Zehntausende Menschen haben seit Samstagmittag in Berlin für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Rechtsextremismus demonstriert. Insgesamt zogen sieben Demonstrationszüge aus verschiedenen Stadtteilen zum Roten Rathaus, wo am späten Nachmittag gegen 16 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfand. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 35.000 Menschen an der Demonstration teil.

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Drei Demozüge vereinten sich zuvor auf der Straße Unter den Linden. Darunter der Demozug aus Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden, der „soziale Teilhabe für alle“ forderte, ein Demozug aus verschiedenen Initiativen gegen rechts und die „glänzende Demonstration“ von Die Vielen, ein Bündnis aus Kulturschaffenden.
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Die Initiativen gegen rechts forderten unter anderem, ein AfD-Verbotsverfahren. „Bundesrat, mach uns einen Prüfantrag“, sangen die Demonstrierenden. „Menschenrechte statt rechte Menschen“, hieß es zudem auf Plakaten. Regenbogenflaggen wurden geschwenkt.
Die Demo der Kulturschaffenden wurde unter dem Motto „Die Kultur bleibt frei“ angeführt. Mit gold-silbernen Fahnen und bunten Plakaten forderten sie Demokratie und Menschenrechte. Hintereinander zogen die Demozüge weiter zum Roten Rathaus.

AfD-Verbot, Mieten, Klima: Was die Demonstrierenden fordern
Am Nachmittag vereinten sich die Demozüge vor dem Roten Rathaus. Unter dem Fernsehturm tummelten sich tausende Flaggen und Transparente, die sich gegen die AfD und Rechtsextremisten aussprachen. Doch auch andere Forderungen waren zu lesen und zu hören.
Für viele Demonstrierende ging es um eine ganze Breite an Themen. Darunter Ivonne und Anja. Auf ihren Plakaten forderten sie etwa ein „AfD-Verbot, bezahlbare Mieten, soziale Gerechtigkeit, Bildung und Gesundheit“. Ivonne sagt: „Es ist nur noch eine Woche bis zur Wahl und wir haben das Gefühl, dass sich nicht nur ein bisschen etwas ändern muss - wir brauchen eine ganz neue Politik.“
Die beiden Frauen kommen ursprünglich aus Berlin. Ihnen ist vor allem das Thema Mieten wichtig. Sie sagen: „Wir leben in Wohnungen, in denen wir nicht alt werden können, weil wir sie uns nicht mehr leisten können.“ Doch auch beim Klimaschutz müsse sich etwas ändern. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir da im Vergleich zu anderen Ländern einfach rückschrittiger sind“, sagt Anja. Das führe zu Zukunftsangst und Frust, was am Ende der AfD in die Hände spiele. „Und letzten Endes wollen wir nicht von Rechtsradikalen regiert werden“, sagt Ivonne. „Deswegen sind wir heute hier.“

Zu einem kleineren Zwischenfall kam es, als ein einzelner Demonstrant vor dem Roten Rathaus mit einer Deutschlandflagge auftauchte. Schnell kam es zu Diskussionen mit anderen Demoteilnehmern. Ordner wurden hinzugezogen, die den Demonstranten dazu bringen wollten, die Demo zu verlassen. Dieser bestand jedoch auf sein Recht, Teil der Demo zu sein. Auch eine offizielle Durchsage mit der Bitte, auf „territoriale Flaggen“ zu verzichten, brachten nichts. Dann eskalierte die Situation. Der Demonstrant wurde umringt, bedrängt und geschubst. Schließlich wurde ihm die Deutschlandflagge entrissen.






