Letzte Runde im Abgeordnetenhaus: Der Grünen-Politiker und frühere Finanzsenator Daniel Wesener (50) verabschiedet sich Mitte September aus dem Berliner Landesparlament. Die Entscheidung steht bereits seit Längerem fest. Vor einem Jahr hatte er erklärt, sich nicht für die Spitzenkandidatur zu bewerben und nicht für das Abgeordnetenhaus zu kandidieren. „Nach zwei Wahlperioden im Abgeordnetenhaus ist Zeit für etwas Neues“, sagte Wesener unserer Redaktion.

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So habe er es mit all seinen politischen Funktionen in den vergangenen 25 Jahren gehalten. „Denn es ist die Veränderung, durch die wir dazulernen und selbst etwas bewegen können“, sagte Wesener weiter. Aber er gab auch einen kleinen Ausblick auf seine Zukunft – ohne dabei konkret zu werden. „Berlin, der Kultur und der grünen Politik bleibe ich in jedem Fall erhalten“, sagte Wesener. „Der Rest wird sich fügen.“

Vor 30 Jahren ist Daniel Wesener nach Berlin gezogen. Er studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am College of William & Mary in den USA Geschichte und Kunstgeschichte, das er ohne Abschluss beendete. Die Politik in Berlin kennt Wesener wie nur wenige. Der inzwischen 50-Jährige ist seit 2001 Mitglied bei den Grünen. Zwischen 2003 und 2011 arbeitete er im Deutschen Bundestag für Hans-Christian Ströbele, der zuvor als erster Grünen-Politiker ein Direktmandat gewinnen konnte. Während der Arbeit im Bundestagsbüro war Wesener Mitglied in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg. Von 2011 bis 2016 bildete er gemeinsam mit Bettina Jarasch den Landesvorsitz der Grünen in Berlin.

Wesener trieb Aufklärung der Fördermittel-Affäre voran

Im Jahr 2016 zog Wesener, der zum linken Flügel der Partei zählt, in das Abgeordnetenhaus ein und war dort Parlamentarischer Geschäftsführer sowie Sprecher für Haushalt und Kultur. Nach der Wahl 2021 war Daniel Wesener Finanzsenator im Senat Giffey. Nach der Wiederholungswahl kehrte Wesener wieder ins Landesparlament zurück und ist seither Sprecher für Kulturfinanzierung der Grünen.

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Zuletzt hatte Wesener mit einer Akteneinsicht maßgeblich den Untersuchungsausschuss zur Berliner Fördergeldaffäre vorangetrieben. Bei der Vergabe von rund 2,6 Millionen Euro an 13 Projekte gegen Antisemitismus wurden große Defizite und Rechtsverstöße in der Kulturverwaltung offengelegt. Im Zuge der Aufarbeitung trat die damalige Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson im April 2026 zurück. juwue