Zum Artikel „Kosten Pausen etwa Arbeitszeit? BSR wehrt sich gegen schwere Vorwürfe“ vom 8. September

Ein anonymer Hinweisgeber, der behauptet, bei der BSR blieben von einem Arbeitstag nur rund drei Stunden für die eigentliche Straßenreinigung übrig – das klingt zunächst interessant und sollte Anlass sein, genauer hinzuschauen. Schade ist, dass die BSR die Gelegenheit nur teilweise nutzt, die Vorwürfe mit konkreten Zahlen auszuräumen. Dass Pausen, Fahrten und Arbeitsabläufe Vorgaben unterliegen, ist nachvollziehbar. Die spannendere Frage wäre: Kann die Straßenreinigung besser und moderner organisiert werden? Dabei sollte man eines nicht vergessen: Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BSR gebührt Dank. Sie erledigen die Drecksarbeit für diese Stadt. Das eigentliche Problem entsteht häufig vorher – durch uns Berlinerinnen und Berliner. Müll und Zigarettenkippen gehören nicht auf die Straße. Wer sie dort entsorgt, sollte sich fragen: Würde ich das zu Hause genauso machen? Gleichzeitig gibt es Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten. Basel zeigt etwa, wie Abfallbehälter ihren Füllstand melden und den Müll verdichten können. So passen größere Mengen hinein, und unnötige Leerungsfahrten lassen sich vermeiden. Und jetzt kommt das vermeintlich ganz Verrückte: Mit diesen Daten könnten Touren dynamisch geplant werden – inzwischen auch mit KI. Vielleicht ließe sich so tatsächlich mehr Zeit für die Straßenreinigung gewinnen, ohne ausgerechnet diejenigen zum Problem zu erklären, die täglich unseren Müll wegräumen.

Ricardo Hoffmann, per E-Mail

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Ich konnte den Artikel zur Kritik der BSR kaum glauben! Ausgerechnet in unserem verdreckten Berlin sind in meinen Augen die BSR‑Mitarbeiter Helden! Ich glaube, in wenigen Städten sind die Aufgaben so vielfältig wie in Berlin. Ich bin dem BSR‑Team jedenfalls sehr dankbar. 

Gabriela Brandes, per E-Mail

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Zum Artikel „Pisa-Studie: Deutsche Ergebnisse so schlecht wie nie“ vom 8. September

Wenn deutsche Schüler bei Pisa mit historischen Tiefstwerten abschneiden, bedarf es einer Ursachendiskussion und Nachfolgemaßnahmen. Nach wie vor ist Bildung Ländersache, und jede politische Veränderung auf Länderebene zieht Reformen im Bildungsbereich nach sich. Ist das notwendig und zielführend? Nein. Wichtig wäre, Bildung zur Chefsache zu machen und deutschlandweit einheitliche, vergleichbare Lehrinhalte und einheitliche Prüfungsanforderungen vorzugeben. In der Schule muss die Bewertung der Leistung wieder stärker im Vordergrund stehen, und das geforderte Leistungsniveau darf nicht künstlich abgesenkt werden. Niemandem ist geholfen, wenn z. B. Schulsport nicht benotet wird. Nicht nur von staatlicher Seite sind einige Weichenstellungen notwendig, um das Aufstiegsversprechen wieder zu ermöglichen.

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Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, dass das Aufstiegsversprechen auch nicht mehr funktioniert, weil oftmals die Schüler und die Eltern nicht mitziehen. Das beginnt mit dem Erlernen der deutschen Sprache und Vorschulfähigkeiten im Rechnen, die in den Kitas oder einer Vorschulklasse erlernt werden können. Wer diese Eingangsvoraussetzungen nicht mitbringt, gehört nicht eingeschult. Das betrifft Familien, in denen gar nicht oder schlecht Deutsch gesprochen wird. Auch die Kontrolle von Schulaufgaben, zumindest in der Unterstufe, ist eine Aufgabe der Eltern.

Christine Horn, per E-Mail

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Zum Artikel „Berlins Sozialämter lassen Kliniken im Regen stehen“ vom 1. September

Wenn man dem Artikel Glauben schenkt, schulden die Sozialämter den Pflegeheimen und den Krankenhäusern Millionenbeträge. Ursache ist einerseits die langsame Bürokratie, denn bevor Staatsgeld ausgegeben wird, muss natürlich die Berechtigung geprüft werden. Andererseits könnte der Gesetzgeber Vereinfachungen schaffen, zum Beispiel abhängig vom Pflegegrad nur die Erstattung bis zu einem bestimmten Betrag. Und für Menschen ohne Krankenversicherung sollte ein Basistarif gelten, der nur Mindestleistungen vorsieht und damit natürlich das Recht von Ärzten und Krankenhäusern, darüber hinausgehende Behandlungen zu verweigern. Beide Maßnahmen würden die Prüfung im Sozialamt erheblich erleichtern und zusätzlich die Kosten durch solche Menschen begrenzen. Und Betreuungsgerichte dürften die Unterbringung nur anordnen, wenn vorher die Kostenübernahme geklärt ist. Aber jeder kann sich vorstellen, dass der Aufschrei in Politik und Medien groß wäre, nach dem Motto „Gesundheitsmaßnahmen und Pflege dürfen nicht vom individuellen Status abhängig sein“. Aber das muss man aushalten, wenn eine Änderung des Zustandes herbeigeführt werden soll.

Horst Ahlers, per E-Mail

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