Seit Wochen schon wird die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam von massiver Gewalt erschüttert, die von mehrköpfigen Jugendgruppen ausgeht. Die schweren Körperverletzungen zum Nachteil von Einzelpersonen, die oftmals mit Raub und Sachbeschädigung einhergehen und sogar schon Thema im Stadtparlament waren, ereignen sich vor allem am Wochenende nach privaten Feiern und Hauspartys. In der Innenstadt, aber auch in äußeren Stadtteilen.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Zuletzt schwappte das Phänomen auf Berliner Gebiet in den nahen Ortsteil Kohlhasenbrück über. Ende September wurden hier drei Jugendliche von einer Gruppe aus 15 Leuten attackiert. Ein 17-Jähriger soll dabei nach Angaben der Polizei zwischenzeitlich das Bewusstsein verloren haben. Ein 18-Jähriger sei mit dem Kopf gegen ein geparktes Auto geschlagen worden. Er musste in einem Krankenhaus behandelt werden.
Polizei Berlin erhöht Präsenzmaßnahmen an der Grenze zu Potsdam
Nun reagiert die Polizei Berlin auf die Vorfälle. Zum Sachverhalt in Kohlhasenbrück konnten bislang fünf jugendliche Tatverdächtige ermittelt werden, die in Potsdam wohnhaft seien, heißt es auf Nachfrage. Auch wenn die Ermittlungen damit aufgrund des Wohnortprinzips an die Polizei Brandenburg und die Staatsanwaltschaft Potsdam übergeben wurden, wurden vonseiten Berlins weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen.
„Die Taten sind abhängig von Veranstaltungen, in der Regel private Feiern von jugendlichen Personen“, erklärt ein Sprecher. „Letztere sind den Tatverdächtigen über unterschiedliche Beziehungen bekannt.“ Die Polizei Berlin reagiere jetzt mit geeigneten Präsenzmaßnahmen, sollte sie solche Veranstaltungsorte aufdecken.
Polizei bestreift Gebiet der Jugendgruppengewalt
Weiterhin würden nach entsprechenden Hinweisen der Funkwageneinsatzdienst des örtlich zuständigen Polizeiabschnitts 43 und auch weitere fachspezifische Kräfte sensibilisiert und die Orte verstärkt bestreift. Informationen dieser Redaktion zufolge handelt es sich bei den Tatverdächtigen maßgeblich um die Mitglieder zweier Jugendgruppen in der Größe von 13 bis 15 Personen, die nicht miteinander rivalisieren, sondern unabhängig voneinander Straftaten begehen.
Auch interessant
Jugendgruppen organisieren sich teilweise über Social Media
Die Polizei wiederum teilte vor einigen Tagen mit, dass es sich nicht um eine „fest strukturierte Jugendbande“ handele, sondern die Taten meist von losen Gruppen Jugendlicher und Heranwachsender begangen würden, die sich spontan über die sozialen Netzwerke organisierten. Erst in der vergangenen Woche sind bei einer ähnlichen Gewaltattacke im Potsdamer Stadtteil Schlaatz erneut drei junge Menschen verletzt worden. Ein 19-Jähriger habe bei der Auseinandersetzung Blessuren am Kopf erlitten und sei ins Krankenhaus gekommen, wie die Polizei mitteilte. Er sei zuvor von etwa zehn Unbekannten angegriffen worden.






