Grau und unauffällig stehen sie am Straßenrand, häufig mit Aufklebern „verziert“ oder beschmiert: Stromkästen, die die Energie an die Hausanschlüsse verteilen. Stromkästen sind die Schnittstelle zwischen den Netzstationen und den Haushalten. 18.000 dieser Kabelverteilerschränke und rund 10.000 Trafostationen betreibt das Unternehmen Stromnetz Berlin.

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Um aus den hässlich-grauen Kästen bunte Hingucker im Straßenbild zu machen, veranstaltet das Stromnetz Berlin seit 15 Jahren das Schulprojekt „Stromkastenstyling“. Unter dem Motto „Grau war gestern“ verschönern Schülerinnen und Schüler jedes Jahr rund 500 graue Kästen mit selbst gestalteten Motiven. Für 2027 sind noch einige Plätze frei, auf die sich Schulen noch bis zum 30. September bei Stromnetz Berlin bewerben können. Die Aktion richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse.

Street-Art-Künstler beraten bei der Gestaltung

In einer einwöchigen Projektwoche gestaltet jede Klasse 15 Stromkästen in ihrem Kiez. Zunächst entwickeln die jungen Künstler eigene Motive. Anschließend werden unter Anleitung von Street-Art-Künstlern und Pädagogen Schablonen erstellt. Am Ende gestalten die Kinder die Stromkästen und Trafostationen mit ihren Motiven. Die Kosten des  Stromkastenstylings trägt Stromnetz Berlin.

Stromkasten Styling
Street-Art-Künstler Lars Hetmanek (grüne Jacke) gibt noch ein paar Tipps. Zum Schutz tragen alle Atemschutzmasken und weiße Overalls.© Stromnetz Berlin/Ben Kriemann | Stromnetz Berlin/Ben Kriemann

In diesem Jahr haben die sechsten Klassen der Grundschule am Tegelschen Ort in Reinickendorf am Stromkastenstyling teilgenommen. In der Abschlusswoche des Projekts haben die Schülerinnen und Schüler auf der Halbinsel Tegelort 15 Stromkästen von Stromnetz Berlin mit den von ihnen entworfenen Motiven besprüht. Sehr beliebt bei den Kindern sind Tiere: Delfine, Haie, Wale, Tiger, Wölfe, Eulen, Schwäne und Katzen zieren nun die Kästen im Kiez. Unter Anleitung von Street-Art-Künstler Lars Hetmanek vom Reinickendorfer Verein meredo e. V. wurden auch Segelboote, Schmetterlinge und eine Rose gesprüht – als Erinnerung an eine gleichnamige Lehrerin. „Es hat uns großen Spaß gemacht“, sagten die Sechstklässlerinnen Mira und Hilla, die zusammen ein Schwanenpaar gestaltet und gesprüht haben.

Für die Aktionen zwischen März und Oktober wird die Fläche rund um die Stromkästen abgesperrt. Autos, die in der Nähe parken, bekommen zum Schutz eine Plane. Die Projektwochen sind jeweils in den Kiezen angemeldet. Die Kinder tragen beim Auftragen der Farbe Atemmasken und zum Schutz ihrer Kleidung weiße Overalls.

Kreativität schützt die Kästen vor Vandalismus

„Berlin ist die Hauptstadt der Kreativen, und diese Kreativität schon in der Schule zu fördern, das ist uns seit vielen Jahren eine Herzenssache“, sagt Tom Rütting, Leiter Politik und Kommunikation bei Stromnetz Berlin. „Das Projekt Stromkastenstyling hat in der Zwischenzeit sogar Nachahmer in ganz Deutschland gefunden. Das freut uns besonders. Und ein wichtiger Nebeneffekt der Aktion: Wir schützen unsere Anlagen auch vor Vandalismus. Denn schöne Kästen werden nachweislich seltener übersprüht.“

Stromkastenstyling
Tiermotive sind bei den Kindern sehr beliebt. Den Stromkasten neben einer Bushaltestelle in Tegelort schmückt ein Pandabär.© Stromnetz Berlin/Ben Kriemann | Stromnetz Berlin/Ben Kriemann

Neben der kreativen Projektwoche gibt es noch einen Grund für Schulen, beim Stromkastenstyling mitzumachen. Die schönsten Stromkästen und Trafostationen werden jedes Jahr in mehreren Kategorien von einer Jury ausgezeichnet. Für den Publikumspreis können alle Berliner im Internet abstimmen. Die Preise werden im Beisein der jungen Künstlerinnen und Künstler bei einer feierlichen Veranstaltung verliehen.

Informationen zum Stromkastenstyling gibt es  auf www.stromnetz.berlin/fur-berlin/stromkastenstyling/. Bewerbungen für 2027 können Schulen noch bis zum 30. September 2026 per E-Mail schicken an: stromkastenstyling@stromnetz-berlin.de. Bitte Schule, Klassenstufe und eine Ansprechperson mit Kontaktdaten nennen.