Mauerweg

Info-Stelen am Mauerweg werden nicht aktualisiert

Im kommenden Jahr feiert Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Die Info-Stelen am Mauerweg werden nicht aktualisiert.

Ein Schild des Berliner Mauerweges in Groß Glienicke (Brandenburg)

Ein Schild des Berliner Mauerweges in Groß Glienicke (Brandenburg)

Foto: pa

Berlin. Im kommenden Jahr feiert Berlin den 30. Jahrestag der friedlichen Revolution und des Mauerfalls. Dann wird auch der 160 Kilometer lange Mauerweg rund um die einstige Halbstadt West-Berlin ein großer Anziehungspunkt für Fußgänger und Fahrradfahrer sein. An Info-Stelen erhalten Besucher dort mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Mauer, über Ereignisse, die sich am jeweiligen Standort zugetragen haben und über Menschen, die an der Mauer zu Tode kamen. Der FDP-Abgeordnete Stefan Förster meint, die Stelen seien teilweise „in die Jahre gekommen“ und wollte vom Senat wissen, ob eine Aktualisierung oder Neugestaltung anlässlich des Jahrestages geplant ist.

Die Antwort auf seine parlamentarische Anfrage: Nein. Im Verwaltungsdeutsch heißt das: „Derzeit sind der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Grün Berlin GmbH über solche Planungen nichts bekannt.“ Sie müssten es aber wissen, denn sie waren für den Bau und sind für die Pflege der Stelen verantwortlich. Vor allem von 2007 bis 2009 wurden an 35 Standorten Stelen aufgestellt, die mit Kurzbiografien an Todesopfer erinnern. Daneben gibt es 17 sogenannte Ereignis-Stelen, die auch die politische Lage und den Alltag in der geteilten Stadt in Erinnerung rufen sowie rund 100 Luftbildtafeln, die die Orientierung auf dem Mauerweg erleichtern.

Stelen kosteten insgesamt rund 400.000 Euro

Für Konzeption und Inhalte der Opferstelen war die Stiftung Berliner Mauer verantwortlich, die Inhalte für die Ereignis-Stelen erarbeitete der Verein „Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart“. Die letzte Tafel wurde 2016 errichtet. Die Opfer-Stelen kosteten 200.000 Euro und wurden zu 75 Prozent vom Land Bran­denburg finanziert, den Rest zahlte das Land Berlin. Die Info-Stelen und Luftbildtafeln kosteten ebenfalls 200.000 Euro. Sie bezahlte der Berliner Senat komplett, wobei 90 Prozent der benötigten Mittel aus dem Topf für die Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ kamen.

„Anlässlich des Jubiläums 30 Jahre Mauerfall im Jahr 2019 wäre eine umfassende Aktualisierung, Überarbeitung und Erweiterung des Infotafelsystems entlang des Mauerstreifens sinnvoll und notwendig“, sagte der FDP-Abgeordnete Stefan Förster der Berliner Morgenpost. Er regte an, auch Möglichkeiten zu prüfen, per QR-Code, die zum Beispiel per Smartphone oder Tablet-PC gelesen werden können, zusätzliche Informationen abrufen und verlinken zu können. „Eine nur analoge Freiluftausstellung wird im digitalen Zeitalter nicht mehr funktionieren“, mahnte Förster.

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