Best of Berlin

Diese Läden werden Krümelmonster lieben

Selber backen oder selber kaufen: Wenn das Jahr sich langsam dem Ende zuneigt, haben Kekse Hochkonjunktur. Berlin bietet jede Menge Zubehör und Anregungen. Eine Auswahl.

Foto: Massimo Rodari

1. Prenzlauer Berg: Hirschgeweihe und Schneemänner für Hobbybäcker

Zuckerstreu gefällig? „Es gibt Sterne, Schneeflocken, kleine Lebkuchenmänner und Zuckerstangen“, sagt Hoda Bakhtyari. Ihr Shop ist ein farbenfrohes verspieltes El Dorado für alle Hobbybäcker. Es gibt Elvis- und Barbie-Backformen, vieles wird direkt aus den USA importiert. Auch an Ausstechformen für die Adventsbäckerei mangelt es nicht: Tannenbäume, Schneeflocken, Engel, Hirschgeweihe und Schneemänner sind nur ein kleiner Ausschnitt des Angebots.

Cake Ville, Wörtherstr. 23, Prenzlauer Berg, Tram M2 Marienburger Straße, Mo. 12–18, Di.–Fr. 11.30–19, Sbd. 11–15 Uhr, Tel. 54 59 35 99, www.cakeville.de

2. Mitte: Edles französisches Gebäck erfreut den Gourmet

Feinkost aus Frankreich, das sind nicht nur Austern, Käse, Senf, Champagner oder Macarons. Auch in Sachen Keks kann das Nachbarland viele traditionsreiche Produkte bieten. Wie „Galettes sablées“, übersetzt Butterkekse, aus der Normandie, die auf die berühmte französische Köchin Mère Poulard zurückgehen. „In unserer Epicerie haben wir auch noch Kekse von Bonne Maman, Traou Mad, Fossier und Gavottes“, sagt die Sprecherin des Kaufhauses, Nelly Hemmann.

Galeries Lafayette, Französische Str. 76–78, Mitte, U6 Französische Straße, Mo.–Sbd. 10–20 Uhr, Tel. 20 94 80, www.galerieslafayette.de

3. Charlottenburg: Kunstvoll gestaltete Keksdosen im Bröhan-Museum

Keksdosen sind museumsreif. Das zeigt die Ausstellung „Kunst und Keksdose. 125 Jahre Bahlsen“. „Das Gros der 250 außergewöhnlichen und aufwendig gestalteten Exponate stammt aus der Privatsammlung von Felix Brusberg“, sagt die wissenschaftliche Volontärin Alexandra Panzert. „An den Dosen zeigen sich vom Historismus über Jugendstil, Expressionismus, Impressionismus und Pop Art viele Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts.“

Bröhan-Museum, Schloßstr. 1a, Charlottenburg, Bus 109, 309, M45 Schloss Charlottenburg, bis 11.1. 2015: Di.–So. 10–18 Uhr, 8 Euro, erm. 5 Euro, Tel. 32 69 06 00, www.broehan-museum.de

4. Alt-Treptow: Plätzchen backen in der Backstube auf der Insel

„Das Plätzchenbacken hat schon Tradition“, sagt Kulturhaus-Betreiber André Szatkowski. Am 1. Advent ist es wieder soweit. Dann können backfreudige Jungen und Mädchen den Sonntagnachmittag in der Backstube verbringen. „Wir machen Mürbeteigplätzchen, die die Kinder mit Streuseln und bunten Farben kreativ verzieren können“, so Szatkowski. Ab 17 Uhr gibt es im Garten ein Lagerfeuer. Es wird Stockbrot gebacken.

Insel Berlin, Alt-Treptow 6, Alt-Treptow, Bus 166, 167, 265 Alt-Treptow, 30.11. 14 Uhr, Spenden erwünscht, Tel. 80 96 18 50, www.inselberlin.de

5. Kreuzberg: Keks-Skulpturen als originelles Souvenir oder Geschenk

„Meine Kunstkekse sind kleine Salzteigskulpturen“, sagt Heike Jederlein. Die sind nicht essbar, sind aber als originelle Souvenirs oder Geschenke brauchbar. Doch die Künstlerin und Designerin hat auch eine süße Seite: Sie backt selber und kooperiert mit einem Konditor. Als Verpackung ihres Buttergebäcks und ihrer Schokoplätzchen etwa in Wolken-, Mauerbrocken- oder Fernsehturmform hat sie einen „Berliner süße Schätzchen-Koffer“ mit Tragehenkel entworfen.

Erhältlich bei: Kunstgriff - Kunstladen, Riemannstr. 10, Kreuzberg, U7 Gneisenaustraße, Mi.–Sbd. 12–19 Uhr, www.kunstkekse.de

6. Friedrichshain: Rosinenbomber als Backmischung im Glas

Einem am Platz der Luftbrücke wohnenden Historiker wollte Sylvie Assig ein besonderes Geschenk machen. Die Kulturwissenschaftlerin brachte Rosinenbomber und Kulinarik zusammen, kreierte daraus ein auf Rosinen basierendes „Plätzchen der Luftbrücke“. Seitdem hat sie in ihrer Manufaktur elf Kekse entwickelt, die Berliner Geschichte erzählen - allesamt werden in verschiedenen Berliner Läden als Backmischung im Glas verkauft. Es müssen nur noch Fett, Wasser und manchmal auch ein Ei zugefügt werden.

backflasch-kekse u.a. bei: Schwesterherz & Küchenliebe, Gärtnerstr. 28, Friedrichshain, Tram M13 Wühlischstraße/Gärtnerstraße, Mo.–Fr. 11–20 Uhr, Sbd. 10.30–19 Uhr, www.backflasch.de

7. Wilmersdorf: Selbst gebackene Plätzchen aus der Kinderbackstube

„Dienstags werden Plätzchen gebacken“, sagt Dagmar Thieme. Im Sommer hat die Betreiberin der Backmäuse Kinderbackstube in Zehlendorf eine Dependance in Wilmersdorf eröffnet. In der bietet sie nun auch den Back-Nachmittag an. „Ich bereite Mürbeteig vor, die Kinder können ihn ausstechen und die Plätzchen dekorieren“, sagt Thieme. Das Backwerk wird dann in einer Pappschachtel mit nach Hause genommen.

Backmäuse Kinderbackstube, Ludwigkirchplatz 12, Wilmersdorf, Bus 249 Pariser Straße, U3, 9 Spichernstraße, Di. 14–17.30 Uhr, 10 Euro, Anmeldung erbeten unter Tel. 0152-34 16 56 71 oder Mail info@backmaeuse.de, www.backmaeuse.de

8. Siemensstadt: Die Formen für Spekulatius sind aus Holz

„Kunst am Keks liegt im Trend“, sagt Christine Helbig. Dafür, so die Inhaberin des Bilderbuch-reifen Backutensilien-Shops, gibt es größere, hochwertige und schön designte Ausstechformen, Ausstecher mit Prägefunktionen und Schablonen. Aber auch klassische Motive wie Tannenbäume und Sterne sowie Holzformen für Spekulatius und Springerle finden sich unter den rund 1400 Formen, die Christine Helbig im Angebot hat. Kunstvoll dekorieren, so Helbig, lasse sich mit Rollfondant und Eiweißspritzglasuren.

Backusilius, Rohrdamm 24a, Siemensstadt, U7 Rohrdamm, Mo.–Fr. 10–18 Uhr, jd. 2. Sbd. im Monat 13–17 Uhr, Tel. 34 09 91 64, www.backusilius.de

9. Tempelhof: Süßer Supermarkt mit Bruch und Zweite-Wahl-Ware

Ein Supermarkt voller Süßigkeiten und dann noch mit viel Rabatt. Dafür begibt man sich natürlich gern ins Tempelhofer Industriegebiet. Etwas versteckt auf einem Gewerbehof betreibt die Firma Bahlsen nämlich einen seiner Factory-Outlets. Hier gibt es Zweite-Wahl-Ware und Keks-Bruch im 1,5-Kilo-Eimer. Das Sortiment ist groß, reicht von Kipferln über Blätterbrezeln bis zum berühmten Butterkeks. Weitere Standorte finden sich in Lichtenberg (Coppistr. 11) und in Wittenau (Oranienburger Str. 173).

Bahlsen Fabrikladen, Oberlandstr. 52–63, Tempelhof, Bus M46, 246 Oberlandstraße/Germaniastraße, Mo.–Fr. 9–18, Sbd. 9–14 Uhr, www.bahlsen.com

10. Friedenau: Brandenburger Tor aus Mürbeteig

„In meiner niederrheinischen Heimat sind auch Spekulatius zuhause“, sagt Constanze Lohbeck. Seit zehn Jahren backt die Produktdesignerin „Architektur aus Mürbeteig“. „Sozusagen als schönes Berlin-Souvenir“, so Lohbeck, die die Manufaktur ohne eigenen Laden zusammen mit Petra Vondenhof-Anderhalten betreibt. „Stadt Plätzchen“-Motive sind etwa das Brandenburger Tor, der Reichstag oder das Bode Museum. Beiliegende Info-Blättchen informieren über die Sehenswürdigkeiten.

Stadt Plätzchen u.a. beim Süßkramdealer, Varziner Straße 4, Friedenau, U9, S41, 42, 45 Bundesplatz, Mo.–Fr. 8–20, Sbd.+So. 10–18 Uhr, Tel. 85 07 77 97, www.suesskramdealer.de