganzen Ortsteils

Die Geschichte der St. Annen-Kirche in Dahlem reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Anfangs war es eine Holzkonstruktion. Das heute bestehende, aus Feldsteinen und Ziegeln errichtete Gotteshaus ist das älteste Gebäude in Dahlem und Umgebung. Wie bei vielen alten Kirchen wurde der gotische Bau beschädigt, umgebaut, restauriert und erweitert. Sehens­wert: die moderne Kreuzigungsplastik des Berliner Bildhauers Bernhard Heiliger.

St.-Annen-Kirche, Königin-Luise-Str. 55, Dahlem, www.kg-dahlem.de

Pankow: Die Heimat des „Friedenskreises Pankow“

Der Ortsteil Pankow ist geschichtlich seit knapp 800 Jahren beurkundet. Natürlich hatte das frühere Dorf auch stets eine Kirche. Die Alte Pfarrkirche, wie man sie heute sehen kann, ist ein neugotischer Bau aus dem 19. Jahrhundert. In den 1980er-Jahren organisierte sich um die Alte Pfarrkirche der „Friedenskreis Pankow“, der ähnlich wie in der Zionskirche Teil der wichtigen oppositionellen Bewegung in der DDR war.

Alte Pfarrkirche Pankow, Breite Str. 37, www.alt-pankow.de/alte_pfarrkirche

Mitte: Das sakrale Monument von Karl Friedrich Schinkel

Hier spürt man Preußens Geschichte. Kronprinz Friedrich Wilhelm ließ ­seinen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel den im Stil der Neogotik gehaltenen Kirchenbau um 1830 errichten. Es war seinerzeit der erste große Ziegelbau in Berlin seit dem Mittelalter. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Es folgten Renovierungsarbeiten und Schließungen. Seit 2020 ist sie wieder offen.

Friedrichswerdersche Kirche, Mitte, Werderscher Markt, www.smb.museum

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Charlottenburg: Eine erhabene Kirchenruine als Mahnmal

Die berühmteste Kirche West-Berlins wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm II. nach den Plänen des Architekten Franz Schwechten erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt,seitdem dient die Ruine als Mahnmal. Der Architekt Egon Eiermann hat in den ­frühen 1960er-Jahren die oktagonale modernistische Kirche und den Glockenturm um die Gedächtniskirche entworfen.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Charlottenburg, Breitscheidplatz, www.gedaechtniskirche-berlin.de

Rahnsdorf: Ein Wilhelmshagener Schmuckstück

Der denkmalgeschützte Kirchenbau wurde 1911 eingeweiht und ist einen Ausflug ins entlegene Rahnsdorf wert. Die Architektur von Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann vereint Anleihen aus der Moderne und dem Jugendstil und kombiniert diese mit traditioneller Bauweise von Dorfkirchen. Umgeben ist die beschaulich gelegene Taborkirche von einem Park und Villen. Der S-Bahnhof ­Wilhelmshagen ist fußläufig erreichbar.

Taborkirche, Wilhelmshagen, Schönblicker Str. 48, www.ev-kirche-rahnsdorf.de

Mitte: Der große Einfluss der Hugenotten

Der Französische Dom mit dem markanten Kuppelturm entstand um 1785. Auch hier stand Friedrich II. als Bauherr hinter dem Vorhaben, und Carl von Gontard ­entwarf den Bau im Barockstil. Interessanterweise wurde der Dom direkt neben der Französischen Friedrichstadtkirche gebaut. Beides zeugt vom Einfluss der Hugenotten auf die Hauptstadt Preußens. Die beiden Gotteshäuser sind aber nicht die einzigen Gründe, den Gendarmenmarkt zu besuchen. Auch das benachbarte Konzerthaus ist ein markanter Bau an diesem Platz.

Französischer Dom, Mitte, Gendarmenmarkt 6, www.franzoesischer-dom.de

Mitte: Eine schmucke Kathedrale mit 40 Jahren Bauzeit

Von 1747 bis 1887 wurde an der römisch-katholischen Bischofs­kirche des Erzbistums Berlin gebaut. Der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff orientierte sich am römischen Pantheon, die Innenräume wurden immer wieder neu gestaltet. In der Weimarer Republik bediente man sich expressionistischer Motive. Auch die Kathedrale erlitt starke Schäden im Zweiten Weltkrieg, brannte völlig aus und wurde um 1963 im Stil der Nachkriegsmoderne nach Plänen von Hans Schwippert wiederhergestellt. Derzeit wird die Kuppel saniert.

St. Hedwigs-Kathedrale, Mitte, Bebelplatz, www.hedwigs-kathedrale.de

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