Berlin ist ein Ort der Gegensätze, auch bei der Verteilung des Waldes. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes. Treptow-Köpenick ist mit 40,2 Prozent Waldanteil der mit Abstand waldreichste Bezirk. Dort befinden sich der Köpenicker Forst und die bewaldeten Müggelberge.

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Silber geht an Charlottenburg-Wilmersdorf mit 25,2 Prozent, Bronze an Steglitz-Zehlendorf mit 23,9 Prozent. Beide Bezirke teilen sich Berlins größte und grünste Stelle, den Grunewald. Nahezu waldfrei sind die Bezirke Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Aber auch Tempelhof-Schöneberg (0,9 Prozent), Marzahn-Hellersdorf (1,3 Prozent) und Lichtenberg (1,1 Prozent) besitzen mit unter zwei Prozent kaum Waldanteil innerhalb von Berlin.
Wälder, Parks und Grünflächen
Berlins Ausdehnung erstreckt sich auf insgesamt 89.112 Hektar. Blickt man aus der Luft auf Berlin, wirkt die Stadt insgesamt sehr grün: Rund ein Fünftel des Stadtgebiets (17,7 Prozent) sind Wald. Das zeigt auch die Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung, die das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gerade veröffentlicht hat.

Bebauung und Begrünungstrends
In einzelnen Quartieren hat sich die Versorgung verschlechtert, weil mehr Menschen dort wohnen. Genannt werden Mitte (Panke), Friedrichshain-Kreuzberg (Am Urban) und das Märkische Viertel in Reinickendorf. Verbessert hat sie sich, wo neue Parks entstanden sind. Ein anschauliches Beispiel dafür ist Altglienicke in Treptow-Köpenick, wo eine neue Parkanlage die Versorgung um drei Stufen verbessert hat.
49.700 Hektar und damit 55,8 Prozent der Stadtfläche entfallen auf Siedlung. Weitere 13.100 Hektar (14,7 Prozent) nutzt der Verkehr. Zusammen sind also rund siebzig Prozent Berlins bebaut oder versiegelt. Auf Vegetation entfallen 20.400 Hektar (22,9 Prozent). Gewässer machen 5800 Hektar (6,5 Prozent) aus. Bei der Vegetation prägt der Wald das Bild. Er bedeckt 15.800 Hektar, das sind 17,7 Prozent der Stadtfläche. Fast jeder fünfte Quadratmeter Berlins ist also Wald.
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- Zwischen 1950 und 2010 wurden 11,5 Prozent der Grün- und Freiflächen bebaut. Das sind 10.362 Hektar.
- Im Gegenzug wurden nur 0,5 Prozent (450 Hektar) ehemaliger Bauflächen wieder zu Freiflächen.
- Im Westteil geschah das meiste zwischen 1950 und 1970, im Ostteil in den 1970er- und 1980er-Jahren.
Innenstadt und Osten: kaum Wald
Am dichtesten genutzt sind Tempelhof-Schöneberg (97,2 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche), Neukölln (97,1 Prozent), Mitte (96,4 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (94,1 Prozent). In diesen Bezirken bleibt für Grün, Wald und Wasser also kaum Platz. Das gilt auch dann, wenn Parks und Grünanlagen das Stadtbild lokal auflockern.

Kampf um das Geld für die Baum-Offensive
Berlin ist insgesamt eine Stadt mit viel Grün und Wasser. Der Wald ist seit 2016 stabil: Seine Fläche stieg von 15.752 auf 15.784 Hektar, wie Zahlen zwischen 2016 und 2025 des Landesamtes für Statistik belegen. Die ungleiche Verteilung im Stadtgebiet dürfte die Debatte über Stadtklima, Hitzeschutz und Nachverdichtung aber weiter anheizen. Für das kommende Jahr sind 30 Millionen Euro zusätzlich für Bäume vorgesehen. In der nächsten Koalition wird es für die Umweltpolitiker aller Fraktionen vor allem darum gehen, das Geld für die gesetzlich vorgesehene Baum-Offensive zu sichern.






