Berlin ist ständig im Wandel. Nicht nur heiß begehrten Wohnraum gibt es in der deutschen Hauptstadt immer wieder in anderen Bezirken. Auch der Trend bei Büroflächen verändert sich. Denn aktuell entwickeln sich die drei beliebtesten Innenstadtbezirke für Firmenansiedlungen unterschiedlich. Ein Stadtteil ist aber weiterhin obenauf.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das zeigt eine Sonderauswertung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg im Auftrag des Büro- und Gewerbeflächenvermieters GSG Berlin. Mitte bleibt demnach Spitzenreiter: 128 Unternehmen zogen im ersten Halbjahr 2026 in den Bezirk – das zweitbeste Halbjahresergebnis seit 2024. Allerdings hat sich die Branchenstruktur verändert: Werbeagenturen ziehen inzwischen kaum noch nach Mitte.
Büroflächen: Friedrichshain-Kreuzberg gewinnt, Charlottenburg-Wilmersdorf verliert Firmen
Friedrichshain-Kreuzberg verzeichnete dagegen 58 Zuzüge und bewegt sich damit seit zwei Jahren auf konstantem Niveau. Zumindest bei IT-Dienstleistern gibt es stetig mehr Neuansiedlungen. Charlottenburg-Wilmersdorf dagegen verliert an Boden: Mit aktuell 55 zugezogenen Unternehmen liegt der Bezirk inzwischen hinter Friedrichshain-Kreuzberg. Auch die für den Bezirk typische Grundstücks- und Wohnungswirtschaft schwächelt: Ihr Anteil sank von 17,1 Prozent im zweiten Halbjahr 2024 auf nun 12,7 Prozent.
Auch interessant
„Es ist nicht lange her, da war fast jedes dritte Unternehmen, das nach Charlottenburg zog, aus der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“, sagt Sebastian Blecke, operativer Geschäftsführer der GSG Berlin in einer Mitteilung. Das Unternehmen vermietet knapp eine Million Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche in Berlin an rund 1500 Firmen.
Laut Blecke suchen alle drei Bezirke in der schwierigen Wirtschaftslage nach einem neuen Profil: „Mitte wird möglicherweise anstelle von Werbung perspektivisch das eine oder andere Unternehmen der Finanzwirtschaft anziehen, wie eine Erhebung unseres Hauses zu geplanten Unternehmensverlagerungen zeigt. Kreuzberg wird demnach weiterhin attraktiv für Zuzüge aus der IT-Wirtschaft bleiben. Und Charlottenburg könnte für umzugswillige Werbeunternehmen interessant werden.“ Auch die Immobilienwirtschaft dürfte seinen Worten zufolge wieder etwas stärker in den Bezirk zurückkehren.
Firmenzuzüge zeigen die tatsächliche Anziehungskraft eines Standorts
Blecke weist zugleich darauf hin, dass die Zahl der Firmenzuzüge oft deutlich unter der Zahl der Neugründungen liegt. Trotzdem seien diese Zahlen aussagekräftig: „Der Zuzug von bestehenden Unternehmen, die bereits praktische Erfahrungen an einem oder mehreren früheren Standorten gemacht haben, sagt in manchem Falle mehr über die Anziehungskraft einer Mikrolage aus als die Entscheidung eines Start-ups, das erstmals einen Standort wählt.“
Auch interessant
Auch in den eigenen Immobilien beobachtet das Unternehmen einen Wandel. „Umzüge in unsere Immobilien zeigen in allen drei genannten Bezirken die sich wandelnden Branchenschwerpunkte, und sie zeigen darüber hinaus, dass immer häufiger auch grundlegende Umnutzungen gefragt sind“, so Blecke. Ein aktueller Trend: ehemalige Büroflächen werden zu Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen umgebaut.







