Best of Berlin

Über den Dächern der Stadt: Zehn Türme mit Blick über Berlin

Der Fernsehturm bietet einen tollen Weitblick über Berlin - klar. Aber wo kann man noch die Aussicht genießen? Zehn Empfehlungen.

1899 eröffnet und 55 Meter hoch, bietet der auf einer Anhöhe gelegene Grunewaldturm einen wunderbaren Ausblick über Wälder und Seen.

1899 eröffnet und 55 Meter hoch, bietet der auf einer Anhöhe gelegene Grunewaldturm einen wunderbaren Ausblick über Wälder und Seen.

Foto: imago / Joko

Berlin besitzt zwar keine in den Himmel ragenden Gotteshäuser, dafür existieren in der Stadt jede Menge andere Türme. Und die sind allemal einen Besuch wert, auch wenn die Aussichtsplattformen aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen aktuell geschlossen sind. Ein Überblick über die schönsten Ausblicke, die man in der Hauptstadt entdecken kann.

Charlottenburg: Zu Ehren von Kaiser Wilhelm I.

Franz Schwechten, Architekt des deutschen Historismus, wurde beauftragt, ein Denkmal anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. zu entwerfen. So entstand der von der Gotik inspirierte Backsteinbau im Grunewald. 1899 eröffnet und 55 Meter hoch, bietet der auf einer Anhöhe gelegene Bau einen wunderbaren Ausblick über Wälder und Seen. Das Restaurant und der Biergarten sind vor allem im Sommer einen Ausflug wert, schon allein wegen der Sonnenuntergänge.

Grunewaldturm, Havelchaussee 61, Grunewald

Mitte: Das höchste Gebäude in Deutschland

Mitte der 1960er-Jahre wollte die SED ein Zeichen setzen und ließ den Architekten Hermann Henselmann eine aufsehenerregende Konstruktion auf den Alexanderplatz bauen. Mit seinen 368 Metern war der Fernsehturm seinerzeit das zweithöchste Gebäude der Welt und ist heute das höchste in Deutschland. Längst ist der Fernsehturm mit seiner verglasten Kugelform und dem Drehrestaurant das Berliner Wahrzeichen überhaupt geworden.

Berliner Fernsehturm, Alexanderplatz, www.tv-turm.de

Charlottenburg: Das Berliner Pendant des Eiffelturms

Gebaut wurde die Stahlkonstruktion des Architekten Heinrich Straumer 1926 anlässlich der dritten „Großen Deutschen Funk-Ausstellung Berlin“. Der Pariser Eiffelturm diente als Referenz, auch wenn die Berliner Variante mit 146,7 Metern deutlich kleiner ausfiel. Mit Aussichtsplattform und Turmrestaurant gehört der „Lange Lulatsch“ zur Berliner Skyline dazu. Nach dem Mauerbau wurde er zu einem Symbol für West-Berlin.

Funkturm Jafféstraße, Charlottenburg, Tel. 303 80

Köpenick: Der Aussichtsturm mitten im Wald

Der Unternehmer Carl Spindler ließ um 1880 auf dem Kleinen Müggelberg einen hölzernen Aussichtsturm bauen. Nach Umbauten und einem Brand entschied man um 1958 herum, an gleicher Stelle einen neuen Turm zu bauen. So entstand die rechteckige, 29,61 Meter hohe Konstruktion in Stahlbetonskelettbauweise. Das zugehörige Restaurant bietet momentan einen To-Go-Service.

Müggelturm, Straße zum Müggelturm 1, Köpenick, www.müggelturm.berlin

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Tempelhof: Die unentwegt stillstehende Kugel

Der Turm am Rand des Tempelhofer Feldes ist ein architektonisches Wunderwerk. Auch bei größtem Sturm bewegt sich das Radom, so wird der kugelförmige Aufbau bezeichnet, keinen Millimeter. Das liegt am Suppenschüsselprinzip. Bei Erschütterungen schwanken zwar die vier Pfeiler unter der Kugel, aber die Kugel ruht. Heute wird der 70 Meter hohe und 1982 von der US-Army errichtete Turm von der Deutschen Luftwaffe betrieben.

Radarturm am Tempelhofer Feld, Columbiadamm 74, Tempelhof

Friedrichshain: Die Zwillingstürme an der großen Kreuzung

Die Zwillingstürme am Frankfurter Tor gehören zu dem architektonischen Ensemble der „Arbeiterpaläste“, die sich an der Karl-Marx-Allee entlangziehen. Gebaut wurden die Turmhochhäuser um 1957 nach den Plänen des Architekten Hermann Henselmann. Sie sind immer noch bewohnt, im Erdgeschoss des nördlichen befindet sich die Galerie im Turm, das Penthouse des südlichen kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Türme am Frankfurter Tor, Frankfurter Tor 1, Friedrichshain

Zehlendorf: Der Blickfang in der Nähe der Havel

Für die Öffentlichkeit ist der von der Landespostdirektion Berlin errichtete, 212 Meter hohe Turm nicht geöffnet. Seit 1964 sendet er aber vom Schäferberg Radio- und Fernsehsignale in die Umgebung. Richtig schön ist dieser dritthöchste Turm der Stadt nun nicht. Aber wer rund um den Schäferberg unterwegs ist oder einen Bootsausflug auf der Havel unternimmt, bekommt ihn zwangsläufig ins Blickfeld.

Fernmeldeturm auf dem Schäferberg, Im Jagen 88, Wannsee

Charlottenburg: Der Glockenturm neben dem Denkmal

Herausragende Kirchtürme hat ­Berlin nicht. Aber einen markanten Glocken­turm. Die Betonkonstruktion mit den blauen Glasbausteinen des sechseckigen Glockenturms ist einzigartig. 1957 gewann der Architekt Egon Eiermann den Wettbewerb und setzte neben den Glockenturm auch den neuen Kirchenbau, ebenfalls aus Glasbausteinen. Daneben steht die im Zweiten Weltkrieg zerstörte, aber als Denkmal erhaltene Gedächtniskirche.

Glockenturm der Gedächtniskirche, Breitscheidplatz, Charlottenburg

Prenzlauer Berg: Kein Wasser mehr im „Dicken Hermann“

1877 erbaut ist dieser Wasserturm der älteste seiner Art in Berlin. Von den Berlinern wurde der Rundbau ­„Dicker Hermann“ genannt. Der Wasserversorgung dient er schon lange nicht mehr, schon zu DDR-Zeiten lebten Menschen in dem Turm. Die Nationalsozialisten nutzten das anliegende Maschinenhaus als „wildes Konzentrationslager“. Das Gebäude existiert glücklicherweise nicht mehr, stattdessen ist dort ein kleiner Park.

Wasserturm zwischen Knaackstraße und Belforter Straße, Prenzlauer Berg

Kreuzberg: Ein immer schon friedvoller Turm

1888 nach Plänen von Hugo Hartung und Richard Schultze vollendet, sieht der Rundturm aus Backstein so aus, wie Kinder sich einen Turm vorstellen. Und mit seinen 50 Metern wirkt er wie eine mittelalterliche Wehranlage. Dabei diente der denkmalgeschützte Bau stets friedlichen Zwecken. Bis 1960 als Wasserhebestation, seit den 1980er-Jahren als Kinder- und Jugendfreizeitzentrum.

Fidicinstraße / Kopischstr. 7, Kreuzberg, www.dtk-wasserturm.de

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