Im Berliner Busverkehr verbessert sich erstmals seit Jahren wieder das Angebot – dank einer stabileren Personalsituation bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). So fährt die M77 ab 23. August knapp fünf Kilometer weiter, über Alt-Mariendorf hinaus bis zum S- und U-Bahnhof Hermannstraße, kündigte BVG-Chef Henrik Falk an. Die Expressbuslinie X33, die zwischen Spandau und Reinickendorf unterwegs ist, fährt demnach abends länger und tagsüber in dichterer Taktung. 

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Für Fahrgäste in Charlottenburg nimmt die Linie 310 wieder den Betrieb auf. Sie wurde 2023 eingestellt, als die BVG auf insgesamt 44 Buslinien das Angebot kürzte. Der Bus 310 ist den Angaben zufolge zwischen U-Bahnhof Wilmersdorfer Str./S-Bahnhof Charlottenburg und U-Bahnhof Blissestraße/Uhlandstraße unterwegs. Weitere Verbesserungen betreffen laut Senatsverkehrsverwaltung die Linien 147, 170 und 256, auf denen dichtere Takte angeboten werden.

BVG: Fahrermangel ist aktuell kein Thema mehr

Es ist das erste Mal seit 2023, dass das Angebot im Busbereich verbessert werden kann. In mehreren Schritten hatte die BVG damals den Fahrplan um insgesamt sechs Prozent gekürzt, vor allem weil Fahrerinnen und Fahrer fehlten. Aufs Jahr gerechnet blieb die BVG in der Folge sechs Millionen Kilometer unter der eigentlich vorgesehenen Busleistung. Nun werden also erste Schritte gegangen, um das Angebot wieder zu verbessern. Das zeige, dass sich das Unternehmen Schritt für Schritt in die richtige Richtung bewege, so Falk.

Dabei geht es einerseits um die Fahrerinnen und Fahrer. 2023 war noch von rund 350 fehlenden Fahrern die Rede. Inzwischen gebe es bei der BVG keinen Personalmangel mehr, vor allem nicht im Fahrbetrieb bei U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen, betonte Falk. Allein im Busbereich gibt es laut BVG-Angaben aktuell 4980 Fahrerinnen und Fahrer. In diesem Jahr seien bereits 740 neue Mitarbeitende eingestellt worden, 90 Prozent davon im operativen Bereich. Bis zu Ende des Jahres sollen es 1400 sein.

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Zu den zusätzlichen Fahrerinnen und Fahrern kommen auch neue Busse. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut BVG 70 E-Gelenkbusse in Betrieb genommen. Weitere 80 sollen noch in diesem Jahr geliefert werden. Im Vergleich der Verkehrsmittel erzielten die Busse zuletzt auch den höchsten Zuverlässigkeitswert, der besagt, wie viele der geplanten Fahrten stattgefunden haben. Im ersten Halbjahr erreichten die Busse demnach eine Zuverlässigkeit von 99,6 Prozent. Allerdings wurde der Wert um externe Faktoren, wie Unfälle, Demonstrationen oder Streiks, aber auch Extremwetter wie den Eisregen zu Beginn des Jahres, bereinigt. Andernfalls würde sich die Quote um rund 0,4 Prozent verschlechtern.

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Stabilisiert hat sich derweil auch die Situation im U-Bahnverkehr. Im ersten Halbjahr lag die Zuverlässigkeit wieder bei rund 98 Prozent. Rechnet man Streiks und andere Faktoren heraus, waren es den Angaben zufolge 98,5 Prozent. Damit liegt die BVG noch unter dem eigentlichen Sollwert, der bei über 99 Prozent liegt. Der Trend zeigt dennoch nach oben. Aufgrund eines überalterten Fuhrparks war die Zuverlässigkeit in den vergangenen Jahren im U-Bahnverkehr stark eingebrochen. Zeitweise verkehrten weniger als 90 Prozent der geplanten Züge. Im Gesamtjahr 2025 lag die Zuverlässigkeit den Angaben zufolge bei lediglich 94,3 Prozent.

Bei der Pünktlichkeit ist die BVG zum Teil weit von den Sollwerten entfernt

Der entscheidende Punkt, auf den die BVG schon öfter verwiesen hat, sind in dem Bereich die neuen U-Bahnen. Laut BVG sind mittlerweile 140 Wagen der Baureihe JK auf der Linie U2 im Einsatz. Seit einigen Monaten fahren zudem auf der Linie U5 neue Züge der etwas größeren Baureihe J. Hier komme in Kürze der 100. Wagen, so die BVG, bis Jahresende sollen 170 von ihnen im Fahrgastbetrieb sein. 166 weitere Wagen wurden inzwischen bei Hersteller Stadler bestellt, sie sollen auch direkt mit dem System CBTC ausgestattet sein. Mit der Technologie will die BVG den U-Bahn-Betrieb teilautomatisieren und so die Effizienz und auch die Pünktlichkeit verbessern.

Grundsätzlich ist die Pünktlichkeit laut Falk ein Thema, das im nächsten Schritt stärker angegangen werden soll. „Das setzt voraus, dass wir zuerst ein stabiles Grundangebot auf die Straße bringen“, sagt er. Im ersten Halbjahr waren laut BVG 98,3 Prozent der U-Bahnen pünktlich, im Vergleich der Verkehrsbereiche der mit Abstand höchste Wert. Von den Bussen kamen 86,8 Prozent pünktlich, bei den Straßenbahnen 86,7 Prozent. Eigenen Angaben zufolge wurde damit aber in allen Bereichen eine leichte Verbesserung gegenüber dem Gesamtjahr 2025 erreicht. Vom Jahressollwert sind aber insbesondere Trams und Busse weit entfernt. Vorgegeben sind vom Land eigentlich 94,4 Prozent pünktliche Busfahrten und 96,7 Prozent pünktliche Straßenbahnfahrten.

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BVG-Chef blickt mit „Skepsis“ auf geforderte Zugangssperren

Auch bei der Sicherheit sieht sich die BVG auf dem richtigen Weg. Insgesamt seien die Delikte im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, heißt es. Das entspricht knapp 1000 Taten weniger. Schon im vergangenen Jahr hatte es bei der BVG einen Rückgang gegeben, wobei auffällig war: Die Zahl der Sexualdelikte wie auch der Nötigungen stieg entgegen dem Trend. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, setzt die BVG unter anderem verstärkt auf eine KI-gestützte Videoüberwachung.

Auf eine andere Technik blickt Falk dagegen mit „Skepsis“: die von der CDU unterstützten Zugangssperren an U-Bahnhöfen. „Die Frage ist, ob wir damit noch mal deutlich vorankommen oder ob wir die Mittel, die wir dafür einsetzen müssten, lieber anders nutzen“, so Falk. Als Beispiel nannte er die Finanzierung der CBTC-Ausstattung im U-Bahn-Netz. Sie ist zunächst für zwei Linien geplant, könnte nach Falks Vorstellung aber auch noch darüber hinausgehen.

mit dpa