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Versteckte Ecken: Berlins schönste Hinterhöfe in Mitte

Wir stellen zehn Refugien im Stadtzentrum vor – von den Sophie-Gips-Höfen bis zum Krausnickpark.

Die „Tadshikische Teestube“ liegt  auf dem KunstHof.

Die „Tadshikische Teestube“ liegt auf dem KunstHof.

Foto: Imago/Chromorange

Berlins Hinterhöfe sind zumeist den Mietern der jeweiligen Häuser vorbehalten. Doch es gibt auch solche, die erkundet werden können. Und ganz nebenbei lässt sich auch noch Kunst entdecken, Kulinarisches genießen und entspannen. Ein Streifzug.

Kunsthof: Im Haus Schwarzenberg Mittes letzte Subkultur entdecken

Das Haus Schwarzenberg ist nach einem Landkreis im Erzgebirge benannt, der nach dem Krieg zunächst unbesetzt blieb und auf dessen Territorium sich eine freie Republik bildete. Dieser Geschichte sieht sich der Trägerverein des Hauses verpflichtet. Fasziniert betreten Berliner und Touristen den unsanierten Hof mit der „Galerie Neurotitan“, dem Berliner Ableger des Anne-Frank-Hauses oder der Kultkeipe „Eschschloraque“.

Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Str. 39, Mitte, www.haus-schwarzenberg.org

Grüne Oase: Cafés und Kleinkunst in den Heckmann-Höfen

In den Heckmann-Höfen gibt es kleine Cafés und schöne Restaurants. Im stadtbekannten Galli-Theater werden Theaterkurse angeboten. Daneben gibt es leicht verdauliche Aufführungen für Kinder und Erwachsene – im Sommer gern auch unter freiem Himmel im idyllischen Hof. Einer der Höhepunkte ist die Bonbonmanufaktur. Tipp: Exotische Sorten sowie Hustenstiller gibt es direkt an der Theke abgepackt in kleinen Tütchen.

Heckmann-Höfe, Oranienburger Str. 32, Mitte, www.heckmannhoefe.de

Spielwiese: Französische Literatur und mehr in den Sophie-Gips-Höfen

Die Filiale von „Barcomi’s“ in den Sophie-Gips-Höfen musste infolge der Corona-Krise schließen. Die gute Nachricht: Der Hof hat immer noch jede Menge zu bieten. Darunter mit „Zadig“ eine Buchhandlung, die sich auf französische Literatur spezialisiert hat. Auch schön: Kinder dürfen auf der sattgrünen Wiese an der Gipsstraße spielen. Zudem kommt man von den Höfen gut zum Hackeschen Markt.

Sophie-Gips-Höfe, Sophienstraße 21, Mitte, www.sophie-gips.de

Ruhepol: Hugenottenviertel und Französischer Friedhof

Das Hugenottenviertel liegt versteckt hinter dem fast leer stehenden Dreispitz-Center an der Friedrichstraße. Auf dem Gelände richtete die Kirche einst viele Wohlfahrtsangebote ein. Heute ist das Areal mit Wohnhäusern bebaut. Doch einige Spuren des hugenottischen Erbes sind noch zu entdecken. So wie die in Erinnerung an das Potsdamer Edikt von 1685 errichtete Pelikan-Skulptur (1994) nach Entwürfen des Künstlers Michael Klein.

Hugenottenviertel, Friedrichstraße 129D, Mitte, www.hugenottenviertel.de

Zünftig: Vor dem „Ballhaus Berlin“ in der Kneipe „Alt-Berlin“ verweilen

Die 1893 eröffnete Kneipe „Alt-Berlin“ zog gezwungenermaßen 2014 von der Münzstraße auf den Hof des „Ballhauses Berlin“ – samt hölzernem Tresen, altem Mobiliar und den dunklen Eichenholz-Vertäfelung. Auch wenn das Charme hat, trinkt man sein Bier im Sommer dann doch lieber draußen im Biergarten.

Ballhaus Berlin, Chausseestraße 102, Mitte, „Alt-Berlin“, geöffnet tägl. ab 18 Uhr, bei gutem Wetter ist der Biergarten bereits ab 15 Uhr offen

Kulinarisch: Hummus essen und Tee trinken auf dem KunstHof

Der KunstHof ist klein, aber fein: Nicht alle Lokale sind zu empfehlen. Zwei aber doch. Da wäre zum einen „Hummus & Friends“, die das israelisch-arabische Kultprodukt in den Mittelpunkt stellen. Und zum anderen die „Tadshikische Teestube“, in der man nicht nur entspannt Tee trinken kann, sondern auch Märchenerzählerinnen zuhören darf.

KunstHof, Oranienburger Straße 27, Mitte, „Hummus & Friends“, tägl., 12–22 Uhr; „Tadshikische Teestube“, Mo.–Fr., 16–22 Uhr, Sbd., 12–22 Uhr, So., 12–21 Uhr

Spielplatz: Krausnickpark - eine versteckte Grünanlage

Der Monbijoupark platzt aus allen Nähten. Und vor allem für Familien ist es dort auch nicht mehr so lauschig. Wie gut, dass es fußläufig eine versteckte Alternative gibt. Der Krausnickpark ist nicht von der Straße aus einsehbar, stattdessen muss man durch ein metallenes Tor, hinter dem sich ein wunderbarer Park verbirgt – mit Spielplatz und Sitzbänken. Einfach schön!

Krausnickpark, Oranienburger Straße 19, Mitte, tägl., 9–21 Uhr, Eintritt frei

Kulinarisch: Im „Clärchens“ Berliner Küche genießen

Das „Clärchens“ ist wieder geöffnet. Der neue Küchenchef Simon Dienemann setzt auf eine unprätentiöse Wohlfühlküche mit Blutwurst auf süß-sauren Linsen und Kartoffelstampf. Dazu noch ein erfrischendes Bier – und schon fühlt man sich im Biergarten des „Clärchens“ wie Gott in Berlin.

Clärchens Ballhaus, Auguststraße 24, Mitte, Mo.–Do., 17–23 Uhr u. Fr., 17–1 Uhr, Sbd., 12–1 Uhr u. So., 12–23 Uhr, www.claerchensball.haus

Medizingeschichte: Flanieren über das alte Charité-Gelände

Viele Berliner verbinden mit der Charité nur das Bettenhaus. Richtig schön ist es allerdings auf der gegenüberliegenden Seite der Luisenstraße, wo es noch viele Backsteinhäuser sowie das Medizinhistorische Museum gibt, das allerdings wegen Umbaus die nächsten Jahre geschlossen sein wird.

Charité, Charitéplatz 1, Mitte, rund um die Uhr geöffnet

Leihbücherei: Mittes größte Bibliothek

Die größte Bibliothek in Mitte liegt in der Nähe des Rosenthaler Platzes und erstreckt sich über drei Höfe inklusive eines Lesegartens im vierten Hof.

Philipp-Schaeffer-Bibliothek, Brunnenstraße 181, Mitte, Mo., Di., Mi., Fr., 13–19.30 Uhr, Sbd., 10–14 Uhr, www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte