Im Freien zu essen, ist im Sommer oft eine Einladung für beflügelte Gäste. Wespen genießen keinen guten Ruf und können vor allem bei den Mahlzeiten nerven. Doch in diesem Jahr störten die kleinen Tiere in Berlin offenbar deutlich weniger als noch im letzten Jahr. Das legen zumindest die Zahlen zur Wespenbekämpfung bei Kammerjägern nahe. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 hat sich gezeigt: Im Vergleich zum Vorjahr gab es in Berlin weniger Anfragen zur Wespenbekämpfung.

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Das geht aus einem aktuellen Wespenreport der Schädlingsbekämpfer „SchädlingsHero“ hervor. Demnach gab es einen Rückgang um rund 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit sind die Anfragen zur Wespenbekämpfung gegenüber dem Jahr 2025 um rund ein Drittel zurückgegangen. Die Auswertung dieser Daten erfolgte auf Basis von 13.000 bundesweiten Kundenanfragen zur Schädlingsbekämpfung bis Ende Juli 2026.
Allerdings: Der Wespenreport wertet nur das Anfrageaufkommen für die Schädlingsbekämpfung von Wespen aus. Es lassen sich anhand der Daten also keine direkten Rückschlüsse auf die Wespenpopulation in Berlin ziehen. Zahlen zur absoluten Wespenpopulation gebe es nicht, betont die Projektleiterin des Berliner Hymenopterendienstes, Dr. Melanie von Orlow. Es seien lediglich Vergleiche mit den Vorjahren möglich.
So sei es denkbar, dass es mit wachsender Bekanntheit der Wespenbekämpfung auch zu mehr Anfragen komme. Daher würden die Zahlen nur widerspiegeln, wie sehr das Thema die Berlinerinnen und Berliner beschäftige. Schädlingsexpertin Sophie Scharrer ergänzt, dass die Zahl der Wespenvölker durch verschiedene Faktoren wie das Wetter, die Wahrnehmung durch Menschen und den Störungsfaktor der Nester beeinflusst werden könnte. Dabei müsse man auch beachten, dass Berlin grundsätzlich weniger stark von Wespen betroffen sei, als viele ländlichere Regionen.
Populationsschwankungen der Wespen
Scharrer erklärt, dass die Entwicklung der Wespenvölker normalen Schwankungen unterliege. „Vor allem wechselhafte Bedingungen während der Gründungsphase der Nester können sich spürbar auf die Population auswirken“, erläutert sie. „Vermutlich hat der Dauerfrost zu Jahresbeginn seinen Tribut bei den überwinternden Königinnen gefordert.“ Doch eine schrumpfende Wespenpopulation sei nicht zu befürchten: „Grundsätzlich unterliegen alle Arten Populationsschwankungen und schlechten Wespenjahren werden auch wieder gute folgen.“
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Wespenbedeutung und Schutz
Laut dem Naturschutzbund (NABU) gelten Wespen als bestandsregulierende Arten. Sie jagen Insekten wie Fliegen und Mücken und dienen auch selbst als Nahrungsquelle für schützenswerte Beutegreifer.
Bei einem Wespenfund empfiehlt von Orlow das Zusammenleben mit den Wespen erst einmal zu erproben. „Problematische Nestlagen kann man durch Umlenkung erhalten oder durch Umsiedlung retten.“







