Knapp fünf Monate nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hat die Berliner Generalstaatsanwaltschaft eine 35-jährige Deutsche angeklagt. Die Behörde wirft ihr vor, sich als Mitglied an einer terroristischen Vereinigung im Ausland beteiligt zu haben.

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Die Frau sitzt seit dem 23. April in Untersuchungshaft. Ihre Festnahme erfolgte am Flughafen Berlin-Brandenburg durch Bundespolizisten, weil bereits ein Haftbefehl gegen sie vorlag. Die Rückkehr der Frau nach Berlin lief nach Angaben der Behörden in Abstimmung mit deutschen Stellen. Sie hatte sich zuvor entschieden, wieder nach Deutschland zu kommen.

Ein Termin für den Prozess steht bisher nicht fest. Erst wenn der Staatsschutzsenat die Anklage zulässt, kann das Hauptverfahren beginnen.

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Die inzwischen 35-Jährige soll aus einer radikal-islamistischen Gesinnung heraus vor mehr als zehn Jahren Berlin verlassen und über Istanbul nach Syrien geflogen sein, um sich dort dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Ihr Ehemann, mit dem sie nach islamischen Ritus verheiratet ist, soll sich nach den Ermittlungen kurz zuvor in Syrien dem IS angeschlossen und für diesen gekämpft haben. Bis etwa Anfang Februar 2015 soll die Beschuldigte mit ihrem Ehemann dort gelebt und seine Tätigkeit für den IS unterstützt haben, indem sie den gemeinsamen Haushalt führte. 

Mit falscher Identität in der Türkei

Nach den Ermittlungen trennte sich die Frau später von ihrem Mann und hielt sich in Frauenhäusern des IS auf. In dieser Zeit soll sie auf eine Freundin in Berlin eingewirkt haben, den IS ebenfalls zu unterstützen und dafür auch nach Syrien zu kommen. Als mögliche Unterstützungstat soll sie dabei ein Selbstmordattentat erwähnt und ihre eigene Bereitschaft dazu bekundet haben. Im Juni 2015 soll die Freundin tatsächlich Berlin verlassen, und ins IS-Gebiet in Syrien ausgereist sein und dort einen IS-Kämpfer geheiratet haben. 

Die Frau wurde laut Generalstaatsanwaltschaft an der Waffe ausgebildet und starb später bei einem Angriff gegen den IS. Die Angeklagte selbst wurde nach den Angaben im März 2019 von kurdischen Streitkräften festgenommen und kam in das berüchtigte al-Hol-Lager im Nordosten Syriens. Im Januar 2020 gelang ihr mit Unterstützung ihres Ex-Ehemannes die Flucht in die Türkei. Dort soll sie bis April 2026 mit falschen Personalien gelebt haben, bis sie sich schließlich zur Rückkehr nach Deutschland entschloss.

dpa/dw