Zum Artikel „Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!“ zum Merz-Besuch in Kiew vom 5. Oktober
Wenn der deutsche Geheimdienstchef am Montag im Bundestag noch untertreibend sagte, Russland führe einen „Schattenkrieg gegen Deutschland“, war er bereits am Vortag von der brutalen Realität überholt worden, als während des Besuchs von Bundeskanzler Merz in Kiew nur wenige Kilometer entfernt ein russischer Angriff auf eine wichtige Brücke der Stadt erfolgte. Das kann man fast schon als eine verkappte Kriegserklärung empfinden. Merz hatte die Größe, in gleicher Stunde die Verhandlungsbereitschaft Europas zur Beendigung des Krieges zu betonen. Wo blieb bei diesem nur knapp verfehlten russischen Angriff auf den deutschen Bundeskanzler der öffentliche Aufschrei der friedensbewegten Menschen und Parteien in Deutschland?
Wilfried Mommert, per E-Mail
Ja, unser Bundeskanzler Merz hat Mut bewiesen und ist trotz Warnung nach Kiew gefahren, mit vollen Geldkoffern, wohlgemerkt mit unseren Steuergeldern. Diesen Mut, werter Herr Bundeskanzler Merz, vermisse ich bei Ihnen, um dem Volk klipp und klar zu sagen: Wir brauchen diese Milliarden für die Ukraine. Es gibt keinen Spielraum mehr bei Pflege, Gesundheitswesen, Wohnungsbau etc. Wir haben enorme Schulden, der Wiederaufbau wird ebenfalls enorme Summen verschlingen, aber leider fehlt der Mut dazu. Die Politikverdrossenheit und der Abwärtstrend der CDU werden weiter voranschreiten, da in der Politik und in der CDU der Mut zur Wahrheit fehlt. Schade.
Uwe Schumann, per E-Mail
Zum Artikel „Nur noch E-Autos im S-Bahn-Ring?“ vom 5. Oktober
Eine emissionsfreie Innenstadt ab 2035 halte ich grundsätzlich für richtig. Wahrscheinlich braucht es sogar solche klaren Ziele und frühzeitigen Ansagen, weil der Markt den Umstieg bislang nicht schnell genug regelt. Entscheidend ist aber, wie man die Menschen tatsächlich zum Wechsel bekommt. Elektroautos sind für viele Haushalte noch immer teuer, und auch der Gebrauchtwagenmarkt ist längst nicht so entwickelt wie bei Verbrennern. Wir selbst fahren gelegentlich noch einen Euro-4-Diesel aus dem Jahr 2007. Natürlich ist der nicht sauber. Aber solange er technisch in Ordnung ist und durch den TÜV kommt, werden wir ihn weiterfahren. Für ein anderes Auto sind schnell mehr als 20.000 Euro fällig, für ein E-Auto oft noch mehr. Wer harte Klimaziele setzt, muss deshalb auch dafür sorgen, dass der Umstieg bezahlbar und attraktiv wird. Umso widersprüchlicher finde ich die reflexhaften Rufe nach einer Spritpreisbremse, sobald Benzin und Diesel teurer werden. Wer wirklich auf das Auto angewiesen ist und wenig Geld hat, sollte gezielt unterstützt werden. Aber das gesamte Autofahrervolk bei jedem Preisanstieg wieder zu „betüdeln“, kann nicht die Antwort sein. Wer den Umstieg will, darf fossiles Autofahren nicht gleichzeitig immer wieder künstlich verbilligen.
Ricardo Hoffmann, per E-Mail
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Zum Kommentar „Christa Pikes Fall zeigt Absurdität der Todesstrafe“ vom 1. Oktober
Frau Allna Juravel ist vorbehaltlos zuzustimmen. Staaten, die die Todesstrafe noch im Strafrecht benötigen, müssen sich fragen lassen, ob sie abschreckende Wirkung oder Rache präferieren. Obwohl: Beides funktioniert nicht. Und wenn man den verlogenen Prozess einer Hinrichtung mit Zuschauern und einem Seelsorger bedenkt, wie in einigen Staaten der USA praktiziert, dann dürfte man sich als zivilisierter Mensch und Christ mit Grausen abwenden. Ebenso wie von politischen Systemen, in denen Todesstrafen auf der Tagesordnung stehen, wie in China oder im islamistischen Staat. Leider sind wir auf unserem Globus noch weit davon entfernt, Menschenrechte als Gemeingut einer zivilisierten Welt zu betrachten, die das Mittelalter überwunden hat.
Dirk Jungnickel, per E-Mail
Zur Berichterstattung über die Pflegereform
Lange Zeit war ich über das Tun – vor allem aber Lassen – der aktuellen Regierung enttäuscht. Nach den aktuellen Beschlüssen zur Pflegereform hinzukommend noch extrem verärgert! Und das ist nett ausgedrückt. Als kinderloser Soloselbstständiger, der sich gerade so von Monat zu Monat hangelt, u. a. auch, weil sich die Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge gerade in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt haben, nun auch noch für eben die Kinderlosigkeit bestraft zu werden, in Kombination mit einer erneuten Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze, wird mir das finanziell schlicht das Genick brechen. Zudem es mehr als unlogisch daherkommt. Kinderlose entlasten das System doch massiv, da sie im Normalfall mehr Zeit für die Pflege der Angehörigen haben, sodass hierfür keine bzw. wesentlich weniger externe Kräfte hinzugezogen werden müssen – von denen es bekanntermaßen schon jetzt viel zu wenige gibt. Durch solche unsinnigen Beschlüsse wird die Politikverdrossenheit noch weiter massiv ansteigen und die Ränder werden gestärkt. Aber anscheinend ist das ja alles so gewollt.
Ullrich Herzau, per E-Mail
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