Fast 29.000 hungrige Mäuler, Schnäbel und Schnauzen warten jeden Tag im Berliner Zoo und im Tierpark auf Futter. Es ist eine logistische Herausforderung: Bis zu 65 Tonnen Fisch müssen jährlich beschafft werden, 50 Tonnen Fleisch, 900 Tonnen Heu und Stroh und 400 Tonnen Gemüse und Obst, so die aktuellen Zahlen aus Zoo und Tierpark. Allein ein Elefant frisst täglich etwa 200 Kilogramm Heu und Stroh, das größte Landsäugetier ist damit auch der größte Fresser. Dagegen fällt die Futtermenge der etwa fünf Gramm schweren Afrikanischen Zwergmaus kaum ins Gewicht.

Pandazwillinge Leni und Lotti mit ihrer Mutter Meng Meng
Fröhliches Knacken im Zoo bei den Pandazwillingen Leni und Lotti, die im Sommer zwei Jahre geworden sind. Ein ausgewachsener Großer Panda frisst bis zu 30 Kilogramm Bambus pro Tag.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Beschaffung der Mahlzeiten ist das eine, die tägliche Zubereitung, also das unermüdliche Schälen, Schneiden, Kochen, Dünsten, das andere. Doch einmal von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern angerichtet, folgt das Event. Denn nicht nur die Tiere warten auf ihre Nahrung, die Fütterungen sind auch bei Besuchern und Fotografen beliebt. Wer mit der Kamera vor dem Gehege steht, braucht viel Zeit, Geduld und eine lange Brennweite zwischen 400 und 600 Millimetern, um festzuhalten, wie das rohe Stück Fleisch im Maul des Leoparden verschwindet oder der Fisch vom Seelöwen verschlungen wird.

Bilderseite, Tierhäuser und Aquarium zu
Der Leopard im Tierpark leckt sich schon das Maul angesichts des saftigen Stück Fleisches, das er gleich verschlingen wird.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Wer es nicht dem Zufall überlassen will, den Pandas, Elefanten und Giraffen beim großen Fressen zuzusehen, kommt zu einer kommentierten Fütterung. Die stehen jeden Tag in Zoo und Tierpark auf dem Programm und tagesaktuell auf ihren Webseiten. So findet zum Beispiel um 11 Uhr und 15 Uhr der Panda-Talk statt, um 11.30 Uhr die Elefantenfütterung sowie um 12.15 Uhr die Fütterung bei den Flusspferden. Am Nachmittag sind die Menschenaffen zu verschiedenen Zeiten dran, beim Seelöwentraining können Besucher um 14 Uhr dabei sein.

Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Flusspferde sind überwiegend Pflanzenfresser, also Vegetarier. Im Maul von Flusspferdbulle Bouli verschwindet gerade ein leckeres Salatblatt.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Im Tierpark beginnen die kommentierten Fütterungen am Vormittag um 11 Uhr bei den Eisbären und Pelikanen. 12.30 Uhr folgt der Giraffen-Talk und 14.30 Uhr der Pinguin-Talk. Um 17 Uhr gibt es Abendbrot bei den Roten Pandas. Die Zeiten und Details können variieren und sollten vorher beim Tierpark Berlin nachgeschaut werden.

Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Was braucht eine Giraffe mehr, als Äste und Blätter, um glücklich zu sein. Die Kordofan-Giraffe genießt das grüne Blattwerk in der neuen Savannenlandschaft rund um das Antilopenhaus im Zoo.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Bei den kommentierten Fütterungen plaudern die Tierpfleger auch gern aus dem Backstage-Bereich ihrer Schützlinge. Wer ist immer aktiv oder tiefenentspannt, wer ist ein Vielfraß oder eine kleine Nervensäge? Besucher der Tier-Talks erfahren mehr, als was die Lieblingsmahlzeit ist. Sie erhalten Einblicke in das Verhalten der Tiere, in ihre natürlichen Bedürfnisse und individuellen Persönlichkeiten.

Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Auch Strauße mögen fast nur pflanzliche Nahrung und sind mit Gräsern, Kräutern, Blättern und Trieben zufrieden, wie dieser Vogel im Zoo, der gerade einen Zweig mit saftigen Blättern erwischt hat.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Highlight aller Zoo- und Tierparkbesuche sind die Geburtstagstafeln der Tiere. Gorilla-Dame Fatou ist in diesem Jahr 69 Jahre alt geworden, sie gilt als der älteste Gorilla der Welt. Ihren Geschenkkorb hatte die Seniorin schon von Weiten auf der Anlage sofort mit ihren trüben Augen erspäht.

69. Geburtstag der Gorilla-Dame Fatou im Berliner Zoo
Der Speiseplan wurde umgestellt: Statt Obst gab es in diesem Jahr Gemüse zum 69. Geburtstag von Gorilla-Dame Fatou im Berliner Zoo. Sie gilt als der älteste Gorilla auf der Welt.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Doch wo früher Weintrauben, Bananen und Äpfel auf sie warteten, lagen diesmal Karotten, Tomaten und Salat. Ihr Futterplan wurde umgestellt, Obst aufgrund des Zuckergehaltes, der bei alten Affen zu Übergewicht und Darmproblemen führt, vom Speiseplan gestrichen. Erkenntnisse der modernen Ernährungswissenschaft gelten nicht nur für Menschen, auch Tiere werden auf Diät gesetzt.

Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Wenn das Wetter passt, können die Besucherinnen und Besucher im Zoo um 11.30 Uhr bei einer kommentierten Fütterung der Elefanten dabei sein. Dabei bekommen sie auch Informationen über das Verhalten der Tiere.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Schnapp den Fisch: Das war wohl der Auftrag an den Seelöwen beim öffentlichen Training, das im Zoo mit Publikum stattfindet.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Guten Appetit: Fütterung im Zoo
Der Nimmersatt, auch Gelbschnabelstorch genannt, hat den Namen von seinem enormen Hunger und von dem unbändigen Appetit vor allem der Jungvögel, die ständig laut nach Futter gieren.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Tag der Brandenburger - Familientag im Tierpark Berlin
Auch Eisbären können sich über eine Möhre freuen. Eisbärin Tonja knackt jedenfalls genüsslich das Wurzelgemüse.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Frühling im Zoo
Junge Zwergziegen, die nach ihren ersten Halmen suchen, erfreuen jedes Jahr die Kinder im Streichelzoo.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini