Zum Artikel „Schulessen soll zwei Euro kosten“ vom 17. Juli
Warum nur leistungsfähige Eltern zur Kasse bitten? Ist es nicht allen Eltern zuzumuten, ihrem Kind ein vernünftiges Essen zukommen zu lassen? Wozu gibt es Kindergeld? Dann wird mal auf Bier und Zigaretten verzichtet. Das Essen schmeckt hoffentlich wieder besser, wenn nicht nur minimalistisch gekocht wird.
Petra Selies, per E-Mail
Zum Artikel „Leihmutterschaft: Was ist in Deutschland erlaubt?“ vom 17. Juli
Man muss Jens Spahn einfach für seine politische Akrobatik bewundern! Daheim blockiert seine CDU beharrlich jede Reform der Fortpflanzungsmedizin, um das moralische Gewissen der Nation zu mimen. Geht es aber um das eigene Privatleben, verfliegt der christliche Wertekanon blitzschnell im Steigflug Richtung USA. Das ist die absolute Premium-Variante von „Wasser predigen, Wein saufen“: Für das deutsche Stimmvolk gibt es das schale Leitungswasser der Verbote und Hürden. Während normale gleichgeschlechtliche Paare bei deutschen Adoptionsverfahren durch ein schier unüberwindbares bürokratisches Spießrutenlauf-Labyrinth gejagt werden und gesetzlich versicherte Paare horrende Kinderwunschkosten aus eigener Tasche zahlen müssen, gilt für den Herrn Ex-Minister die Express-Spur. Wer das nötige Kleingeld für ein Übersee-Ticket und US-Privatkliniken hat, umgeht die restriktive Politik der eigenen Partei einfach per Kreditkarte. Im Hause Spahn perlt somit der kalifornische Luxus-Champagner der Leihmutterschaft, während Otto Normalverbraucher an den CDU-vorgegebenen Gesetzen scheitert. Vielleicht sollte die Union ihr Grundsatzprogramm ehrlicherweise umschreiben: „Familiengründung abseits der Norm ist ethisch verwerflich – es sei denn, man sitzt im CDU-Präsidium und hat ein pralles Bankkonto.“ Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs und guten Durst beim Weinsaufen, Herr Spahn!
Helmut Schmidt, per E-Mail
Ich möchte hier gar nicht das Für und Wider zu diesem Thema diskutieren, sondern auf einen ganz anderen Aspekt hinweisen. Die Frage, die sich stellt, ist, ob die Mehrheit der Abgeordneten für oder gegen dieses Thema ist. Fakt ist Folgendes: Innerhalb der CDU gibt es eine Mehrheit, nicht alle sind dagegen. Mit diesem Beschluss ist die CDU in Verhandlung mit einem Koalitionspartner gegangen und hat vielleicht im Tausch gegen irgendein anderes Thema diesen Beschluss durchgesetzt. Damit gab es eine Mehrheit im Bundestag. Vielleicht war zu Beginn der Diskussion Jens Spahn gar nicht auf der Seite der Neinsager. Er musste nur die Entscheidung der CDU später mittragen und auch vertreten! Daran kann man, wenn man ein paar Zahlen durchrechnet, sehen, dass es in Deutschland doch selten Mehrheitsentscheidungen, sondern Minderheitsentscheidungen gibt. Dass Spahn jetzt doch diese Möglichkeit für sich und seinen Mann in Betracht gezogen hat, hat natürlich ein gewisses Geschmäckle, weil er ja nach außen hin die gegenteilige Meinung vertreten hat oder musste. Er hat sich jetzt über die „Fraktionsdisziplin“ hinweggesetzt.
Andreas Müller-Reichenwallner, per E-Mail
Da macht sich doch Wut breit! Die Bundes-CDU sollte schnellstens dem Beispiel Berlins beim Wechsel Wegner/Evers folgen und Herrn Spahn endlich ablösen. Wie viele Skandale und Rechtsbiegungen dieses Politikers muss der Bürger eigentlich noch aushalten? Maskenskandal, Millionenvilla und jetzt Leihmütterrechtsbiegung. Hier in Deutschland spielt er sich als Tugendwächter auf, umgeht aber, wenn’s um eigene Interessen geht, seine eigene Moral. Und der Staat zahlt noch kräftig mit. Denn das Einkommen, das er wohl zumindest anteilig mit seinem Partner für die Leihmutter in den USA bezahlen muss, erhält er ja wohl als Abgeordnetensalär von uns Steuerzahlern. Na prima! Dieser Mann ist das typisch abstoßende Element einer Elite, die für sich dank ihres Geldes Rechtsbrüche in Anspruch nimmt, die Otto Normalverbraucher verwehrt sind. Und da wundert sich der Kanzler über Politikverdrossenheit. Hier sollte er durchgreifen und diesen Schmarotzer und Demokratieschädling zum Rücktritt zwingen. Das schüfe Glaubwürdigkeit.
Hubertus von Goertzke, per E-Mail
Zum Artikel „Spandauer Bürgerinitiative kritisiert neue Baupläne scharf“ vom 17. Juli
Als Spandauerin kann ich die Bedenken total nachvollziehen. Wer sich mal die ganzen extrem bebauten neuen Viertel hier anschaut, fragt sich: Wo ist denn die sogenannte Schwammstadt? Alles eng auf eng mit viel Stein zwischen den Bauten und extrem warm. Bäume? Fehlanzeige! Wenn man Glück hat, ein paar Büsche. Ja, bezahlbare Wohnungen werden gebraucht, aber nicht zur Gewinnoptimierung auf Biegen und Brechen auf Kosten der Gesundheit der dort dann lebenden Menschen. Aber vielleicht etwas ironisch: Wir haben ja den Spandauer Forst, der gleicht das als durch Trockenheit geschädigte Fläche wieder aus.
Viviane Schütt, per E-Mail


