Seit mittlerweile drei Jahren verklären einige Linksradikale das Leid und den Tod Hunderter Menschen als vermeintlichen Akt der Befreiung. So auch in diesem Jahr am 7. Oktober – dem dritten Jahrestag des Massakers der Hamas an fast 1200 israelischen Zivilistinnen und Zivilisten. Als „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“ wird der Tag in einem Post auf Instagram bezeichnet, der zur Demonstration um 18 Uhr am Schlesischen Tor in Kreuzberg aufruft.

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Unter dem Motto „Down with Colonialism“ (dt.: „Nieder mit dem Kolonialismus“) wollen laut Anmelder 150 Personen vom Schlesi über Skalitzer Straße, Kottbusser Tor und Kottbusser Damm zum Hermannplatz in Neukölln ziehen. Am Kotti ist außerdem eine Zwischenkundgebung geplant. „Ob es im Einzelnen bei der Wegstrecke bleibt, ist noch abzuwarten“, sagte Martin Halweg, Sprecher der Berliner Polizei, am Dienstagnachmittag. „Die Kooperationsgespräche mit dem Anmelder laufen derzeit noch.“

Polizei Berlin bereitet Großeinsatz mit 1000 Kräften zum 7. Oktober vor

Teil der Gespräche dürfte auch der Aufruf sein. Dieser zeigt einen Bulldozer, der durch einen Zaun bricht – so wie es schwer bewaffnete Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 taten, als sie von Gaza auf israelisches Gebiet eindrangen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in diesem Zusammenhang wegen des Verdachts der Verherrlichung von Gewalttaten.

Die Polizei wird nach Angaben eines Sprechers über den gesamten Tag mit 1000 Kräften im Einsatz sein. „Die Planungen für den diesjährigen 7. Oktober sind noch längst nicht abgeschlossen, da auch sicher noch ein paar Anmeldungen zu Gedenkveranstaltungen und Versammlungslagen dazukommen bzw. sich neue Erkenntnisse zu Teilnehmern ergeben“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin. „Es mag den einen oder anderen geben, der sich durch das Wahlergebnis und Worte aus dem politischen Raum beflügelt sieht, öffentlich hetzen zu können.“

Demonstrationsaufruf löst Ermittlungen gegen Anmelder aus

Der Aufruf wurde vergangene Woche von mindestens zwei einschlägigen Instagram-Accounts aus dem internationalistischen Spektrum veröffentlicht: „Alliance of Internationalist Feminists“ und „Global South United“. Der Demoanmelder selbst streitet offenbar ab, etwas damit zu tun zu haben. „Im Rahmen der Ermittlungen wird geprüft, ob und in wieweit die anzeigende Person für diesen Aufruf verantwortlich ist“, so Polizeisprecher Halweg weiter. Noch sei nicht klar, ob der Aufruf in seinem Auftrag gepostet wurde oder inwieweit er Einfluss darauf gehabt hat.

Am Checkpoint Charlie wollen 100 Menschen gegen den „Gaza-Genozid“ und gegen Waffenlieferungen an Israel demonstrieren. Anmelder soll hier mehreren übereinstimmenden Berichten nach Ibrahim Ibrahim sein, der zuletzt mit seinem Besuch bei der Wahlparty der Neuköllner Linken Schlagzeilen machte. Ibrahim gilt als Vertreter der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Die PFLP ist, anders als die islamistische Hamas, säkular und marxistisch ausgerichtet. Die EU und die USA listen sie als Terrororganisation.

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Gedenkveranstaltungen in Berlin: Mahnwachen und Aktionen für Terroropfer

Jahrestag 7. Oktober 2023 · Gedenkveranstaltung Berlin
Bereits am ersten Jahrestag 2024 wurde das Brandenburger Tor angestrahlt.© dpa | Kay Nietfeld

Die weiteren Versammlungen sind Gedenkveranstaltungen an die Terroropfer. Zwei Personen wollen zwischen 9 und 14 Uhr die Strecke des Berlin-Marathons mit einer israelischen Flagge ablaufen. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) will zwischen 9 und 17 Uhr eine Gedenkveranstaltung auf dem Pariser Platz abhalten. Um 10 Uhr startet eine weitere auf dem Bebelplatz. Dort soll es ab 18 Uhr außerdem eine „Mahnwache gegen Antisemitismus“ geben.

Bereits um 17.30 Uhr soll vor dem Kino International an der Karl-Marx-Allee in Mitte eine „Antifaschistische Gedenkkundgebung für die Opfer des antisemitischen Massakers in Israel“ geben. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin-Brandenburg ruft gemeinsam mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf zur Gedenkkundgebung auf dem Sderotplatz auf. Zudem soll die israelische Flagge von 18.30 Uhr bis Mitternacht auf das Brandenburger Tor projiziert werden. Die Jüdische Gemeinde Chabad Berlin lädt um 8.45 Uhr zudem zum „Gedenk- und Toleranzgebet“ in ihre Gemeinde nach Wilmersdorf ein.

Am 7. Oktober töteten schwer bewaffnete Hamas-Kämpfer in israelischen Siedlungen und auf einem Festival 1195 Menschen. 251 wurden in den Gazastreifen verschleppt, 168 von ihnen kamen lebend zurück. Der 7. Oktober gilt als größter Massenmord an Juden seit dem Holocaust. Bei anschließenden Angriffen der israelischen Armee auf Gaza starben nach Angaben der Vereinten Nationen seitdem 73.922 Menschen, 174.995 wurden bis Ende September 2026 verletzt.