Für die meisten Kinder sind die Sommerferien die schönste Zeit des Jahres. Sie verreisen mit den Eltern in die Berge oder an die See, fahren ins Ferienlager oder treffen Freunde im Freibad. Für viele Kinder in Berlin aber beginnt mit den Sommerferien eine Zeit des Verzichts. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit wächst fast jedes vierte Berliner Kind in einer Familie auf, die von Bürgergeld lebt – ein trauriger Spitzenwert im bundesweiten Vergleich.

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„Kinderarmut macht keine Ferien. Sie wird in den Sommerferien nur besonders sichtbar“, sagt Bianca Sommerfeld, Geschäftsführerin der Berliner SchutzengelWerk gGmbH. „Für diese Kinder bedeutet das: Kein Urlaub. Kein Freizeitpark. Kein Schwimmbad. Oft nicht einmal ein Eis zwischendurch. Und das kostenlose Schulessen fällt in den sechs Wochen auch weg.“
Das gemeinnützige SchutzengelWerk unterhält zwei spendenfinanzierte Einrichtungen in Steglitz und Hohenschönhausen. Dort bekommen Kinder nach der Schule ein gesundes Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben und Betreuung in der Freizeit.

Kinder stürmen Hüpfburgenstadt beim Ferienprogramm in Zehlendorf
Mit Unterstützung von Berliner helfen e. V., dem Verein der Berliner Morgenpost, bietet das SchutzengelWerk auch in diesem Jahr ein Ferienprogramm mit Ausflügen an drei Tagen pro Woche. Am Mittwoch ging es in die Hüpfburgenstadt am Hegauer Weg in Zehlendorf. Schon von Weitem leuchten die bunten „Luftschlösser“: riesige Drachen mit aufgerissenem Maul, Burgen mit Zugbrücke und ein großer blauer Delfin – alles zum Herumspringen und Fallenlassen.
41 Kinder vom SchutzengelWerk und aus der Ludwig-Bechstein-Grundschule toben auf den Hüpfburgen. Viele tragen Badesachen, denn am beliebtesten ist die große Wasserrutsche. „Wir haben für die Gruppe schon um 12 Uhr geöffnet und freuen uns, Teil des Ferienprogramms zu sein“, sagt Marlen Spindler, die Betreiberin.
Die Gruppe bekommt einen Preisnachlass, dazu gibt es in der Mittagspause Getränke, Pommes und Chicken-Nuggets. „Ich habe aber kein Geld“, sagt ein Junge skeptisch. „Brauchst du nicht, komm her und greif zu“, beruhigt ihn Michel Röver, Leiter des Schutzengelhauses in Steglitz, und ruft zum Essen in den schattigen Imbissbereich der Hüpfburgenstadt.
Spenden ermöglichen Ferienpässe und Freibadbesuche
„Die Kinder haben immer Hunger. Man muss nur zusammenrechnen, was der Eintritt und 41-mal Pommes und Snacks kosten. Dafür sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt Sommerfeld – wie für alle Unternehmungen des Ferienprogramms.
Von der Spende von Berliner helfen e. V. kauften die Schutzengelhäuser Ferienpässe für alle Kinder. „Das lohnt sich richtig. Wir waren schon dreimal im Freibad am Insulaner. Mit dem Ferienpass für 9 Euro ist der Eintritt kostenlos“, sagt die Geschäftsführerin.
„Wenn Kinder nach den Ferien erzählen, berichten die einen vom Meer, vom Campingplatz oder vom Freizeitpark. Und andere haben sechs Wochen kaum ihren Kiez verlassen. Dabei sind gemeinsame Erlebnisse so wichtig für die Entwicklung. Jedes Kind sollte die Chance haben, schöne Ferien zu erleben. Ohne die Spenden von Berliner helfen könnten wir ein solches Ferienprogramm nicht anbieten“, sagt Bianca Sommerfeld.





