Am 8. November öffnet die Charité – Universitätsmedizin Berlin wieder die Hörsaal-Türen für eine Sonntagsvorlesung. Das Besondere: Sie steht allen Interessierten offen, nicht nur Studierenden. Das Thema betrifft jeden Menschen: Diesmal geht es um die innere Uhr und wie sie unsere Gesundheit beeinflusst.

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Wir alle haben eine innere Uhr und jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus. Die innere Uhr ist ein genetisches Programm, es sorgt dafür, dass wir in einem 24-Stunden-Takt bleiben. Unser komplexes inneres Zeitsystem steuert Schlaf, Stoffwechsel, Herzfrequenz, Hormone, Blutdruck und Immunsystem – und hat sogar Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten.

Der Haupttaktgeber unserer inneren Uhr sitzt im Gehirn

Der Biochemiker Prof. Achim Kramer, Leiter des Arbeitsbereichs Chronobiologie an der Charité, wird bei der Sonntagsvorlesung erklären, dass dieses Zeitsystem streng genommen aus ganz vielen inneren Uhren besteht. Die wichtigste innere Uhr, der Haupttaktgeber, befindet sich im Gehirn, im Hypothalamus. Doch zudem hat jedes Organ, jede Zelle im Körper ein molekulares Uhrwerk. Sie steuern die 24-Stunden-Prozesse in den jeweiligen Geweben.

„Berlin forscht“
Chronobiologe Achim Kramer hat in seinem Büro an der Charité eine sehenswerte Uhren-Sammlung.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Wie ticken unsere biologischen Uhren? Warum kann ein Alltag gegen den eigenen Rhythmus die Gesundheit beeinträchtigen? Und wie bezieht moderne Medizin den Faktor Zeit in Diagnostik und Therapie ein? Diese und weitere Fragen werden bei der Sonntagsvorlesung behandelt.

Bei Intensivpatienten gerät der Tag-Nacht-Rhythmus aus dem Takt

Der Intensivmediziner und Anästhesist Prof. Alawi Lütz ist der zweite Referent am 8. November. Er zeigt anhand aktueller Forschung, wie sehr der Tag-Nacht-Rhythmus schwer kranker Patientinnen und Patienten aus dem Takt gerät – und wie Forschende untersuchen, wie sich der Tag-Nacht-Rhythmus auf der Intensivstation gezielt stärken lässt, um die Genesung zu unterstützen. Schließlich geht es auch darum, wie sich Erkenntnisse der Forschung auch im Alltag vorbeugend nutzen lassen – für mehr Wohlbefinden und eine bessere Gesundheit.

Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät, ist das schlecht für unsere Gesundheit. Der größte Feind eines natürlichen Rhythmus ist Schichtarbeit. Aber auch ein Arbeits- oder Schulbeginn, der nicht zum eigenen biologischen Rhythmus passt, zu wenig Tageslicht sowie unregelmäßiges oder zu spätes Essen stellen Störungen dar, unter denen unser Körper leidet.

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Blick in eine Sonntagsvorlesung der Charité. Sie findet stets im Hörsaal der Inneren Medizin auf dem Campus Mitte statt.© Pia Pentzlin | Pia Pentzlin

Typische Folgen bei dauerhafter Entkopplung vom natürlichen Rhythmus sind Schlafschwierigkeiten, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und psychische Probleme wie Gereiztheit oder gedrückte Stimmung. Hinzu kommen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselprobleme wie Diabetes, Übergewicht und Krebserkrankungen.

Eintritt zur Sonntagsvorlesung der Charité ist frei

Die öffentliche Vorlesung findet am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr im Hörsaal der Inneren Medizin auf dem Charité-Campus Mitte, Charitéplatz 1, statt. Interessierte finden das Gebäude der Inneren Medizin auf dem Campus im Sauerbruchweg 2. Einen barrierefreien Zugang gibt es zudem im Virchowweg 9. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Es ist der vierte und zugleich letzte Termin der Veranstaltungsreihe „Sonntagsvorlesung“ auf dem Klinik-Campus in Berlin-Mitte in diesem Jahr. Bei den ersten drei Terminen ging es um Psychosomatik, Endometriose und Bauchfellkrebs. Die Berliner Morgenpost berichtet im Zuge einer Medienkooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin ausführlich über die Sonntagsvorlesungen. In den kommenden Tagen werden Texte zur inneren Uhr und neue Forschung zum Thema erscheinen. Von der Veranstaltung berichten wir ebenfalls.