Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht erneut wegen seiner Kommunikation über den ersten Tag des großen Stromausfalls im Fokus. Anders als zunächst behauptet, habe der CDU-Politiker am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert, wie der „Tagesspiegel“ mit Berufung auf Informationen der Senatskanzlei berichtet. Vor 12.45 Uhr sei kein Telefonat geführt worden. Auf dpa-Anfrage äußerte sich die Senatskanzlei nicht weiter dazu.
„Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt“, teilte die Senatskanzlei der Zeitung mit. Um 12.45 Uhr telefonierte Wegner demnach mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Im Interview mit Welt TV hatte Wegner am 7. Januar gesagt: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz.“
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Kai Wegner: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht“
Daran kamen jedoch bald Zweifel auf. Der „B.Z.“ sagte Wegner am 24. März: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen.“ Die Zeitung berichtete damals, Wegner habe vormittags über Textnachrichten mit seinem Stab kommuniziert, erwähnte aber kein dienstliches Telefonat.
In der letzten März-Woche entschuldigte sich Wegner auch im Landesparlament für seine Kommunikation, ohne auf die Diskussion um seine Telefonate einzugehen.
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Am 3. Januar hatten mutmaßliche Linksextremisten einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verübt, Folge war der bislang längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Im Südwesten der Stadt waren 100.000 Menschen teils tagelang ohne Strom.

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Wegner war bereits während des tagelangen Blackouts in die Kritik geraten, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann auf welche Weise Kontakt hatte.
Nach dem Bericht des „Tagesspiegel“ erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch, Wegner habe jedes Vertrauen verloren. „Bei der Wahl im September werden die Berliner*innen daraus ihre Konsequenzen ziehen.“ AfD-Fraktionschefin Kristin Brinker erklärte: „Kai Wegner ist für das Amt des Regierenden Bürgermeisters charakterlich nicht geeignet.“ Die FDP forderte den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters.
dpa/rk






