In den Tagen diverser Hackerangriffe hat nun auch die Charité den Stecker gezogen. Die Berliner Universitätsklinik nahm ihre Webseiten am Mittwochmittag vom Netz, wie die Klinik auf der Plattform X selbst berichtet.

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Dies sei jedoch nicht wegen eines Hackerangriffs geschehen, sondern soll einem solchen vorbeugen, wie es auf X weiter heißt: „Wegen einer am frühen Vormittag bekannt gewordenen weltweiten IT-Sicherheitslücke, musste die offizielle Webseite der Charité, die Seiten des Berlin Institute of Health at Charité sowie weitere Webseiten, die an das Charité-Portal angegliedert sind, offline genommen werden.“
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Terminbuchungen für die Charité sind derzeit nicht möglich
Diese präventive Maßnahme sei wegen einer am Mittwochvormittag bekannt gewordenen weltweiten IT-Sicherheitslücke dringend notwendig gewesen. Bis Donnerstag sollen die notwendigen Sicherheitsupdates installiert sein, teilte die Charité mit.
Die Einschränkungen hätten keinerlei Einfluss auf die Arbeit der Charité, sagte Pressesprecher Markus Heggen. Nur die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit nach außen sei eingeschränkt. Möglich sei zurzeit etwa nicht, sich online auf der Website einen Termin zu buchen.
Weltweite IT-Sicherheitslücke: Weitere Einrichtungen betroffen
Betroffen von der schwerwiegenden Sicherheitslücke sind offenbar Institutionen weltweit. Damit in Verbindung steht die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert – von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.
Wie unter anderem das IT-Sicherheitsunternehmen Huntress, das Computer Emergency Response Team des Bundes (CERT) sowie das offizielle PHP-Sicherheitsteam berichten, handelt es sich um eine akute Notfallsituation, die Betreiber von Internetseiten in aller Welt zu schnellem Handeln zwingt.
Unter dem Namen „PHP2Shell“ warnen Sicherheitsexperten vor gleich zwei kritischen Schwachstellen im Kern der Programmiersprache, die unter den offiziellen Registriernummern CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 geführt werden. Das Gefahrenpotenzial dieser Lücken ist demnach extrem hoch: Kriminelle Akteure können die Schwachstelle ausnutzen, um aus der Ferne eigenen Schadcode auf den betroffenen Servern auszuführen.
IT-Sicherheitslücke: Betreiber müssen umgehend reagieren
In der Praxis ermöglicht dies Angreifern, die vollständige Kontrolle über eine Website zu übernehmen, sensible Kundendaten abzugreifen oder die Infrastruktur für weitere Cyberattacken zu missbrauchen. Da detaillierte Informationen zur Schwachstelle unbeabsichtigt vorab an die Öffentlichkeit gelangten, steht die gesamte globale IT-Branche unter erheblichem Zeitdruck. Branchenexperten befürchten, dass Kriminelle bereits in Kürze automatisierte Skripte einsetzen werden, um im großen Stil ungeschützte Server im Internet aufzuspüren und anzugreifen.
Neben der Charité hat auch die Landeshauptstadt Mainz nach einer Warnung des Bundes vorsorglich mehrere städtische Internetdienste und ihr zentrales Webportal mainz.de vorübergehend abgeschaltet. Für Betreiber von Webseiten, Onlineshops und digitalen Unternehmensplattformen gilt derzeit höchste Alarmbereitschaft. IT-Experten raten dringend dazu, sich unverzüglich mit den zuständigen Systemadministratoren, IT-Dienstleistern oder Webhosting-Anbietern in Verbindung zu setzen. Bereitgestellte Sicherheitsupdates für die PHP-Umgebung sowie für genutzte Systeme müssten ohne jeden Verzug eingespielt werden.
BM mit dpa





