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Das sind die eindrucksvollsten U-Bahnhöfe in Berlin

Mal diente eine Kathedrale als Vorbild, mal die Natur: Die zehn architektonisch spannendsten U-Bahnhöfe in Berlin.

Die Kuppel auf dem U-Bahnhof Nollendorfplatz.

Die Kuppel auf dem U-Bahnhof Nollendorfplatz.

Foto: imago images/Lem

Berlin. Viel zu oft hastet man im Alltag zur Bahn, ohne auf die Umgebung zu achten. Dabei befinden sich unter den U-Bahnhöfen künstlerisch wertvolle Kleinode der Baukunst. Hier die zehn eindrucksvollsten Stationen Berlins.

Schöneberg: Kreuzförmig hier, quadratisch dort

Den U-Bahnhof Wittenbergplatz hat der Hausarchitekt der Berliner Hoch- und U-Bahn Alfred Grenander entworfen. Man betritt eine kreuzförmige Eingangshalle mit neoklassizistischen Formen und quadratischem Turmaufsatz. Die Halle dient auch als Übergang zwischen den fünf Gleisen auf drei Bahnsteigen – es sollten sechs werden, doch der sechste wurde nie gebaut. Außen ist der Stahlfachwerkbau mit Muschelkalkplatten verkleidet.

U-Bahnhof Wittenbergplatz, Linien U1, U2 und U3

Schmargendorf: Eine Kathedrale als U-Bahnhof-Vorbild

Für viele Studierende der Freien Universität gehört der U-Bahnhof Heidelberger Platz zum Alltag. Der Architekt Wilhelm Leitgebel hat ihn entworfen und hatte viele Freiheiten, weil der Bahnhof doppelt so tief wie die meisten anderen liegt. Die Decke erinnert mit ihrem Kreuzgratgewölbe an eine Kathedrale — und wenn man mit hallenden Schritten langsam über den Bahnsteig schreitet, fühlt man sich, als wäre man gerade in einer.

U-Bahnhof Heidelberger Platz, Linie U3 sowie S41 und S42

Haselhorst: Die Natur selbst als ästhetisches Vorbild

Der U-Bahnhof Paulsternstraße erzählt eine Geschichte – und zwar die einer Kutschfahrt von Berlin nach Spandau vor 200 Jahren, bei der es noch viele Wälder und Wiesen zu sehen gab. Der Architekt des U-Bahnhofs Rainer Gerhard Rümmler wurde oft dafür kritisiert, dass die Gestaltung zu prunkvoll, zu bunt für einen Funktionsbau sei. Er hat mehrere U-Bahnhöfe an diesem Ende der U7 gestaltet, darunter auch die Haltestellen Richard-Wagner-Platz oder Rohrdamm.

U-Bahnhof Paulsternstraße. Linie U7

Siemensstadt: Die Industrie als Vorbild

Allein an den Mosaiken erkennt man im U-Bahnhof Rohrdamm sofort, dass ihn wie den U-Bahnhof Paulsternstraße Rainer Gerhard Rümmler entworfen hat. Er hat sich von den nahen Siemens-Maschinen inspirieren lassen: Stilisierte Zahnräder schmücken die Wände, die Säulen sind mit grauem Metall und umhüllt.

U-Bahnhof Rohrdamm. Linie U7

Mitte: Ein echtes Schmuckstück nach der Sanierung

Hätten BVG, Land Berlin und Bund 1998 nicht 12 Millionen Mark investiert, hätte es der U-Bahnhof Märkisches Museum nicht in diese Liste geschafft. 1998 hatte er eine Sanierung nötig. Bei Baubeginn wurden die vom Architekten Alfred Grenander ausgesuchten, grün gebrannten Fliesen ohne Genehmigung der Denkmalschutzbehörde abgeschlagen. Als die alten Fliesen nur noch als Mosaiksteine benutzbar waren, einigte man sich, den U-Bahnhof denkmalgerecht zu sanieren und alle Fliesen originalgetreu nachzubrennen.

U-Bahnhof Märkisches Museum, Linie U2

Neukölln: Und oben drüber thront das Kaufhaus

Auch dieser laute U-Bahnhof gehört in diese Liste. Weil es schon besonders ist, ein Kaufhaus über einen U-Bahnhof betreten zu können. Zudem stammt auch dieser U-Bahnhof aus der Feder des Architekten Alfred Grenander und zeichnet sich durch Säulen, hohe Decken und farbige Fliesen aus. Grenander hat jedem Bahnhof, den er gebaut hat, eine Kennfarbe zugewiesen. Noch heute ist das Prinzip auf den Linien U2, U5, U6 und U8 erkennbar.

U-Bahnhof Hermannplatz, Linien U7 und U8

Kreuzberg: Wo man früher mal zum „Torkrug“ ging

Das Schlesische Tor ist einer der ältesten U-Bahnhöfe Berlins, er stammt von 1902. Die Architekten Hans Griesebach und August Dinklage bauten im historistischen Stil mit Elementen der Neorenaissance: Säulen, Gesichter und Schnörkel. Zur Eröffnung zog das Restaurant „Torkrug“ in die Aufenthaltshalle ein.

U-Bahnhof Schlesisches Tor, Linien U1 und U3

Prenzlauer Berg: Der stahlgrün strahlende Hochbahnhof

Dass der U-Bahnhof Eberswalder Straße nach ebenjener Verlängerung der Danziger Straße benannt wurde, daran konnten sich viele Ostberliner lange nicht gewöhnen. Denn jahrelang hieß er Dimitroffstraße, nach dem bulgarischen Ministerpräsidenten Georgi Dimitroff. Doch egal: Die Schönheit des Hochbahnhofs bleibt die gleiche. Besonders schön ist die Halle aus genietetem Stahl, ganz in grün. Und unter der Hochbahntrasse steht Konnopkes legendärer Imbiss.

U-Bahnhof Eberswalder Straße, Linie U2

Schöneberg: Ein U-Bahnhof im Zeichen des Gedenkens

An der Südseite des Bahnhofs hängt seit 1989 eine Gedenktafel, die an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Nicht nur die Kuppel von außen, sondern auch die Bahnhofsvorhalle von innen sind schön anzusehen. Auch sie hat ebenfalls der Architekt Alfred Grenander entworfen. Benannt ist der Platz übrigens nach dem tschechischen Ort Nakléřov, zu deutsch Nollendorf.

U-Bahnhof Nollendorfplatz, Linien U1 und U2

Mitte: Namensdiskussionen und glänzender Marmor

Die Marmorverkleidung der Wände und Säulen im U-Bahnhof Mohrenstraße ist gut gealtert und noch immer wunderschön. Der U-Bahnhof erinnert an die prächtigen Haltestellen in Moskau, ist meist erstaunlich sauber und war im geteilten Berlin Endstation der Ost-Berliner U-Bahnlinie A. Die Mohrenstraße soll bald in Anton-Wilhelm-Amo-Straße unbenannt werden, so hieß der erste schwarze Philosoph in Deutschland.

U-Bahnhof Mohrenstraße, Linie U2

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