Best of Berlin

Das sind die zehn schönsten Orte, um Lichtkunst zu erleben

Vom modernen Teleskopmast bis zur altmodischen Gaslaterne: Kommt die Nacht, erstrahlt Berlin in einem völlig neuen Licht. Wir empfehlen die beeindruckendsten Veranstaltungen und Aussichten

Vorfreude bei jungen und alten Fans: Am Sonnabend, dem 12. September, kommen die vier Rumpelstil-Musiker zum 17. Taschenlampenkonzert in die Waldbühne. Ein Zusatzkonzert gibt es am 10. Oktober im Freiluftkino Rehberge

Vorfreude bei jungen und alten Fans: Am Sonnabend, dem 12. September, kommen die vier Rumpelstil-Musiker zum 17. Taschenlampenkonzert in die Waldbühne. Ein Zusatzkonzert gibt es am 10. Oktober im Freiluftkino Rehberge

Foto: Reto Klar

Westend: Die Waldbühne im Taschenlampen-Lichtermeer

1 „Taschenlampen nicht vergessen“, sagt Jörn Brumme, der mit seiner Band „Rumpelstil“ nächsten Sonnabend (12.9.) in der Waldbühne gastiert. Beim schon legendären „17. Taschenlampenkonzert“ sorgen die vier Rumpelstil-Musiker, ihre Gäste sowie zigtausende Kinder und Eltern im Publikum für eine ganz besondere Atmosphäre. Weil das „Woodstock für Familien“ so schnell wie noch nie ausverkauft war, gibt es am 10. Oktober ein Zusatzkonzert im Freiluftkino Rehberge.

Freiluftkino Rehberge Windhuker Str. 52, Wedding, U6 Rehberge oder Afrikanische Straße, 10.10., 18 Uhr, Einlass 17 Uhr, 24,80 Euro, bis 3 J. 5 Euro, 4–13 J. 18,50 Euro, www.myticket.de, www.ticketmaster.de sowie an Vorverkaufsstellen

Kreuzberg: Das Technikmuseum und sein LED-Laufsteg

2 In der historischen Ladestraße des Technikmuseums wird es mit Einbruch der Dunkelheit immer interessanter. Im März hat dort der „LEDLauf­steg“ eröffnet. Auf 1,5 Kilometern Länge wird innovative LED-Straßenbeleuchtung sichtbar und greifbar gemacht. Mit über 70 Leuchten, 40 Standard- und Teleskopmasten werden unterschiedliche Lichtkonzepte, Verkehrssituationen und Farbtemperaturen vorgestellt. Jeden 1. Donnerstag im Monat findet eine kostenlose Führung statt (mit Anmeldung).

Ladestraße am Deutschen Technikmuseum Zugang über Möckernstr. 26, Kreuzberg, U7, 12 Möckernbrücke, rund um die Uhr zugänglich, Kontakt www.led-laufsteg.de


Tiergarten: Abends Laternen bestaunen

3 Mit Einbruch der Dämmerung beginnt das Leben im Museum. Rund 90 Gaslaternen, Originale wie Nachbauten, tauchen dann einen Teil der Wege im Tiergarten in warmes Licht. Sie gehören zum Gaslaternen-Freilichtmuseum, das 1978, als verstärkt Elektrolampen zur Straßenbeleuchtung eingesetzt wurden, entstanden ist. Die außergewöhnliche Sammlung der rund 60 bis 190 Jahre alte Originale und Nachbauten aus deutschen und europäischen Städten gilt als umfangreichste ihrer Art in Europa.

Gaslaternen-Freilichtmuseum Straße des 17. Juni/Ecke Klopstockstraße, Tiergarten, S5, 7, 75 Tiergarten, rund um die Uhr zugänglich

Wannsee: Schiffskonvoi und ein Feuerwerk auf dem Wasser

4 Zum 48. Mal steht der „Wannsee in Flammen“. „Angeführt durch die Flotte der Stern und Kreis treffen sich die beleuchteten Fahrgastschiffe der Berliner Reedereien auf dem Wannsee, um dort den alljährlichen Schiffskonvoi zu bilden“, sagt Jennifer Hengst, Marketing Manager der Stern und Kreisschiffahrt, die mit acht Schiffen durch das abendlich erleuchtete Berlin fährt. Highlight ist das Höhenfeuerwerk, das gegen 22 Uhr von einem Ponton mitten im Wannsee gezündet wird.

Wannsee in Flammen am 18.+19.9., verschiedene Abfahrtstellen zwischen 18.45 und 20 Uhr (Fahrten bis spätestens 1.45 Uhr), Tickets inklusive Buffet ab 56 Euro, www.sternundkreis.de

Mitte: Einer der größten Dinos der Welt

5 Tageslicht fällt durch das gewölbte Glasdach des zentralen Lichthofs und auf dessen „Bewohner“: sieben Dinosaurier. Unter ihnen befindet sich auch der aus Tendaguru in Tansania stammende Brachiosaurus brancai. Mit seinen 13,27 Metern ist er das größte montierte Dinosaurierskelett der Welt. Dass der Pflanzenfresser erhobenen Kopfes ausgestellt werden kann, ist der Höhe des Lichthofs zu verdanken. „Rund 20 Meter“, schätzt Sprecherin Gesine Steiner.

Naturkundemuseum Invalidenstr. 43, Mitte, U6 Naturkundemuseum, Di.–Fr. 9.30–18, Sbd.+So. 10–18 Uhr, 6 Euro, erm. 3,50 Euro, www.naturkundemuseum-berlin.de


Moabit: Blau-grüne Fassade

6 „Gegen neun Uhr abends beginnt die Lichtinstallation“, sagt der technische Leiter Uwe Heuer. Dann illuminieren aus den USA stammende Leuchtstoffröhren die Hauptfassade des Museums blau und grün. „Untitled“ heißt die Lichtinstallation des amerikanischen Neonlicht-Künstlers Dan Flavin, die 1996 angebracht wurde. Für Heuer ist die Wirkung im Herbst besonders faszinierend: Bei leichtem Nebel sieht man das Museum zwar kaum mehr, das Licht aber strahlt weithin sichtbar.

Hamburger Bahnhof Invalidenstr. 50–51, Moabit, S5, 7, 75 Hauptbahnhof, Fassadenbeleuchtung Dämmerung bis morgens


Charlottenburg: Beeindruckender Ausblick

7 Der fast 360-Grad-Blick über die City-West und über die Stadt ist beeindruckend. Denn das Restaurant in der zehnten Etage des 25hours Hotel ist ein gläserner 1000-Quadratmeter-Kubus mit einer dreiseitigen Terrasse. Highlight des Restaurants, für das die Wiener Gastronomin und Kochbuchautorin Haya Molcho das kulinarische Konzept einer ostmediterranen Streetfood-beeinflussten Küche entwickelt hat, ist ein altes, mitten im Raum wieder aufgebautes Gewächshaus, in dem man ebenfalls sitzen kann. Auf der Karte stehen verschiedene Humus-Varianten, orientalisch gebeizter Lachs, gegrillte Jakobsmuscheln und ein 250-Gramm-Butcher-Steak.

Neni Budapester Str. 40, Charlottenburg, U9, 12, S5, 7, 75 Zoologischer Garten, Mo.–Fr. 12–23 Uhr, Sbd.+So. 12.30–23 Uhr, Tel. 12 02 21 20 0, www.25hours-hotels.com

Dahlem: Ein „Edel-Gartencenter“ mit Café

8 „Wir arbeiten in den Gewächshäusern von 1903“, sagt Irene von Trotha von der Königlichen Gartenakademie. Gründerin Gabriella Pape ließ die verfallenen Glasbauten restaurieren. Die gläsernen Häuser wurden von der von Josef Peter Lenné 1823 ins Leben gerufenen Königlichen Gärtneranstalt, in der Gärtnermeister ausgebildet wurden, gebaut, als diese von Potsdam nach Berlin umzog. Neben dem „Edel-Gartencenter“ beherbergt der Gewächshauskomplex auch ein Café und Gartenaccessoire-Shops.

Königliche Gartenakademie Altensteinstr. 15a, Dahlem, Bus 101 Limonenstraße, Di.–Sbd. 10–19, So. 10–16 Uhr, ab Okt. Di.–Sbd. 11–17.30, So. 11–17 Uhr, Tel. 83 22 09 00, www.koenigliche-gartenakademie.de


Schöneberg: Totale Mondfinsternis im Planetarium

9 In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 28. September, gibt es eine totale Mondfinsternis, die man bei klarem Wetter beobachten kann“, sagt die wissenschaftliche Leiterin Monika Staesche. „Sie beginnt gegen drei Uhr morgens, ihr Höhepunkt ist gegen vier Uhr erreicht und kurz vor halb sieben ist sie beendet.“ Die letzte totale Mondfinsternis gab es Ende 2011. Um 18 Uhr beginnt der Countdown mit einem Vortrag. In der Schau „Licht und Dunkelheit: Kosmische Schattenspiele“ kann man sich bis dahin dienstags und donnerstags um 20 Uhr darauf vorbereiten (ab 12 J., 7 Euro, erm. 5 Euro).

Wilhelm-Foerster-Sternwarte mit Planetarium am Insulaner, Munsterdamm 90, Schöneberg, S2, 25 Priesterweg, zur totalen Mondfinsternis gibt es am Vorabend, dem 27.9. ab 18 Uhr einen Vortrag, 7 Euro, erm. 5 Euro, Sternwarte am 28.9. ab 2.45 Uhr, geöffnet, Tel. 79 00 93-0, www.planetarium-berlin.de

Pankow: Ein Café im lichtdurchfluteten Glashaus

10 „In den 20er-Jahren wuchsen im Gewächshaus tropische Pflanzen“, sagt Isabel Keil von Grün Berlin. Später wurde es vom Botanikinstitut der Humboldt-Universität genutzt, dann stand es jahrelang leer und verfiel. Nun sind dort Kakteen und Mittelmeerpflanzen zu sehen. Und Tom Rolleston betreibt seit vier Jahren ein Café. „Im kulinarischen Angebot sind Scones ein Muss“, sagt Rolleston, der in England aufgewachsen ist. Ansonsten gibt es: Kaffee, Kuchen und herzhafte Snacks.

Café mint im Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow, Blankenfelder Chaussee 5, Pankow, Bus 107 Botanischer Volkspark, Fr.–So. 11–17 Uhr, Tel. 0176 57 22 56 21, www.cafe-mint.de