Seit bald 26 Jahren fehlt jede Spur der damals zwölf Jahre alten Sandra Wißmann, verschwunden offenbar in Kreuzberg. Am kommenden Mittwoch, 19. August, beschäftigt sich die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ erneut mit dem Cold Case und die Berliner Polizei hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Verschwindens von Sandra Wißmann führen, eine Belohnung in Höhe von bis zu 5000 Euro ausgelobt.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Das Mädchen hatte am 28. November gemeinsam mit ihrer Mutter am Nachmittag die elterliche Wohnung an der Böckhstraße 40 verlassen und sich dann verabschiedet. Sie wollte im damaligen Karstadt-Kaufhaus, heute Galeria, am Hermannplatz ein Geschenk für ihre Mutter kaufen. Spätestens um 16 Uhr wollte sie wieder zu Hause sein. Dahin kehrt sie aber nie zurück. Die Polizei leitete umgehend die Suche nach dem vermissten Mädchen ein.
Lesen Sie auch
Wie die Polizei ermitteln konnte, wurde Sandra auch zwischen 15 und 16 Uhr von Angestellten beim Einkauf in dem Warenhaus gesehen. Kurze Zeit später wurde sie dann von einer Klassenkameradin zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr auf dem Kottbusser Damm gesehen. Anschließend ging sie offenbar an ihrem Zuhause an der Böckhstraße vorbei in Richtung Planufer und Admiralbrücke am Landwehrkanal. Offen bleibt die Frage, warum sie diesen Weg genommen hat.
Auch 26 Jahre nach dem Verschwinden gibt es keine Spur von Sandra Wißmann
Im Zuge der weiteren Ermittlungen führte ein Hinweis zu einem unbekannten Mann. Dieser hatte in etwa zur gleichen Zeit in der Nähe des Kottbusser Damms ein anderes Mädchen angesprochen. Dem gegenüber gab er an, er würde Renovierungsarbeiten durchführen, und bat das Mädchen, eine Wasserwaage zu halten. Darauf aber ließ sich das Mädchen nicht ein. Ungeklärt bleibe die Frage, ob dieser Mann auch Sandra angesprochen hat, heißt es in einer Ankündigung des ZDF zur Sendung am kommenden Mittwoch. Die 5. Mordkommission rechnet damit, dass Sandra getötet wurde. Bis heute, fast 26 Jahre nach dem Verschwinden, gibt es keine Spur von ihr.
Sandra Wißmann wurde zum Zeitpunkt des Verschwindens wie folgt beschrieben:
- circa 160 cm groß
- sportlich, zierlicher Körperbau
- braune Augen
- lange, glatte, über die Schulter reichende Haare, mit einem Haargummi zum Zopf gebunden
- Bekleidet war Sandra mit einem dunkelbraun-bordeaux-schwarz gemusterten Pullover, einer schwarzen Jeans und einer halblangen blauen, gesteppten Winterjacke.
Die Ermittlerinnen und Ermittler fragen:
- Wer hat Sandra Wißmann am Nachmittag des Dienstags, 28. November 2000, oder danach gesehen?
- Wer kann Angaben zu den Umständen ihres Verschwindens machen?
- Wer kann Angaben zum möglichen jetzigen Aufenthaltsort des Mädchens machen?
- Wer hat damals auffällige Beobachtungen im Bereich Kreuzberg (z. B. verdächtiges Ansprechen von Kindern) gemacht?
Zeugen gesucht: 5000 Euro Belohnung für Hinweise
Die Polizei Berlin hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Verschwindens von Sandra Wißmann führen, eine Belohnung in Höhe von bis zu 5000 Euro ausgelobt.
Hinweise nimmt die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten unter der Rufnummer (030) 4664-911555 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an LKA115-Hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Auch an jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache können Hinweise gegeben werden.
Seit 1983 gibt es den Tag der vermissten Kinder
Im Rahmen der Kampagne „Spurlos Verschwunden“ des Bundeskriminalamtes (BKA) anlässlich des Tages der vermissten Kinder am 25. Mai 2026, hatte sich die Berliner Polizei mit diesem Cold Case bereits an die Öffentlichkeit gewandt und einen Zeugenaufruf gestartet.
Der Tag der vermissten Kinder wurde laut BKA im Jahr 1983 in den USA ins Leben gerufen, nachdem ein Vermisstenfall dort große öffentliche Aufmerksamkeit erregt hatte. Er wird bis heute jedes Jahr am 25. Mai international begangen. Ziel sei es, auf verschwundene Kinder und Jugendliche aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.






