Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Einzelhandel in Berlin und Brandenburg erneut zum Streik aufgerufen. An diesem Donnerstag und Freitag, direkt vor dem Tag der Deutschen Einheit, soll durch diese Maßnahme im Arbeitskampf der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.

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Laut Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) braucht jedoch niemand zu fürchten, vor verschlossenen Toren zu stehen. Wie Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen mitteilte, bleiben „selbstverständlich alle unsere Läden geöffnet“. Man sei „für unsere Kundinnen und Kunden da“.

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Zugleich bekräftigte Busch-Petersen, der HBB habe bereits erklärt, „sich am Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen zu orientieren“. Er halte es „für keine gute Idee, den Terminkalender für zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit auszunutzen“.

Nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. Oktober angesetzt.

Am 9. Oktober soll es zur nächsten Verhandlungsrunde kommen. Laut einer Verdi-Mitteilung soll am Donnerstag auf einer Kundgebung am Breitscheidplatz in Charlottenburg neben Verdi-Bundesvorstand Silke Zimmer auch Ines Schwerdtner, Bundesvorsitzender der Linken, sprechen. Dies stößt beim HBB auf deutliche Kritik.

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„Da sich Verdi bei der Auswahl der Kundgebungsredner als parteipolitisch eigentlich neutrale Organisation sehr einseitig auf die Linke festgelegt hat, geben wir den freundschaftlichen Hinweis, dass der Wahlkampf in Berlin bereits beendet ist“, so Nils Busch-Petersen.

Verdi fordert Einstiegslohn von 14,90 Euro

Verdi erwartet, dass die in Nordrhein-Westfalen am 26. August ausgehandelten Ergebnisse vollständig übernommen werden. Dort sind deutliche Entgeltsteigerungen und ein Einstiegslohn von 14,90 Euro vorgesehen.

Zudem müsse in Berlin „die besonderen Bedingungen der Region berücksichtigt werden. Insbesondere muss ausgeschlossen werden, dass einzelne Beschäftigte aufgrund einer bestehenden Ausnahmeklausel unter ein Niveau von 14,90 Euro pro Stunde fallen. Diese Einstiegslöhne sind das absolute Minimum für einen beanspruchenden Job im Einzelhandel“, heißt es in einer Verdi-Mitteilung.

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Außerdem kritisiert die Gewerkschaft, dass die Tarifverhandlungen für Berlin und Brandenburg erst drei Monate später beginnen als im übrigen Bundesgebiet. Für Beschäftigte in der Region sei dies bereits ein Nachteil, so Verdi.

Branche soll für jüngere Menschen attraktiver werden

Um nicht mehr strukturell benachteiligt zu werden, braucht es deshalb eine verkürzte Laufzeit des Tarifvertrags. In Berlin wurde bereits beim letzten Abschluss eine Verkürzung um einen Monat erreicht. Wir fordern die Unternehmen auf, diesen Weg weiterzugehen, um die Branche gerade für jüngere Menschen wieder attraktiver zu machen, lässt Verdi weiter wissen.

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„Wir haben eine klare Erwartung: Die Beschäftigten in Berlin und Brandenburg dürfen nicht schlechter gestellt werden als ihre Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein-Westfalen“, forderte Conny Weißbach, Verhandlungsführerin von Verdi für Berlin und Brandenburg. Ein Einstiegslohn von 14,20 Euro pro Stunde im Jahr 2026 und 14,90 Euro im Jahr 2027 sei ein Muss.

„Wir sind bereit, einen fairen Abschluss zu erzielen. Aber nicht um jeden Preis. Auf Berlin und Brandenburg gibt es keinen Rabatt!“, erklärte Weißbach.