Zum Artikel „30.000 Euro für Rettungsschwimmer: Das kostet das Freibad am Rosa-Luxemburg-Platz“ vom 9. Juli

Wenn Herr Lilienthal als neuer Intendant der Volksbühne meint, er müsse für 300.000 Euro ein zeitweises Freibad an seinem Theater einrichten, hat er offenbar zu viel Zeit und zu viel Geld. Statt sich um die Theaterkunst, den Spielplan und seine Schauspieler zu kümmern, vertreibt er seine Langeweile mit der Einrichtung eines temporären Schwimmbades für mehrere Hunderttausend Euro neben dem Theater. Da er damit beweist, dass er die Subventionen für seine eigentliche Arbeit, das Theater, gar nicht benötigt, sondern für den Pippifax eines Schwimmbades ausgeben kann, sollte ihm der Senat fürs nächste Jahr ruhig und gezielt 1 Million Euro seines Budgets kürzen, er braucht das Geld ja nicht fürs Theater, die Volksbühne.

Axel Göritz, via E-Mail

Zum Artikel „Alle sind entsetzt über Kai Wegner, nur Kai Wegner nicht“ vom 8. Juli

In der numerischen Mathematik gibt es die sogenannte Methode des steilsten Abstiegs zur Lösung eines Minimierungsproblems. Überträgt man dies auf die Politik und die Frage, wie man durch logische Schlüsse der Realität am nächsten kommt, bietet es sich an, zunächst die am wenigsten wahrscheinlichen Aspekte auszuschließen. Bezogen auf den Stromausfall in Zehlendorf Anfang 2026 und das (Nicht-)Reagieren des Regierenden Bürgermeisters erscheint es als maximal unwahrscheinlich, dass dieser die Chance, sich als „Kümmerer“ zu profilieren, nicht genutzt hat, und umso unwahrscheinlicher, weil er Vorbilder wie Helmut Schmidt bei der Sturmflut von 1962 und Gerhard Schröder beim Elbehochwasser 2002 sicherlich genau kennt (Schröder hat den Wasserstand der Elbe nicht um einen Millimeter gesenkt, aber dass er in Gummistiefeln über den Deich gelaufen ist, hat einen besseren Eindruck gemacht als das Verharren seines Konkurrenten Stoiber im trockenen Wolfratshausen). Dass ein solcher höchst unwahrscheinlicher Fall eingetreten ist und der Politprofi Wegner auch noch riskiert hat, beim Lügen darüber ertappt zu werden, muss ganz handfeste, bisher offenbar unbekannte oder ignorierte Gründe haben. Seit der Veröffentlichung des Romans „Les Mohicans de Paris“ von Alexandre Dumas lautet die Parole zur Aufklärung unerklärlicher Vorgänge übrigens „Cherchez la femme!“ (was nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, das mit dem steilsten Abstieg aber schon).

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, via E-Mail

Die Herren Schröder und Platzeck in Gummistiefeln beim Hochwasser waren damals anscheinend Beweis genug für das Handeln tatkräftiger Politiker. Kai Wegner, abgelichtet mit Kneifzange und Schutzhelm in der Baugrube beim Reparieren der Stromleitung, hätte eine ähnlich positive Resonanz gebracht und er hätte anschließend stundenlang Tennis spielen können, ohne dass ein „Hahn danach gekräht“ hätte. Wissend um die Strahlkraft von Symbolen, die er nicht bedienen konnte oder wollte, griff er ohne Notwendigkeit zu einer Notlüge – was sein Fehler war –, die nunmehr bis ins Detail und ohne großen Erkenntnisgewinn aufgedröselt und zur Vertrauensfrage hochgeschaukelt wird. Wie bekloppt! Wenn Notlügen zum Vertrauensverlust führen, wäre unsere Gesellschaft arm an Vertrauen. Dieses Thema stopft den Medien das Sommerloch und erweitert im Wahlkampf nicht den politischen Horizont, sondern bedient die Oberflächlichkeit beim Desavouieren von Politikern, die vermeintlich auf der falschen Seite stehen.

Volker Rabsahl, via E-Mail

Zum Artikel „Bushaltestellen in Berlin: Die schönsten, skurrilsten und seltsamsten Warteorte“ vom 8. Juli

Ich bin gespannt, wie viel Zukunft diese sicher teure Bushaltestelle hat, bevor sie besprüht, beklebt, zerschlagen und der Defibrillator geklaut wird. Dass das defizitäre Unternehmen BVG für so etwas Geld hat, erstaunt mich. In Zeiten wie diesen sollte man sich auf die Bezahlung der Kernaufgaben besinnen, wie Fuhrpark, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Personal. Wie viele Menschen (das lässt sich sicher herausfinden) benötigen neben dieser Haltestelle den Defibrillator? Wie viele Menschen müssen bei einer Wartezeit von zehn Minuten dringend das Handy laden? Aber darin war Berlin schon immer groß, das Geld, das die Stadt nicht hat, für Dinge auszugeben, die die Lebensqualität der Bewohner nicht unbedingt verbessert.

Karola Albrecht, via E-Mail

Zum Artikel „Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey stellt Kochbuch vor – und verschenkt es“ vom 6. Juli

Während unsere Stadt immer mehr an die Wand gefahren wird und es an allen Enden brennt oder bröckelt, beschäftigen sich die Pappnasen im Roten Rathaus lieber mit Kochbuchschreiben und Tennisspielen, anstatt ihren Job ordentlich zu machen. Die Quittung dafür kommt im September.

Jürgen Ney, via Facebook

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