Seit dem 2. Oktober ist die direkte Bahn-Verbindung zwischen Berlin und Hannover unterbrochen. Der Grund dafür ist die sogenannte Korridorsanierung, weshalb die ICE-Strecke bis Dezember 2027 gesperrt ist – mit massiven Auswirkungen vor allem für Pendler. Diese müssen eine Umleitung in Kauf nehmen.

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Wie der RBB berichtet, dauert eine Fahrt nach Wolfsburg derzeit viermal so lang wie üblich, da die direkte Strecke komplett modernisiert wird. Statt wie mit dem ICE in einer Stunde von Berlin in die Autostadt zu fahren, braucht es jetzt teilweise pro Strecke drei bis vier Stunden.

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75 Prozent der Züge nach Berlin sind verspätet

Dies hat auch etwas mit Verspätungen zu tun, in deren Folge der Anschlusszug wie ein Regionalexpress nicht mehr erreicht werden kann. Die deutlich langsamere Regionalbahn ist dann die Alternative. Immer wieder müssten laut RBB Pendler auf Bahnhöfen ausharren.

Laut einer Studie des Unternehmens Railwise sind vor allem Fahrten von Hannover nach Berlin von Verspätungen betroffen. 75 Prozent der Züge in Richtung Hauptstadt haben eine Verspätung von mehr als sechs Minuten. Beide Richtungen zusammengenommen erreichen 62 Prozent der Züge ihr Ziel nicht pünktlich.

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Railwise hat dafür mehr als 1600 Züge der Bahn zwischen 2. und 23. Oktober ausgewertet. Der unabhängige Bahn-Tracker analysiert seit Mai 2026 über acht Millionen Ankünfte und Abfahrten im deutschen Regional- und Fernverkehr. Ziel sei es, Bahnreisenden verlässliche Prognosen und historische Pünktlichkeitsstatistiken für bestimmte Züge, Strecken und Umstiege zu liefern.

Klinik Rathenow muss Operationspläne verschieben

Im Regionalverkehr sei laut RBB besonders Rathenow im Landkreis Havelland betroffen. Seit Oktober ist die Stadt nicht mehr mit einem direkten Regionalzug zu erreichen. Von Berlin aus ist Rathenow ab Nauen nur mit einem Schienenersatzverkehr zu erreichen. Die Fahrt verlängert sich um 40 Minuten.

Rathenows Bürgermeister Jörn Zietemann hat eine Online-Petition mit dem Namen „Rathenow nicht abhängen – 14 Monate sind zu lang“ gestartet. Über 2000 Unterschriften sind bereits eingegangen. Hintergrund ist nicht zuletzt die Personalproblematik, mit der die Klinik Rathenow zu rechnen habe.

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Operationspläne müssten verschoben werden, weil Angestellte es nicht rechtzeitig in die Klinik schafften. Die Einrichtung befürchtet sogar einen Mitarbeiterschwund. Rund 60 Personen, davon 40 Ärztinnen und Ärzte, seien demnach auf das Pendeln von Berlin aus angewiesen.