Die Bildungsgewerkschaft GEW will mit einer neuen App die Überlastung von Lehrern systematisch erfassen. Mitglieder der GEW können jetzt ihre Arbeitszeit und Überstunden in der App „LehrZeit!“ dokumentieren. „Wir haben den Senat immer wieder aufgefordert, endlich ein verbindliches und rechtssicheres System zur Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte zu schaffen. Weil das bislang nicht geschehen ist, nehmen wir das Thema selbst in die Hand“, sagte der GEW-Vorsitzende Gökhan Akgün.

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Der Arbeitgeber sei eigentlich zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet. Doch die Senatsverwaltung setze dies nicht um. Ein großer Teil der Arbeit findet laut GEW außerhalb der sichtbaren Unterrichtsstunden statt, etwa bei der Vorbereitung des Unterrichts, Korrekturen, Gesprächen, Konferenzen, Dokumentation und zusätzlichen Aufgaben. „Genau diese Arbeit werden wir sichtbar machen“, so Akgün.
Zwei Drittel der Lehrer in Berlin leistet unbezahlte Mehrarbeit
Die App sei kein Allheilmittel und könne keine Lehrkräfte ersetzen. Allerdings soll die Erfassung demnach künftig für Entlastung sorgen und helfen, Ansprüche auch gerichtlich durchzusetzen.
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Einer Studie zufolge leisten an Berlins Schulen zwei Drittel der Lehrer unbezahlte Mehrarbeit. Im Durchschnitt fallen pro Vollzeit-Lehrkraft 2,5 Überstunden pro Woche an, wie eine im vergangenen Jahr vorgestellte Untersuchung der Universität Göttingen ergab, die von der GEW unterstützt wurde. Nicht selten arbeiten Lehrer auch in den Ferien, am Wochenende oder noch spätabends.
Für die erstmals in dieser Form erhobene Studie machten Tausende Berliner Lehrerinnen und Lehrer im Schuljahr 2023/2024 Angaben zu ihrer Arbeitszeit. 1.217 von ihnen lieferten über ein Jahr lang kontinuierlich Angaben.
In der GEW sind eigenen Angaben zufolge rund 20.000 Berliner Lehrer organisiert.
dpa




