Nach der Attacke am Rande des CSD in Berlin hat die Charité einen Überblick zum Zustand der von ihr versorgten Patienten gegeben. „Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden“, schrieb ein Sprecher des Klinikums am Sonntagmittag. Vier weitere Patienten werden ihm zufolge aktuell auf Intensivstationen behandelt. Es bestehe „zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr“.

Was als große Demo und Feier für die Rechte und Sichtbarkeit der queeren Community gedacht war, endete am Samstag in einer Katastrophe: Am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ist am Samstagabend ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Mittlerweile spricht die Polizei von einem Anschlag – mutmaßlich islamistisch motiviert. Mit Hochdruck fahnden die Behörden nach dem tatverdächtigen Abdul B. Eine Frau wurde bei dem Angriff getötet, 16 Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. So reagiert Berlin.

Am Nachmittag gab auch die Polizei mit Blick auf die Verletzten Entwarnung. Niemand der Verletzten in den Krankenhäusern sei momentan in einem kritischen, lebensbedrohlichen Zustand, sagte ein Sprecher.

Am Samstagabend war ein weißer Van in der Nähe des Potsdamer Platzes plötzlich in eine Menschenmenge gefahren. Bei dem Angriff starb nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Mensch, 29 weitere wurden verletzt oder schwerstverletzt. Der 21-jährige Tatverdächtige Abdul Ballout war zunächst auf der Flucht. Wie am Sonntagabend von der Berliner Senatsinnenverwaltung gegenüber dieser Redaktion bestätigt wurde, ist der Mann bei einem Zugriff im Bezirk Spandau erschossen worden.

Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien das Wort „Evakuierung“

Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den CSD gefeiert. Die Straßenparade – Höhepunkt eines bunten Programms während der Woche – begann am Mittag und endete abends am Brandenburger Tor. Mit ihrem Demonstrationszug wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Popmusikerin Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. 

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Nach dem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt, bis wenig später ein Moderator die Menschen aufforderte, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“

In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter dann zwei für Sonntag geplante Veranstaltungen ab.

dpa