Wenn es geregnet hat und sich der Herbstnebel langsam in die Buchenwälder senkt, entsteht ein traumhaftes Wandererlebnis. Zumindest, wenn es nach Jörg Krauthöfer geht, Morgenpost-Redakteur und Hauptstadt-Wanderer. Mit dem Herbst stehe in Berlin eine Zeit bevor, in der es sich mehr als ohnehin schon lohnt, die Wanderschuhe zu schnüren. Sowohl bei regnerischem Wetter als auch an einem der goldenen Oktobertage. „Wenn die Blätter langsam bunt werden und die Sonne scheint, macht Wandern natürlich besonderen Spaß“, freut sich Krauthöfer.

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Als gebürtiger Dresdner hatte er die schönsten Wanderwege direkt vor seiner Haustür. Eine prägende Zeit. So sehr, dass er mittlerweile für die Berliner Morgenpost wöchentlich neue Wandertipps für Berlin und Brandenburg liefert. Von Kiezspaziergängen bis hin zu längeren Streckenwanderungen. Bei den Empfehlungen von Krauthöfer ist für jeden etwas dabei.

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Berlin bietet 3000 Kilometer Wanderwege zwischen Stadt und Natur

In einer Großstadt wie Berlin zu wandern, klingt erst einmal ungewöhnlich. Genau deshalb hat Krauthöfer das Projekt des Hauptstadt-Wanderers ins Leben gerufen. Er wolle die Menschen in die Natur locken. Statt einer reinen Wegbeschreibung liefert Krauthöfer auch eine geschichtliche Einordnung. Es geht nicht nur ums Wandern, sondern ums Entdecken der Orte. „Viele Berliner fahren dafür gerne nach Brandenburg. Ihre eigene Stadt haben sie weniger auf dem Schirm“, sagt Krauthöfer. Dabei gebe es allein in der Stadt um die 3000 Kilometer Wanderfläche. „Mal bist du einsam unterwegs, mal gehst du durch Stadtgebiete oder entdeckst Orte, die du durch einen Blick aus der S-Bahn oder dem Auto gar nicht kennst“, so der Hauptstadt-Wanderer. Berlin biete eine wunderbare Mischung zwischen Stadt und Natur. Höchste Zeit, diese zu entdecken.

Jörg Krauthöfer / Der Hauptstadtwanderer
Jörg Krauthöfer, Morgenpost-Redakteur und leidenschaftlicher Hauptstadt-Wanderer. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Im Frühjahr ist dafür erstmals mit „Der Hauptstadt-Wanderer“ eine digitale Zeitschrift erschienen. Darin enthalten: die schönsten Wanderungen in Berlin und im Umland. „Ein voller Erfolg“, sagt Krauthöfer. Das Interesse sei gewaltig gewesen. Am 1. Oktober erscheint deshalb eine zweite Ausgabe mit vielen neuen Routen und Anekdoten. Krauthöfers liebste Tour führt zum Sonnenuntergang durch den Grunewald auf den Drachenberg. „Wald ist für mich beim Wandern sehr wichtig“, begründet der Wander-Profi seine Entscheidung. Und gerade im Herbst sei der Blick auf den Grunewald durch die Verfärbungen der Blätter besonders schön. Geht dann auch noch die Sonne unter, sei die Stimmung „einfach nur magisch“.

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Viele Berliner fahren dafür gerne nach Brandenburg. Ihre eigene Stadt haben sie weniger auf dem Schirm.

Jörg Krauthöfer,, „Hauptstadt-Wanderer“

Wanderroute Grunewald–Heerstraße: Berlins Skyline im Sonnenuntergang erleben

Die Wanderroute startet am S-Bahnhof Grunewald und führt über 6,5 Kilometer zum S-Bahnhof Heerstraße. An- und Abreise sind also gesichert. Interessierte sollten sich auf Asphalt-, Wald- und Schotterwege einstellen. Es geht sowohl 70 Meter nach oben als auch 60 Meter hinunter. Wer sich in den Abendstunden auf den Weg macht, kann sich auf Krauthöfers Highlight freuen: Durch den Sonnenuntergang wird die Berliner Skyline in besondere Farben gehüllt.

Wie auch der Teufelsberg ist der Drachenberg aus dem Schutt im Zweiten Weltkrieg zerstörter Häuser entstanden. Nicht das einzige Historische an dieser Tour. Das „Gleis 17“ am Bahnhof Grunewald, dem Startpunkt, erinnert etwa an die vielen jüdischen Berliner, die zwischen 1941 und 1945 in Vernichtungslager deportiert wurden. Es sind die wohl dunkelsten Stunden, die die Station seit ihrer Eröffnung 1879 erlebt hat, schreibt Krauthöfer.

Sonnenuntergang auf dem Drachenberg
Sonnenuntergang über dem Teufelsberg, fotografiert vom benachbarten Drachenberg. © FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Teufelsberg-Wanderung bietet einzigartige Ausblicke und Naturerlebnisse

Vom Bahnhof geht es weiter in und durch den Grunewald, mit Blick auf die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg. Es geht dabei auch durch die Sandgrube, die durch den Abbau von Feinsand für die Westberliner Bauindustrie entstanden ist. Über das heutige Naturschutz- und Erholungsgebiet geht es vorbei an den Relikten des ehemaligen Wasserwerks Grunewald, schreibt Krauthöfer. Ein Blick auf den Teufelssee darf bei dieser Tour nicht fehlen. Unvergessen bleibt etwa das Foto des nackten Schwimmers, der 2020 einer Rotte Wildschweinen hinterherlief. Sie hatten ihm seine Kleidung geklaut. Vorbei an den Kuppeln und Türmen der alten Abhörstation geht es über schmale Wanderwege und eine faszinierende Wildnis zum Kletterturm Teufelsberg – und von dort hinauf auf den 99 Meter hohen Drachenberg. Auf dem ebenen Plateau kann man nicht nur einmal tief durchatmen, sondern auch den einzigartigen Blick über die Stadt genießen.

Diese und viele weitere Wanderrouten finden Sie ab dem 1. Oktober in der digitalen Zeitschrift „Der Hauptstadt-Wanderer“. Dazu gibt es zahlreiche Videos und Karten. Bestandskunden müssen sich in der E-Paper-App einloggen und unter „Extras“ ist der Hauptstadt-Wanderer aufrufbar. Abonnenten, die noch nicht registriert sind, können sich auf morgenpost.de/epaper kostenlos anmelden. Neukunden erhalten ab dem 1. Oktober direkten Zugang zum „Hauptstadt-Wanderer“ unter morgenpost.de/wandern.